30 Jahre RTL

Ich habe mir die lan­ge Fernsehkritik.tv-Folge mit Hans Mei­ser und dann auch noch das Inter­view von Hel­mut Tho­ma im ARD-Morgenmagazin ange­se­hen und unterm Strich war ich etwas ent­täuscht, wie wenig die da auf die Hal­tung der aktu­el­len RTL-Führung ein­ge­dro­schen haben. Bei­de waren ja in der Jubi­lä­ums­sen­dung nicht in per­so­na ver­tre­ten. Geert Müller-Gerdes, Lin­da de Mol, Sig­mar Sol­bach, Har­ry Wijn­voord, Mari­jke Ama­do, Karl Dall, Jochen Bus­se, Mari­el­le Mil­lo­witsch, Olaf Kracht dann wohl auch nicht. Statt­des­sen holen sie alle Trash-Nasen ins Stu­dio, die die letz­ten 15 Jah­re ver­bockt haben.

Ande­rer­seits war RTL abge­se­hen von Sen­dun­gen wie Wie bit­te?, Sams­tag Nacht und 7 Tage, 7 Köp­fe auch nie mein Sen­der. Ich habe deren Spiel­shows, Vor­führshows, Dai­ly Talks, Nach­rich­ten­sen­dun­gen und sons­ti­gen Pro­le­ten­sen­dun­gen nie ver­folgt. Mich hat das Pro­gramm nie gepackt, nie mit­ge­zo­gen, nie intel­lek­tu­ell gefor­dert. Wie­so soll­te das in einer Nach­be­trach­tung der Macher auf ein­mal der Fall sein?

Aber Tho­ma kann auch anders, viel­leicht halt nicht unbe­dingt bei den Öffis, wie hier:

Bei den Pri­va­ten gibt es kei­ne gro­ße Zahl von Stel­len mehr, die man ein­spa­ren könn­te. Also macht man das Pro­gramm mög­lichst bil­lig – wenig eigen­pro­du­zier­te Seri­en, viel Scrip­ted Rea­li­ty und Casting-Shows. Dafür hät­te mei­ne Vor­stel­lung gar nicht aus­ge­reicht, dass man stun­den­lang einem Immo­bi­li­en­mak­ler oder einem Schuld­ner­be­ra­ter zuschau­en könn­te. War­um eigent­lich nicht auch mal einer Toi­let­ten­frau? Die Leu­te gucken es, weil’s nicht viel ande­res gibt. In der End­stu­fe des Spa­rens steht dann viel­leicht das ani­mier­te Test­bild.

[S]prechen Sie mal mit all den ambi­tio­nier­ten Pro­du­zen­ten, die in den letz­ten Jah­ren Plei­te gegan­gen sind. Spre­chen Sie mal mit den akti­ven Pro­duk­ti­ons­fir­men – da jam­mern sich alle die Hucke voll, weil von Sei­ten der pri­va­ten Sen­der weit­ge­hend Still­stand herrscht. Spre­chen Sie mit den unab­hän­gi­gen Klein­sen­dern, die am Ran­de der Exis­tenz dahin­ve­ge­tie­ren, weil die bei­den Gro­ßen immer neue Sen­der abson­dern. Das ist doch das Ergeb­nis die­ses Duo­pols! Wobei man den bei­den Grup­pen selbst gar kei­nen Vor­wurf machen kann. Deren Ziel ist halt, mög­lichst hohe Gewin­ne und Ren­di­ten zu erwirt­schaf­ten. Aber da muss doch irgend­wann mal die ord­nungs­po­li­ti­sche Hand ein­grei­fen! […] Da muss man klipp und klar sagen: Zer­schlagt die Sen­der­fa­mi­li­en!

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