Guten Morgen, liebe Folglinge! ☕

Archiv für den 28. Januar 2014

Lauers Lüftchen

Ich habe die­se aus Pira­ten­par­tei­rich­tung kom­men­de Lanz-Petition nicht so recht ver­stan­den. Die Peti­ti­on, soweit ich ver­stan­den habe, rich­tet sich gegen die mas­si­ve Öffent­lich­keit, die die Contra-Lanz-Petition hat, ver­weist auf angeb­lich wich­ti­ge­re Din­ge und meint, da das For­mat eine Show sei, sei nichts ande­res zu erwar­ten als Show, d.h. als so-tun-als-ob man es ernst meint.

Das glau­be ich nicht. In den Talk-Shows fin­den Gesprä­che statt, auch mit Poli­ti­kern, und hier gibt es eine berech­tig­te Erwar­tungs­hal­tung, dass man nicht rund­her­um belo­gen wird. 

Zudem schien mir auf den ers­ten Blick nahe­lie­gen­der, dass man selbst Öffent­lich­keit haben wollte:

Nun ja, bun­des­weit ist die Pira­ten­par­tei und auch Herr Lau­er kaum noch in media­ler Behand­lung, sehr wohl noch in der Ber­li­ner Pres­se, aber da sit­zen sie ja auch im Abge­ord­ne­ten­haus. Eine ande­re Sicht­wei­se prä­sen­tie­ren da Mat­thi­as Dell:

Der Ber­li­ner Pira­ten­po­li­ti­ker Chris­to­pher Lau­er star­te­te am Sams­tag im Netz eine Gegen-Petition mit dem Titel: ‘Mar­kus Lanz soll mal bit­te sei­ne Show so machen, wie er will, immer­hin ist er ja erwach­sen’, die bis Mon­tag­mit­tag ein paar hun­dert Per­so­nen unter­zeich­ne­ten. ‘Die Lanz-Debatte der ver­gan­ge­nen Tage ist doch etwas gro­tesk’, begrün­de­te Lau­er sei­ne Initiative.’”
Dass ein Pira­ten­po­li­ti­ker so pseu­do­lo­cker medi­en­kon­ser­va­tiv argu­men­tiert, könn­te man bei­na­he für eine Nach­richt halten.

In der Tat — wenn die Pira­ten­par­tei bun­des­weit gera­de noch in aller Mun­de wäre. Wobei ich es noch schlim­mer fin­de, medi­en­kon­ser­va­tiv bezeich­net zu wer­den als ten­den­ti­ell populistisch.

You-gotta-see-Blindheit

Felix Schwen­zel redet gera­de von einer You-gotta-see-Blindheit und meint damit wohl ein Tei­len von Inhal­ten, ohne selbst was dazu zu sagen, in der Mei­nung, ande­re müss­ten das auch unbe­dingt sehen. Ein sol­ches Ver­hal­ten ist auf Face­book sehr oft anzu­tref­fen und mit Sicher­heit habe ich selbst auch schon oft bei ande­ren die Reak­ti­on erzeugt

Wozu zur Höl­le pos­tet er da schon wie­der sowas?

Nun ist die­se Blind­heit — die­sen Begriff hal­te ich gar nicht für unpas­send — eben fahr­läs­sig: Zunächst merkt man nicht, dass man zuviel qua­li­ta­tiv Seich­tes pos­tet, müss­te aber reflek­tie­ren, dass einem das bei Ande­ren stört und sein eige­nes Ver­hal­ten ent­spre­chend anpas­sen. (Des­we­gen habe ich unter­schied­li­che Blogs und unter­schied­li­che Feeds, von denen ich die wenigs­ten durch mei­ne Pro­fi­le bei Twit­ter oder Face­book sau­sen lasse.) 

Das Pro­jekt Is it old? scheint ja lei­der nicht wei­ter ver­folgt zu wer­den, weil es Twit­ter basiert ist und mit der neu­en API nicht funk­tio­niert, war aber ein sehr guter Anzei­ger dafür, ob irgend­ein Inter­net­fund das Tei­len wert ist. Das Phä­no­men scheint mir das­sel­be zu sein, dass Jour­na­lis­ten gera­de ange­krei­det wird, wenn bemän­gelt wird, dass in der Cau­sa Lanz-Petition immer neue, aber inhalt­lich nichts Neu­es brin­gen­de Arti­kel ver­öf­fent­licht wer­den, weil das Klick­auf­merk­sam­keit bringt.

Wie bringt man es nun das eige­ne Mit­tei­lungs­be­dürf­nis und die aku­ra­te Emp­fän­ger­be­las­tung in Ein­klang? Unter­schied­li­che Kanä­le, auf denen nicht alle­samt Das­sel­be ver­brei­tet wird, sind sicher­lich eine Maß­nah­me. Ein Blick auf die Emp­fän­ger und deren Inter­es­sen, das man viel­leicht am Feed­back mes­sen kann, wäre sicher­lich auch hilf­reich. Und schließ­lich kennt man ja auch sei­ne Pap­pen­hei­mer einigermaßen.

Lesezeichen vom 28. Januar 2014

Lesezeichen von heute
Januar 2014
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Dez   Feb »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren