Guten Morgen

Morgenkaffee

Chris­t­ian Holst schreibt bei TV Spielfilm über die anste­hen­den Änderun­gen von Wet­ten, dass..?. Ein angekündigter Unter­gang.

In den USA kommt man so langsam auf den Trichter, dass dig­i­tale Bezahlschranken keine Massen neuen Leser brin­gen.

Einen doch eher merk­würdi­gen Selb­st­mord hat es da im Zusam­men­hang mit dem NSU-Prozess gegeben: Zeuge ver­bren­nt nach Explo­sion im Auto.

Bei den Pirat­en ist man soweit, sich einzugeste­hen, dass man ein Prob­lem hat — mit Men­schen.

Und während ich mir die Frage stelle: Haben die Pirat­en nicht auch ein Prob­lem mit Wäh­lern? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Ex-Dok­torin Annette Scha­van wurde an der Münch­en­er Lud­wig-Max­i­m­il­ians-Uni­ver­sität in den Hochschul­rat berufen.

Seit 1960 hat sich der tägliche Infor­ma­tion­skon­sum ver­dreifacht, schreibt Vin­cent Venus und geht auf Infor­ma­tions­diät.

Schrift­steller Ilja Tro­janow wurde die Ein­reise in die USA ver­weigert, weil er eine Protest­pe­ti­tion gegen NSA-Überwachung unter­schrieben hat. Land of the free.

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Wäre es nicht bess­er, wenn die Amis in ihrer Nation­al­hymne ihre Para­noia besin­gen wür­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Flasch, Kurt — Warum ich kein Christ bin

Der englis­che Philosoph Bertrand Rus­sell hat 1927 einen Vor­trag mit dem Titel Warum ich kein Christ bin gehal­ten. Darin kri­tisiert er christliche Argu­men­ta­tio­nen wie Gottes­be­weise und moralis­che Argu­mente als wider­prüch­lich und nicht kon­sis­tent. Ein Christ ist für Rus­sell jemand, der an Gott, Unsterblichkeit und Chris­tus glaubt:

Ich meine, man muss wenig­stens daran glauben, dass Chris­tus, wenn schon nicht göt­tlich, so doch zumin­d­est der Beste und Weis­es­te der Men­schen war. Wenn Sie nicht ein­mal soviel von Chris­tus glauben, haben Sie mein­er Ansicht nach kein Recht, sich als Chris­ten zu beze­ich­nen.

Der deutsche Philosoph Kurt Flasch geht in seinem aktuellen Buch Warum ich kein Christ bin in ähn­lich­er Hin­sicht diverse Tex­tau­seinan­der­set­zun­gen mit bib­lis­chen Stellen und Argu­men­ta­tio­nen von christlich­er Seite ein. Das alleine ist schon sehr lesenswert. Im Grunde sagt er aber gar nichts anderes als Rus­sell:

Ja, ich bin kein Christ, wenn man unter einem Chris­ten jeman­den ver­ste­ht, der an Gott, an ein Leben nach dem Tod und an die Got­theit Christi glaubt. (Kapi­tel IV.)

Für Philosophen ist es schon mal ver­wun­der­lich, dass auf einen so unklaren Satz ver­wiesen wird: Wie bedeut­sam ist das “und” im Satz? Was ver­ste­ht man genau unter “glauben”?

In einem aktuellen Inter­view mit Papst Franziskus find­et man den inter­es­san­ten, auf das Chris­ten­tum bezo­ge­nen Satz:

Es darf keine spir­ituelle Ein­mis­chung in das per­sön­liche Leben geben.

Ein­mis­chun­gen kann es wegen mir, sofern sie rechtlich akzept­abel sind, dur­chaus geben. Er kön­nte aber auch das Ver­bit­ten von Bevor­mundung bezüglich des eige­nen Denkens meinen — und das wäre ein Ham­mer (nicht nur, weil man so Rus­sell und Flasch den Wind aus den Segeln nimmt): Man könne als Christ Agnos­tik­er sein, der sich an den Geschicht­en der Bibel ori­en­tiert, im Grunde seine Überzeu­gun­gen aber selb­st ver­ant­wortet. In gewiss­er Hin­sicht ver­ste­he ich Kant so, der Beispiele aus der Bibel für passende Umset­zun­gen des Kat­e­gorischen Imper­a­tivs, der für sich genom­men von Kant philosophisch hergeleit­et wird, hält.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Die titan­ic vol­lzieht einen Wech­sel an der Chefredak­teurs­front.

Berichter­stat­tung nur, wenn wir bei euch mit­machen dür­fen. So geht’s wohl in Ham­burg derzeit zu.

Nicole Wal­ter schreibt für den fluter über Whistle­blow­er.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie sieht eine Gesellschaft wohl aus, in der die wichtig­sten Zeitun­gen im Grunde reine Wer­be­blät­ter sind? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Ich bin geistig krank

In Deutsch­land hat man das Recht, Tele­di­en­ste anonym zu ver­wen­den. Bei anony­men Pub­lika­tio­nen weiß man allerd­ings nie mit let­zter Sicher­heit, ob jemand, der anonym etwas veröf­fentlicht, diese Veröf­fentlichun­gen erfun­den hat oder nicht. Derzeit gibt es ein Auf­se­hen erre­gen­des Blog eines ange­blich Mitzwanzigers, der seine Jugend als Mit­glied der Reli­gion­s­ge­mein­schaft Zeu­gen Jeho­vas anonym beschreibt:

Das Faz­it ist das gle­iche wie immer. Jeho­va ist super, sagt Jeho­va, und wenn wir das, was in der Bibel ste­ht, tun, kom­men wir ins Paradies. Sagt Jeho­va. Viel mehr ent­nehme ich der Bibel nicht.

Der Name des Blogs, Geistig krank, resul­tiert aus der ange­blichen Unter­stel­lung der Reli­gion­s­ge­mein­schaft, dass Abtrün­nige von den Zeu­gen Jeho­vas als geistig krank beze­ich­net wer­den. Beim Lesen des Blogs fällt die sprach­liche Bril­lianz des Autors auf, die Texte lesen sich wie ein span­nen­der Roman.

In manchen Ver­samm­lun­gen traf man auf eine Auswahl der kleinen Propheten samt aller Apos­tel. Und natür­lich min­destens eine Sarah. Grob geschätzt hieß jedes dritte Mäd­chen Sarah. Auf großen Kon­gressen musste man glatt durch­num­merieren. Einen Vorteil hat­te diese Namen­sprax­is. Anhand der Vor­na­men kon­nte man ganz gut erken­nen, wer “in der Wahrheit” aufgewach­sen war und wer (oder wessen Eltern) Konvertit(en) war(en). Das mag zunächst unwichtig erscheinen. Aber als ZJ-Jugendlich­er wurde man regelmäßig dazu ermuntert, bei einem poten­tiellen Ehep­art­ner auf seinen Eifer zu acht­en. Ein bib­lis­ch­er Vor­name war da schon mal gar nicht so schlecht – zumin­d­est, wenn man die Ange­betete den Eltern vorstellte.

Ob wahrheits­ge­treu oder nicht, in jedem Fall eine Leseempfehlung: geistigkrank.wordpress.com.

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Die Huff­in­g­ton Post startet heute ihr Por­tal in Deutsch­land, damit ist den wenig­sten etwas neues gesagt. Bei der Deutschen Welle erk­lärt man das Prinzip Huff­in­g­ton Post, während Ste­fan Nigge­meier kon­sta­tiert, dass bis­lang meist nur viel Rauch um nichts oder anders: viel PR um Boule­vardthe­men die Hupo umgebe.

Der Lim­burg­er Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst erk­lärt die Kosten­ex­plo­sion sein­er Res­i­denz von 31 Mio. € u.a. mit dem Denkmalschutz. Der wird allerd­ings wohl nicht die freis­te­hende 15.000€-Badewanne vorgeschrieben haben.

Und während ich mir die Frage stelle: Trägt Bur­da jet­zt das finanzielle Risiko der Hupo und zieht ggf. den Steck­er? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Gibt’s in mein­er Heimat­stadt auch nicht alle Tage: Ein Ibben­büren­er knackt die Charts. Met­rickz Debü­tal­bum ste­ht bei Ama­zon und itunes auf 1. Gar nicht mal so übel: die erste Sin­gle Valenti­na.

Nach­dem das englis­che Klatschblatt Dai­ly Mail einen Mül­lkü­be­lar­tikel über den Guardian entleert hat, der Form, dass der Guardian den Ter­ror­is­mus unter­stütze, wehrt dieser sich dage­gen, indem er andere Zeitungschefs nach ihrer Mei­n­ung fragt.

Der Start der Huff­in­g­ton Post fiel gestern nicht son­der­lich pos­i­tiv aus, abge­se­hen von ein paar Glück­wün­schen, weni­gen Kom­mentaren und Link­teilun­gen gar es allen­thal­ben schlicht einen Ver­riss.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie wird denn die Hupo nun auf sich aufmerk­sam machen kön­nen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Morgenkaffee

Die Vroni­plag­ger find­en auf 15,7% von Frank-Wal­ter Stein­meiers Dis­ser­ta­tion beden­kliche Stellen — fast schon ein KO-Ausweis. Vertei­digt wird er von Poli­tik­wis­senschaftler Stephan Leibfried, der zu bedenken gibt, dass Stein­meier seine Dis­ser­ta­tion dik­tiert habe. Was immer das verbessern soll.

Cas­par Clemens Mier­au stellt Popcornpiraten.de ein, obwohl er die Geschicht­en doch so lustig fand. Die Pirat­en wer­den wohl noch erken­nen, dass das ein Ver­lust ist.

Dem rus­sis­che Oppo­si­tions­führer Nawal­ny wurde eine ver­hängte 5jährige Haft­strafe zur Bewährung aus­ge­set­zt. Kri­tik­er sehen in diesem neuen Urteil die Strate­gie des Kremels, den Kri­tik­er poli­tisch kalt zu stellen. Nawal­ny geht weit­er gegen die Verurteilung juris­tisch vor.

Gestern mit dem namentlichen Abschied der Her­ald Tri­bune erschienen: Der erste Artikel des Ibbtown­er Lokalre­porters Har­ald Tribüne.

Und während ich mir die Frage stelle: Wird sich die jour­nal­is­tis­che Form der satirischen Kri­tik etablieren kön­nen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Bur­da soll Huff­in­g­ton-Post-Blog­ger an Wer­beein­nah­men beteili…, nee Moment — Google soll Jour­nal­is­ten an Werbe­mil­liar­den beteili­gen, meint Bur­da-Vor­standsmit­glied Robert Schweiz­er in sein­er Bewer­bungsrede für den Erich-Mielke-Preis für max­i­malen Real­itätsab­stand.

Der nieder­ländis­che Schrift­steller Leon de Win­ter meint, die repräsen­ta­tive Demokratie gehe unter und mod­ern­er Pop­ulis­mus sei der Indika­tor. Die direk­te Demokratie werde in Europa allen­thal­ben Einzug erhal­ten, unkt er.

Irgend­wie sowas wird sich auch Daim­ler-Chef Zetsche gedacht haben. Wenn man schon Parteien schmieren kann, repräsen­ta­tiv gewählte Poli­tik­er so über­flüs­sig wer­den, wieso sollte man dann nicht in Brüs­sel als Auto-Konz­ern direkt die Emis­sion­swerte ver­han­deln? Christoph Süß sieht das so:

Und während ich mir die Frage stelle: Wieso hat Hote­lier­slob­by­ing öffentlich mehr neg­a­tiv­en Ein­fluss als Auto­her­steller­lob­by­ing? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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