Guten Morgen

Morgenkaffee

Ich habe mei­ne bes­se­re Hälf­te mal ange­ra­ten, eine Kolumm­nen­fi­gur für ihr Blog ein­zu­rich­ten, hab dabei etwas gehol­fen und fin­de, Herr Nowod­ka macht sich schon ganz gut. Nur wird sie sich ein wenig in Ver­hal­tens­wei­sen ein­üben müs­sen, die ihr noch eher fremd sind. So wie vor­schnel­les Urtei­len, katho­li­sches Den­ken und Haus­putz.

Bei Mother Jones stellt man die inter­es­san­te Fra­ge, ob es zur Bil­dung des 21. Jahr­hun­derts gehört, dass man pro­gram­mie­ren kann.

Der Tages­an­zei­ger schreibt dar­über, wie anar­chi­sche Poli­ti­ker in Reyk­ja­vik poli­ti­sche Erfol­ge fei­ern.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Kön­nen Kolum­nen­fi­gu­ren anony­mes Publi­zie­ren erset­zen oder ergän­zen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Was ich noch sagen wollte … zu vorschneller Kritik an den Krautreportern

Ich habe bis­lang nichts Grö­ße­res zu den Kraut­re­por­tern geschrie­ben, weil sie mich bis­her inhalt­lich nicht erreicht haben. Ich fand die Vide­os und Tex­te, die ich so gese­hen habe, nicht über­zeu­gend. Des­we­gen habe ich mir auch kein Abon­ne­ment geholt, ein­fa­che Geschich­te. Dabei habe ich nichts grund­sätz­lich gegen Abon­ne­ments, ich abon­nie­re die TV Spiel­film ja auch nur wegen der Kolum­ne von Oli­ver Kalk­o­fe.

Nur habe ich bei den Kraut­re­por­tern nicht ver­stan­den, wie­so der Online-Journalismus krank sein soll­te — für mich war er im Grun­de immer so, wie er sich gera­de auf­führt — oder wie genau die Kraut­re­por­ter etwas hei­len wol­len. Aber gut: Klap­pern gehört zum Geschäft. Viel­leicht berei­tet man so irgend­je­man­dem einen Weg, den man dann für wich­tig hält.

Den­noch hat man wenig in der Hand, wenn man jetzt schon die Kraut­re­por­ter kri­ti­sie­ren möch­te und das kann man auch an der Kri­tik von Chris­ti­an Anko­witsch [via] an Andrea Han­na Hün­ni­gers Text sehen: Es wird immer nur ein Stöck­chen kon­stru­iert, über das der Text dann fällt. Sei es, dass der Text angeb­lich falsch im Inter­net plat­ziert wor­den wäre, sei es, dass geschei­tert sei, eine kon­sis­ten­te The­se zu for­mu­lie­ren, sei es, dass Hün­ni­ger ein fal­sches Selbst­ver­ständ­nis habe.

Die gan­ze Kri­tik fällt damit, dass man ent­ge­gen­hält, es sei ein­fach nicht dar­um gegan­gen, was Anko­witsch unter­stellt: Es sei nicht um einen jour­na­lis­ti­schen Ein­trag gegan­gen, son­dern um einen per­sön­li­chen, die eige­nen Gefüh­le ange­hen­den Blog­bei­trag. Man kann an unter­schied­li­chen Stel­len im Inter­net in unter­schied­li­cher Funk­ti­on was schrei­ben, ohne dass man alles, was für die eine Stel­le rele­vant ist, für die ande­re gel­ten las­sen. Ich kann sehr aus­ge­wo­gen und bedacht in Wis­sen­schafts­fo­ren etwas hin­ter­las­sen und wenig spä­ter in Fuß­ball­fo­ren mei­nem Lieb­lings­ver­ein fröh­nen, auch wenn bei­de Bei­trä­ge unter­schied­lich for­mu­liert wer­den. Das ist über­haupt kein Pro­blem. Ich darf auch mei­ne eige­ne Leser­schaft irri­tie­ren.

Man sieht sehr ein­fach: Die Kraut­re­por­ter jetzt schon zu kri­ti­sie­ren ist in gewis­ser Wei­se vor­schnell, denn noch hat man kaum etwas in der Hand, will man sie nicht über selbst­aus­ge­dach­te Hür­den sprin­gen las­sen.

Wie gesagt: Mich hat die Idee der Kraut­re­por­ter bis­lang nicht über­zeugt, die Seich­tig­keit, die in Andrea Han­na Hün­ni­gers Text zu lesen ist, führt mich auch nicht dazu, wegen ihr ein Abon­ne­ment abzu­schlie­ßen. Aber das letz­te Wort muss hier noch nicht gespro­chen sein.

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