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Archiv für Januar 2014

Ist Promitrauer um Michael Schumacher passend?

Micha­el Schu­ma­cher ist ver­un­glückt und die­se Nach­richt hat im Inter­net für eine Wel­le der Anteils­nah­me, aber auch Kri­tik an die­ser Wel­le gesorgt. Sicher­lich gibt es unkri­ti­sche Kom­men­ta­to­ren, die sich über Trau­ern­de unan­ge­mes­sen auf­re­gen, aber das bedeu­tet nicht, dass es hier kei­ne sach­lich ange­mes­se­ne Kri­tik geben kann. 

Aber zunächst: Die Rede von Stell­ver­tre­tertrau­er hal­te ich für falsch. Nie­mand trau­ert über den Unfall von Micha­el Schu­ma­cher, weil er über etwas ande­res nicht so trau­ern kann. Zumin­dest nie­mand, der nicht vor­be­las­tet ist. Jemand, der Stell­ver­tre­tertrau­er annimmt, müss­te bei die­ser Argu­men­ta­ti­ons­ak­zep­tanz bei Take-That-Konzerten auch von Stell­ver­tre­ter­freu­de aus­ge­hen, sprich: Der aus­schlag­ge­ben­de Grund für die Emo­ti­on ist egal. Hier kann man anset­zen und sagen Emo­tio­nen sind eben nicht ratio­nal ange­legt, damit zer­stört man aber auch die Rede von Stellvertretertrauer.

Der Kern des Ansto­ßes bei sol­cher Pro­mitrau­er ist nicht, dass über­haupt getrau­ert wird, son­dern dass das The­ma über­mä­ßig ange­gan­gen wird. Die Fra­ge wäre, ob eine ratio­na­le Ana­ly­se Trau­er aus guten Grün­den beein­träch­tigt. Wenn Micha­el Schu­ma­cher also ange­schos­sen wor­den wäre, erzeugt das einen ande­ren Mit­gleids­grund, als wenn er wie angeb­lich gera­de, durch Risi­ko­ver­hal­ten sein Leben aufs Spiel setzt?

Ich habe mich dazu öffent­lich nicht posi­tio­niert, weil ich allen selbst über­las­se, wie sie mit dem The­ma umge­hen möch­ten. Ich wür­de aller­dingts Leu­te aus mei­ner Time­li­ne feu­ern, wenn sie nur noch rum­heu­len wür­den. Was ich aber offen­sicht­lich fin­de, dass Medi­en wie RTL das The­ma gro­tesk ver­feh­len, wenn sie einen Groß­teil ihrer “Nach­rich­ten” mit Spe­ku­la­tio­nen um den Unfall und die Betei­lig­ten an Hand ver­wen­den und zwei Kor­re­spon­den­ten am unter­schied­li­chen Orten in Frank­reich vor die Kame­ra stel­len, die sagen, bis­her kön­ne man nichts Genau­es sagen. Da wird nicht Jour­na­lis­mus betrie­ben, son­dern es wer­den Emo­tio­nen ausgeschlachtet. 

Genau das kann man eini­gen Trau­ern­den sicher­lich auch ankrei­den. Aber ver­bo­ten ist das nicht. Und viel­leicht soll­te man sich nicht mal öffent­lich dar­über aufregen.

Die Top10-Tweets des Dezembers

Guten Morgen

Morgenkaffee

Bei den Seri­en­jun­kies trau­ert man den 2013 von uns gegan­ge­nen Fern­seh­schaf­fen­den nach. Der Seri­en­jah­res­rück­blick ist auch zumin­dest das Rein­hö­ren wert, wobei deren humor­be­frei­tes Denglish auch schon wie­der zum Abschal­ten reizt.

Tat­ja­na beginnt das Jahr mit einer sehr lecke­ren, nach­ah­mens­wer­ten Kür­bi­star­te.

Nach­ho­lens­wert aus den letz­ten Stun­den des ver­gan­ge­nen Jah­res: Jacob Appel­baum, Mar­cel Rosen­bach, Jörg Schind­ler, Hol­ger Stark und Chris­ti­an Stö­cker erklä­ren wie die NSA welt­weit Rech­ner hackt.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wann geht denn die Tat­or­ti­sie­rung der ARD etwas zurück? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Bundespressekonferenz zu Pofalla

Ich glau­be, der Pofal­la hat zwi­schen­zeit­lich sei­ne Per­so­nal­dis­kus­si­on für been­det erklärt und dann kam das da raus:

Lesezeichen vom 3. Januar 2014

Lesezeichen von heute

Lesezeichen vom 4. Januar 2014

Lesezeichen vom 5. Januar 2014

Lesezeichen von heute

Lesezeichen vom 6. Januar 2014

Guten Morgen

Morgenkaffee

Am Anfang eines neu­en Jah­res in Tritt zu kom­men, ist auch immer wie­der so eine Sache. Auch bei mor­gend­li­chem Lesen. Aber heu­te funktioniert’s ganz gut:

flu­ter inter­viewt Uwe Wesel zu den Fra­gen was Recht eigent­lich ist, wie­so wir stra­fen und was das am Ende alles bringt. Und der haut Klop­per raus wie:

Man kann unter dem Zwang einer Frei­heits­stra­fe Men­schen nicht erzie­hen. Im Grun­de kann kei­ner eine ver­nünf­ti­ge Erklä­rung geben, wie­so es über­haupt Frei­heits­stra­fen gibt. Nur in weni­gen Fäl­len ist Gefäng­nis­stra­fe nötig, ansons­ten hal­te ich sie größ­ten­teils für verfassungswidrig.

Ulrich Horn meint zur Cau­sa Bahn-Pofalla, dass es in der Sache eher um die Bahn als um Pofal­la geht.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Kann eigent­lich jede Schnarch­na­se Lob­by­ist wer­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 6. Januar 2014

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