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Archiv für den 6. Januar 2015

Guten Morgen

Morgenkaffee

Die Blödzeitung, die Ende vergangenen Jahres noch beherzrt ins Horn der Abendlanduntergeherseher geblasen hat, sammelt heute Stimmen gegen Pegida. Wie schizo muss man eigentlich sein, um für dieses Drecksblatt zu schreiben?

Wovor wohl auch Pegidasten Angst hätten: In Frankreich zeigt man sich angeschlagen, ob des neuen Romans von Michel Houellebecq über einen muslimischen Präsident im Nachbarland. Eigentlich schon wieder Grund genug, ihn zu lesen.

Felix Schwenzel verlinkt Marc Wickels Analyse der Krautreporter und vermisst selbst die Rosinen. Ich für meinen Teil sehe einfach kein Format, aus dem sich was Besonderes entwickeln würde. Der Vergleich mit dem niederländischen Original hinkt immer mehr.

Und während ich mir die Frage stelle: Können die Deutschen noch Journalismus? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Tütengrünkohlpfanne

Als leidenschaftlicher Koch kenne ich natürlich die guten Tütenprodukte vom Discounter um die Ecke, denn man hat ja nicht immer Zeit, stundenlang in der Küche zu stehen, um in den leeren Kühlschrank zu gucken. Und so grinste mich eines Tages mal eine Tüte Grühnkohlpfanne im Supermarktkühlregal an. Und wie wir alle wissen ist Grühnkohl die Leib-und-Magenspeise des Westfalen. Also nix wie rin in den Einkaufswagen für schlechte Zeiten.

Als Westfalem ist Grünkohl ja fast schon identitätsstiftend, da weiß man genau, wie das schmecken soll und wann. Es ist ein Wintergericht und muss herb schmecken, mit ordentlich Kartoffeln dabei, Rauchfleisch und Senf, damit der Verkoster das gesamte Produkt geschmacklich in eine eigens passende Geschmacksrichtung führen kann.

Dieses Tiefkühlgericht möchte es mir also abnehmen, die simplen Zutaten für’s klassische Grünkohlgericht, Kartoffeln und Fleisch, was sich in dieser Version als Mettwurststückchen darlegt, extra zu besorgen. Hinzu kommen bei dieser Tüte Zitronensäure, modifizierte Maisstärke. Senf ist schon mit drin. Zwiebeln auch. Wozu das denn?

Irgendwann kommt dann der Tag, an dem einem nicht einfällt, was man gerade kochen möchte, oder keine Zeit für’s Kochen findet, und man ist froh, dass man noch einen Vorschlag im Kühlschrank hat. Also raus mit der Tüte und los geht’s:

Den gesamten tiefgefrohrenen Beutelinhalt mit 4-5 EL Wasser in einer Pfanne mit Deckel geben und auf hoher Stufe 3-4 Minuten erhitzen, danach durchgaren lassen, bis sich die Grühnkohlpucks komplett aufgelöst haben.

Die wer? Ah, okay:

gruenkohlpucks

Vielleicht kann man damit kurzfristig Öko-Eishockey spielen. Essen muss man das Ganze jedenfalls nicht unbedingt, wie der Geschmackstest zeigt: Das gesamte Gericht ist darauf ausgelegt, möglichst nicht herb zu schmecken. Dazu tragen Zucker und Zwiebeln mit bei. Kartoffeln und Mettwurststückchen sind so kleingeschnibbelt, dass sie gerade noch so wahrgenommen werden können. Wozu das Ganze schon mit Senf abgeschmeckt worden ist, bleibt mir ein Rätsel. Der obligatorische Klacks Extrasenf harmoniert dann auch nur bedingt mit dem Gericht, da sich beim Grünkohl erst nach ausgiebigem Kaufen eine herbe Note zeigt.

Man bekommt mit diesem Gericht eine warme Mahlzeit vorgesetzt, wofür man sich aber wohl nur beim Herd bedanken sollte. Es ist nicht wirklich schlecht, aber auch nicht einprägend gut. Nach dem Verzehr versteht man zumindest jene, die Grünkohlgerichten nichts abgewinnen können. Wer geschmackvollen Grünkohl aufgetischt sehen möchte, der muss anders an die Sache herangehen.

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