Guten Morgen, liebe Folglinge! ☕

Archiv für den 30. Oktober 2013

Guten Morgen

Morgenkaffee

Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Fried­rich möch­te sich trotz sei­nen boden­lo­sen Äuße­run­gen in der NSA-Affäre nicht zurück­tre­ten. Hät­te mich auch gewundert.

Flu­ter inter­viewt den Facebook-Dichter Aboud Saeed, des­sen ers­tes E-Book ist vor kur­zem auf Deutsch erschie­nen ist.

Die Phy­si­ke­rin Inge Schmitz-Feuerhake erzählt davon, wie ihre Recher­chen rund um die Gefah­ren von Atom­ener­gie für die Bür­ger die­ses Lan­des zu Angrif­fe auf ihre Per­son führ­ten: Ein kri­mi­na­lis­ti­sches Lehr­stück. [via]

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Hät­te Fried­rich über­haupt Rück­grad genug für einen Rück­tritt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

The unexpected answer

Wri­ting a raun­chy thing and the star ans­wers to it:

Guillaume, André de — Wie man ein Genie wird * Klolektüre (02)

Eines die­ser Exem­pla­re ist der Schmö­ker Wie man ein Genie wird: Das Hand­buch für ange­hen­de Überflieger


von André de Guil­lau­me, über­setzt aus dem Eng­li­schen von Petra Trin­kaus. Das Buch ergeht sich eigent­lich nur in Eigen­wil­lig­kei­ten und Anek­do­ten berühm­ter Män­ner. Das ist ganz nett zu lesen, kurz­wei­lig, aber irgend­wie nicht erhel­lend. Ein paar Schmunz­ler sind aber drin.

Er ist also durch sei­ne Inten­ti­on, die hüb­sche Mach­art und durch hin und wie­der inter­es­san­te Anek­do­ten ein pas­sa­bler Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klorollen:

Schröder, Atze — Und dann kam Ute * Klolektüre (03)

Atze Schrö­ders ers­ter Roman

. Abge­packt in kur­ze Epi­so­den erin­nert der Schmö­ker etwas an Und dann kam Pol­ly und hat gefühlt den­sel­ben Plot: Cha­ris­ma­ti­sche Sie bringt hel­den­haf­ten und ver­mö­gen­den Ihn unter ihre Fit­ti­che. Span­nungs­är­mer wär’s wohl nicht gegan­gen. Manch­mal taucht unser Ems­det­tener Komi­ker aus die­ser selbst­ver­lieb­ten Laber­ge­schich­te auf und bringt Schmun­zel­ba­res wie

Als ich beim Pin­keln in den Spie­gel schau­te, sah ich so fer­tig aus wie Hel­mut Schmidt nach einer Elektrozigarette.

aber, das ist rar gesät, der Witz ver­bleibt im Meta­pho­ri­schen und wird ger­ne mal wie­der­holt für alle, die es beim ers­ten Mal noch nicht ver­stan­den haben. Oder sol­len so Run­ning Gags ange­lei­ert werden?

Der Schmö­ker ist wegen guter Les­bar­keit, flot­tem Tem­po und den paar Witz­chen ein pas­sa­bler Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klorollen:

Wischmeyer, Dietmar und Oliver Welke — Frank Bsirske macht Urlaub auf Krk * Klolektüre (04)

… Deut­sche Hel­den privat

, geschrie­ben teils von Oli­ver Wel­ke, teils von Diet­mar Wischmey­er, und daher teils lang­wei­lend unin­spi­riert und teils unter­halt­sam bis höchstamüsant. 

Wischmey­er hat die­se Por­traitform in der ARD mal vor­ge­führt, unge­fähr so funk­tio­nie­ren die guten Por­traits, wenn sich auch die Stil­mit­tel ab und an wie­der­ho­len und somit dem Leser bekannt vorkommen. 

Ande­rer­seits ver­steht es Wischmey­er, Pro­mi­nen­te an ihrer Achil­les­ver­se, der Eitel­keit, zu tref­fen und sein Publi­kum mit einem ein­zi­gen Satz in schal­len­des Geläch­ter zu ver­set­zen. Wie hier bei Ger­hard Schröder:

Wenn Schrö­der mor­gens das Bad ver­lässt, dann ist er sicher, dass sein Bild im Spie­gel noch minu­ten­lang ver­harrt, ehe es erlischt.

Den meis­ten Spaß mit dem Schmö­ker hat man, wenn man sich ein­ge­le­sen hat und die Bei­trä­ge von Wel­ke erken­nen und über­sprin­gen kann. So ist das Buch wegen halb­wegs wit­zi­gem Inhalt ein pas­sa­bler Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich bei einer Wer­tung des einen Autors mit zwei und des ande­ren Autors mit vier von fünf mög­li­chen Klorollen:

Fröhlich, Axel und Oliver Kuhn — Die große Brocklaus * Klolektüre (05)

Klo­lek­tü­ren als Weih­nachts­ge­schen­ke — eine schwie­ri­ge Ange­le­gen­heit. Woan­ders als Buch des Tages gewür­digt, sprang bei mir bei … Die gro­ße Brock­laus: Das kom­plett erfun­de­ne Lexikon

von Oli­ver Kuhn, Alex­an­dra Rein­warth und Axel Fröh­lich der Fun­ke oder, wenn man so mag, die Laus nicht über. 6 oder 7 mal habe ich schmö­kernd irgend­was ange­le­sen und wegen zu gewoll­ter Lus­tig­keit umge­hend weg­ge­legt. Viel­leicht fällt die Begeis­te­rung für die­sen Schmö­ker anders aus, wenn man sich viel Zeit oder das Hör­buch zur Hand nimmt .

Was aber die Prä­sent­taug­lich­keit angeht, stim­me ich dem zu, der schreibt: “Zum Ver­schen­ken nicht geeig­net.” Das Risi­ko, zu ent­täu­schen und den Geschmack des Beschen­ken zu ver­feh­len, ist da ein­fach zu groß.

Der Schmö­ker ist trotz gro­ßem Umfangs, ein paar guten Ein­fäl­len, aber oft­mals bloß brä­si­gem Humor nur ein mäßig inter­es­san­ter Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klorollen:

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