Lesezeichen vom 20. November 2014

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Begin­nen wir doch mal den Ein­trag mit der Fra­ge­rei: Was ist jetzt schlim­mer? Last Christ­mas im Novem­ber oder Heid­schi Bum­beid­schi aus mei­ner Hei­mat­stadt?

Die Anschul­di­gen gegen Bill Cos­by wer­den mehr und die Unschulds­ver­mu­tung steckt in der Klem­me.

David Cha­pel­le ist wie­der da. Oder auch nicht.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Darf man Sen­dun­gen von Ver­bre­chern gucken? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Die fehlende Stimme

In Deutsch­land star­tet ein neu­er Nach­rich­ten­sen­der, der den Anspruch erhebt, das bis­he­ri­ge jour­na­lis­ti­sche Feld um eine feh­len­de Stim­me zu erwei­tern. Dem vom rus­si­schen Staat haupt­säch­lich finan­zier­ten Sen­der Kri­ti­sches Russ­land (kRud) wird durch­aus zuge­traut, bestimm­te Ziel­grup­pen zu errei­chen. Unser Repor­ter Harald Tri­bü­ne sprach mit dem Chef­re­dak­teur von kRud, Herrn Wada Iknow.

Harald Tribüne

Herr Iknow, Kri­ti­sches Russ­land soll die deut­sche Pres­se­land­schaft erwei­tern, was fehlt ihr denn?

Wir haben fest­ge­stellt, dass die Bereit­schaft für Infor­ma­ti­ons­über­mitt­lung von Staat­lichs­nach­rich­ten nicht so gut funk­tio­niert wie bei uns. Wir haben beim Duis­bur­ger Zoo nach­ge­fragt, ob Genos­se Putin ein­mal kurz vor­bei schau­en könn­te, um im Affen­kä­fig als inter­na­tio­na­lem Fit­ness­be­weis an Lia­nen sei­ne muti­gen Klet­ter­küns­te vor­zu­zei­gen, aber das woll­te man den Affen nicht zumu­ten. Aber gut, machen wir Infor­ma­ti­ons­sen­dung ohne Tie­re.

In ihrer Pres­se­mit­te­lung sagen Sie, dass dem Jour­na­lis­mus eine feh­len­de Stim­me zuge­ord­net wer­den soll, befin­det sich der kri­ti­sche Jour­na­lis­mus in Deutsch­land so in der Kri­se?

Ja, sehen Sie: Auch Kri­tik braucht eine Gegen­stim­me. Das ist unser Anspruch.

Dem Sie aber nur inso­fern nach­kom­men, als dass Sie alles auf Mei­nungs­ni­veau nie­vel­lie­ren.

Wir hal­ten unse­re Ziel­grup­pe für stark genug, um sich aus dem Port­fo­lio selbst eine Mei­nung zu bil­den.

Wobei Sie selbst kein gesamt­heit­li­ches Bild anvi­sie­ren, son­dern Sie berich­ten nur über angeb­li­che Sach­ver­hal­ten, die feh­len. Wie wol­len sie die aus­ma­chen, wenn sie kein gesamt­heit­li­ches Bild zu Grun­de legen?

Wir lesen ande­re Zei­tun­gen und die wer­den ja wenigs­tens etwas rich­tig machen kön­nen oder den­ken Sie nicht?

In die­sen Zei­tun­gen wer­den die Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, deren Sie sich bedie­nen, ja wohl des­we­gen kaum in sach­li­chen Ana­ly­sen dar­ge­stellt, weil sie einer kri­ti­schen Dar­stel­lung eines Sach­ver­halts nicht die­nen.

Auch das gehört zur Wahr­heit, fin­den Sie nicht?

Aber das ist doch schon bekannt. Fin­den Sie nicht, sie die­nen unterm Strich nur der Unter­wan­de­rung des west­li­chen Jour­na­lis­mus’ durch plum­pe rus­si­sche Pro­pa­gan­da?

Ja, sehen Sie: Sol­che Ver­hält­nis­se gibt es doch längst. Der Öffent­li­che Rund­funk in Deutsch­land ist von der Poli­tik gesteu­ert und der Nach­rich­ten­spre­cher der Bun­des­re­gie­rung hat auch kein Pro­blem damit, Jour­na­lis­mus mit Pro­pa­gan­da zu tau­schen und sich auf 140 Zei­chen zu begren­zen. Wir sind inso­fern auch eine Art Spie­gel. Aber eher der von frü­her, nicht die­ses Life­sty­le­heft unse­rer Tage.

Herr Iknow, bis hier­her: Vie­len Dank für das Gespräch.

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