Guten Morgen

Morgenkaffee

Die NSA bricht in den USA tausend­fach Rechte gegen US-Bürg­er. aber unsere Regierung hält den Fall ja für been­det, denn in Deutsch­land machen die sowas nicht.

Gustl Mol­lath hat die Sch­nautze voll von Deutsch­land.

Wie Glumm beina­he Glüh­würm­chen gese­hen hätte.

Und während ich mir die Frage stelle: Kann man eigentlich eine Regierung wegen Real­itätsver­weigerung abset­zen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Konzert: Christian Steiffen, 9.8.2013, Damme

Es ist schon etwas her, dass ich in Damme gewe­sen bin. Es muss so Mitte-Ende der 90er gewe­sen sein. Damals fan­den dort die schulis­chen Tage religiös­er Ori­en­tierung, eine für viele eher alko­holisierte Selb­stfind­ung, statt. Außer­dem ist Damme ja für seine Karnevalsver­anstal­tung bekan­nt, aber deswe­gen bin ich dort nie hinge­fahren. Als ich hörte, dass Chris­t­ian Steif­f­en dort auftritt, dann sah, dass der Ein­tritt bei 5€ liegt, war das Hin­fahren eine aus­gemachte Sache.

Allerd­ings war die Hin­fahrt schon ein­stim­mend, denn die Wegbeschrei­bung der Rah­men­ver­anstal­tung “Kun­st hält Hof” ging etwa so: Bis zur Hufeisen­straße, dann noch einige hun­dert Meter und Kur­ven. Kein Ori­en­tierungspunkt, keine weit­ere Rich­tung, nüscht. Einige hun­dert Meter über Kur­ven hin­weg inmit­ten von unun­ter­schei­d­baren Wiesen und Feldern. Man hätte auch Han­nover so ausweisen kön­nen. Ich bog ein­fach am Ende der Straße links ab und fand auf gut Glück eine Rei­he abgestell­ter Autos. Das kon­nte in Damme an einem Fre­itag­som­mer­abend wohl nichts anderes sein.

Sicher­heit­shal­ber fragten wir am Ein­gang ein­er Sche­une, ob hier die Musik spiele. Man lachte, stem­pelte unsere Handge­lenke und wir manövri­erten uns über den Bauern­hof zu ein­er Men­schenansamm­lung, ja, wie soll ich sagen —

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Ken­nen Sie so Tatorte oder alte TKKG-Fol­gen, bei denen eine Garten­par­ty kun­staffin­er Bil­dungs­bürg­er einge­baut wird, und man das Gefühl hat, für passend viele Kom­parsen war wohl kein Geld da? Ich dachte ja, solche Par­tys seien reine Erfind­un­gen für’s Fernse­hen. So eine Par­ty war das. Das dies ein großar­tiger Abend wer­den würde, stand schon jet­zt fest.

Vor mir stand ein junger Mann mit Kam­er­aumge­hänge. Das musste die Lokal­presse sein. Ich fragte ihn ger­ader­aus, ob er von der NOZ mir erk­lären kön­nte, wieso hier nicht so viel Pub­likum sei. Das war schon mal ein Tief­schlag. Er kam gar nicht von der NOZ. Er kam von der OV, der Old­en­burg­er Volkzeitung, der Zeitung für’s Old­en­burg­er Mün­ster­land. Und erk­lären durfte dann ich ihm, wer Chris­t­ian Steif­f­en ist, dass er OB-Kan­di­dat in Osnabrück sei, dass zwei Filme mit sein­er Musik im Herb­st starteten, dass hin­ter uns ein Regis­seur stünde, der gle­ich für ein Musikvideo mit­filmte.

Viel weit­er kamen wir gar nicht, denn der Gast­ge­ber schwang sich auf die Bühne, meinte, reden könne er gar nicht, und stellte dann die einzel­nen Kün­stler und ihre Kun­st­form vor, und wo man hier auf dem Bauern­hof ihre aus­gestell­ten Werke find­en könne. Gegen die Sit­u­a­tion­skomik des Ländlichen hat man, wenn man zuhört, dann auch keine Chance mehr:

Ja, die X macht dies und das und sie hängt dort in der hin­teren alten Sche­une an der Wand mit den Schweinen.

Spätestens jet­zt hätte es mich nicht mehr ver­wun­dert, wenn Inga Lürsen um die Ecke genörgelt wäre. Stattdessen kam der­jenige, auf den die meis­ten gewartet hat­ten, mit Bar­ca­di-Cola aus­ges­tat­tet auf die Bühne

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und hat­te sein Pub­likum, das sich um die Bühne ver­sam­melt hat­te, und nach direk­ter Ansprache auch die sitzenge­bliebe­nen Prov­inzkun­stin­ter­essierten, voll im Griff:

Chris­t­ian Steif­f­en ist ein Geschenk für Osnabrück.

Für’s Umland natür­lich auch. Die Schlager­par­o­die mit maf­fayschen Anklän­gen ist ein­er­seits die gewählte und inzwis­chen schon fast gelebte Aus­drucks­form des Kün­stlers Hardy Schwet­ter. Hinzu kommt allerd­ings auch die Per­sön­lichkeit Schwet­ters, der unge­mein char­mant und diszi­plin­iert auftritt, d.h. nie aus sein­er Rolle fällt, und trotz der zur Schau gestell­ten Selb­stver­liebtheit der Fig­ur Chris­t­ian Steif­f­en nie ver­birgt, wie aus­nahm­s­los respek­tvoll und höflich er seine Umge­bung behan­delt.

Was ich damit meine, sieht man am besten in einem Video, das während des Kirchen­t­ages aufgeze­ich­net wurde: Darin trollt Schwet­ter als Elvis-Par­o­die durch die belebte Osnabrück­er Innen­stadt. Als ein klein­er Junge ihn anhält und wiss­be­gierig fragt, wer denn Elvis über­haupt sei, geht Schwet­ter gle­ich auf Augen­höhe zum Jun­gen in die Knie, nimmt die große, bunte Brille ab und ver­sucht ohne den Akzent der eigentlich gespiel­ten Fig­ur in ein­fachen Worten die Frage passend zu beant­worten. Ein richtig großer Moment.

Eine Stunde lang verza­ubert Chris­t­ian Steif­f­en an diesem Abend die über­rascht­en Kun­stin­ter­essen­ten und ver­sorgt gle­ichzeit­ig die Bloßkonz­ert­teil­nehmer teils mit Par­tys­paß und Par­ty­bal­sam, denn es find­en sich auch einge­fleis­chte Schlager­lieb­haber am Büh­nen­rand. Chris­t­ian Steif­f­en ist eben ein­er für alle. Oder um es mit seinen Worten zu sagen: Ich für Uns.

[ Chris­t­ian Steif­f­en und das Orig­i­nal Hase­land-Orch­ester, aktuelle Tour: “Ich komme!”, auf der Ver­anstal­tung “Kun­st hält Hof”, Damme, 9. August 2013, etwa 160 Zuschauer ]

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Guten Morgen

Morgenkaffee Ach so, die NSA und der GCHQ überwachen uns gar nicht. Meint zumin­d­est Ronald Pofal­la. Wozu dann ein No-Spy-Abkom­men mit den USA? Kein Kom­men­tar. Muss man halt alles glauben und nicht hin­ter­fra­gen.

Vielle­icht empfliehlt Michael Spreng auch hier, was er zu Horst See­hofer emp­fiehlt: Ein­fach nicht mehr hin­hören.

Dave Win­er meint unterm Strich, solche Nebelk­erzen seien nur der Ver­such, den größten Skan­dal seit Water­gate zu ver­tuschen.

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Würde die CDU wohl radikal in ihrer Ansicht über Daten­sicher­heit umschwenken, wenn sie in der Oppo­si­tion lan­det? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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How to: Einkaufen bei Saturn

Bis­lang habe ich ja noch jeden E-Book-Read­er irgend­wann ver­loren. Nun ist mir wieder mein zwei Jahre altes Schätzchen abhan­den gekom­men. Und da ich vor etwa zwei Wochen mein­er Tante einen 39-Ock­en-Read­er geschenkt hat­te, dachte ich, ich gehe mal wieder fix zu Sat­urn und schaue, ob das gute Ding da noch vorhan­den ist.

Ich sehe also im Osnabrück­er Sat­urn densel­ben Read­er und gehe auf einen Mitar­beit­er, der gelang­weilt am Com­put­er rumk­lickt, um zu fra­gen, ob das der Read­er sei, der vor kurzem für 21€ weniger ange­boten wor­den wäre. Der Read­er damals sei ein Rest­posten gewe­sen, das Ange­bot sei vor­bei, meinte der Preisansager, ohne den Blick vom Mon­i­tor abzuwen­den. Ein Verkauf­s­ge­spräch wollte mir der zumin­d­est nicht auf­drän­gen. Ich ging.

Daheim googlete ich mal nach den aktuellen Preisen. Bil­lig­ster Preis: 39€, Sat­urn, plus Ver­sand­kosten. Aber auch vor Ort aushändig­bar. Dann ohne Ver­sand­kosten.

Ich lasse mir den jet­zt ein­fach mal in Osnabrück hin­ter­legen und frage den Preisansager von heute, ob er mir den aushändi­gen kann. So geht Einkaufen bei Sat­urn.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Tati hat das Konz­ert von Chris­t­ian Steif­f­en in Damme gefall­en.

Telekom und 1und1 verkaufen SSL-ver­schlüs­selte E-Mails im Zuge des PRISM-Skan­dals als sich­er. Dazu der CCC:

Der ange­bliche Vorstoß ist in Wahrheit wohl nur ein scham­los­es Spiel mit dem gesteigerten Prob­lem­be­wußt­sein der Nutzer, das sich durch den NSA-Skan­dal verän­dert hat. Daß die E-Mail-Anbi­eter nun mit dieser betagten Tech­nolo­gie um die Ecke kom­men und sie als bahn­brechende Inno­va­tion verkaufen wollen, hat allen­falls aber einen gewis­sen humoris­tis­chen Effekt.

Kon­stan­tin Klein emp­fiehlt daher erneut posteo.de .

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Was wird denn irgend­wann mal der wirk­lich bessere Ver­schlüss­lungsvorstoß sein? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

MorgenkaffeeSte­fan Nigge­meier zweifelt an der Aus­sagekreft von 47.000 verkauften Welt-Online-Abos.

Land of the free: Der E-Mail-Dienst, den Whistle­blow­er Edward Snow­den gerne ver­wen­det hat, schließt unter Druck der US-Behör­den. Der Besitzer des Dien­stes, Lavar Lev­i­son meint:

Solange es keine klaren Aktio­nen des Kon­gress­es oder der Jus­tiz gibt, kann ich nur jedem drin­gend davon abrat­en, pri­vate Dat­en einem Unternehmen anzu­ver­trauen, das direk­te Beziehun­gen zu den Vere­inigten Staat­en hat.

Der Off­shore-Wind­park Rif­f­gat kann wegen ausste­hen­der Weltkriegsmu­ni­tion­sent­fer­nun­gen erst 2014 in Betrieb gehen. Die Kun­den zahlen dafür.

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Wann kom­men die Amis wohl mal auf den Trichter, ihre Mails nicht mehr in den USA zu spe­ich­ern? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Anlässlich des Todes von Berthold Beitz appel­liert Ulrich Horn dafür, das Wirken von Patri­archen zu beschränken, wenn sie an Gestal­tungskraft ein­büßen.

McDonald’s kooperiert wohl in den USA mit VISA und wollte zeigen, wie man von einem MinimalMcDonald’s-Lohn leben kann — und belegt das Gegen­teil.

Fefe wun­dert sich nicht, dass der Polizist, der eine wehrlose, gefes­selte Frau kranken­haus­reif geschla­gen hat, nur 10 Monate auf Bewährung bekommt — son­st wäre er ja seinen Job los.

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Kann man von Unternehmen gesellschaftliche Ver­ant­wor­tung ein­fordern? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Der großar­tige Antoine Monot jr. hat bei der Tele5-Sendung Playlist mit­gemacht. In dieser Sendung sollen Promi­nente anhand ihrer Lieblingslieder erkan­nt wer­den. Sein let­ztes Liebel­ingslied ist Eine Flasche Bier von Chris­t­ian Steiffen(ab 32:25 Min.) , der in diesem Film­chen als Uru­rurenkel des Klavier­lehrers von Franz Liszt vorgestellt wird. Das Inter­es­sante ist auch, dass dieser Film eine beson­dere Rolle im Film Kaiser­schmar­rn spielt. Damit wird Steif­f­ens Debüt-Sin­gle gle­ich für zwei Kinofilme ver­w­ertet.

Heute starte mit Joiz der ange­blich erste deutsche Social-TV-Sender.

Die WAZ berichtet darüber, was die Senderchefs der Öff­is so neben­bei ver­di­enen.

Und während ich mir die Frage stelle: Scheit­ert das Sozialfernse­hgedöhns ähn­lich wie das Region­alzeitungs­ge­filme? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Was der Kernkritikpunkt an Norbert Lammerts Dissertation ist

Es war abzuse­hen, dass auch bei den Pla­giatsvor­wür­fen gegen die Dok­torar­beit von Bun­destagspräsi­dent Nor­bert Lam­mert irgend­wann Nebelk­erzen gewor­den wer­den. Es ist beze­ich­nend, dass sich der sich selb­st Qual­ität­sjour­nal­is­mus dafür hergibt.

Das Schwierige an der Vertei­di­gung der Pro­mo­tion gegen die Vor­würfe sind diese selb­st. Wie laut­en sie? Im Kern: Lam­mert gibt fremde Rezep­tion­sleis­tun­gen, d.h. die Wieder­gaben gele­sen­er Lit­er­atur, als eigene aus. Kann das nachgewiesen wer­den, sehe ich nicht, wie eine der­ar­tige Promi­tion gehal­ten wer­den kann.

Nun hat Nor­bert Lam­mert gemäß den Vor­wür­fen keine wortwörtlichen Pla­giate began­gen [Kor­rek­tur, 14.00 Uhr: Auch das wird ihm vorge­wor­den, s. S. 100 der Dis­ser­ta­tion]. Auch das Auf­tauchen nahezu iden­tis­ch­er Ver­weise allein ist kein Pla­giat. Die Vor­würfe konzen­tri­eren sich aber spezieller darauf, dass an vie­len Stellen mit anderen Arbeit­en inhalts­gle­iche Analy­sen angestellt wer­den, bei denen inhalts­gle­iche und fehler­gle­iche Fußnoten nahele­gen, dass die dor­ti­gen Angaben und Analy­sen ungeprüft und ohne wis­senschaftliche Eigen­leis­tung über­nom­men wur­den.

Es geht nicht um in den 70er Jahren unter­schiedliche Zitiergepflo­gen­heit­en oder unzure­ichende Einzel­fußnotenkennze­ich­nun­gen, wie die ZEIT seinen Lesern weiß­machen will.

Auch bei der FAZ klingt der Nebelk­erzenar­tikel zu Lam­mert merk­würdig:

Wenig spricht dafür, dass es sich bei Lam­merts Dok­torar­beit um Pla­giate han­delt.

Es reicht ja, wenn irgen­det­was stich­haltig dafür spricht. Aber es wird noch skuril­er:

Wenn es nach dem derzeit­i­gen Ken­nt­nis­stand einen kri­tis­chen Ein­wand gegen diese Dis­ser­ta­tion vorzubrin­gen gäbe, dann wäre es die Fall­studie am eige­nen CDU-Kreisver­band, über dessen Entschei­dung­sprozesse der Autor nicht nur mehr wusste als andere, son­dern an dessen Entschei­dun­gen er auch selb­st beteiligt war.

Und was ist mit dem Kern­vor­wurf, den die Autorin des Artikels nicht ein­mal the­ma­tisiert? Ist der über­haupt zur Ken­nt­nis genom­men wor­den?

Den Vogel schießt allerd­ings Dagob­ert Ernst bei der WAZ ab, der den Lam­mert-Kri­tik­er ein­fach mal mit dem NSA-Skan­dal gle­ich­set­zt, und so einen Täter­tausch her­beiza­ubert:

Auch Pla­giate-Jagd kann zu ein­er Form der Bespitzelung wer­den. Nur dass “Big Broth­er” hier in jedem steckt, der dabei mit­mis­cht.

Bedenkenswert, auch wenn der Zusam­men­hang zur Diskus­sion um Nor­bert Lam­merts Dis­ser­ta­tion nicht klar ist, ist, was Joachim Huber schreibt:

irgend­wann hat es der Dok­toren­stand geschafft, den Nicht- Dok­toren einzure­den, dass der Herr Dok­tor und die Frau Dok­torin etwas Besseres sind. Feingeis­ter, Feinzün­gler, feine Men­schen halt. Poli­tik­er und Dok­tor, diese Kom­bi­na­tion galt bald als unschlag­bar. Deswe­gen diese tiefe Sehn­sucht in den Rei­hen der Kon­ser­v­a­tiv­en und der Lib­eralen nach dem „Dr.“ auf dem Wahlplakat.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Das ganze Inter­net wird überwacht. So neu kommt einem das aber nicht vor. Neu ab heute: Neben dem Recht­sanspruch auf einen Kita-Platz tritt das Leis­tungss­chutzrecht für Pres­sev­er­leger in Kraft und jed­er sollte auf­passen, wie er, wenn er, Pres­sev­er­lagspro­duk­te zitiert und ver­linkt. Don Dahlmann erk­lärt es aus sein­er Sicht:

Ich glaube den Ver­la­gen nichts mehr. Wed­er, dass sie auf Abmah­nun­gen verzicht­en, noch, dass die Autoren, von deren Tex­ten die Ver­lage ja leben, am Ende beteiligt wer­den. Die Kon­se­quenz ist, dass ich wed­er hier, noch in meinen anderen Blogs und Mag­a­zi­nen Links zu deutschen Ver­lags­seit­en set­zen werde. Um rechtssich­er ver­linken zu kön­nen, müsste ich von jedem Ver­lag eine Freiga­be erbeten, das mache ich sich­er nicht. […] Die Ver­lage haben sich mit dem LSR ein Mon­ster erschaf­fen, das nicht zu kon­trol­lieren ist.

Die FAZ hat Blog­ger Fefe zur Hack­er-Kon­ferenz “Black­hat” in Las Vegas geflo­gen, um die dort stat­tfind­ende Stel­lung­nahme des NSA-Geheim­di­en­stchefs Kei­th Alexan­der zu ver­fol­gen. Im eige­nen Blog schreibt er:

Es gab das übliche Pro­gramm, was ich mal als die US-Ver­sion der Zier­cke-Tournee beze­ich­nen will. Inter­net­zen­sur begrün­det man mit Kinder­pornogra­phie, Abschnorcheln begrün­det man mit den Ter­ror­is­ten. Und so was jedes zweite Wort “Ter­ror­ist” in der Keynote. Die seien halt unter uns und da müsse ja jemand was tun. Ob er sich als Befehlsempfänger sieht oder als Akteur kam nicht wirk­lich rüber, weil er jedes Indiz auszuräu­men ver­suchte, dass das in irgen­dein­er Art und Weise moralisch ver­w­er­flich sei, was die NSA da tut. Alles total harm­los! Wir haben da nur ein paar Tele­fon­num­mern und verknüpfen die, und damit geben wir dann wertvolle Hin­weise an das FBI, und die laufen dann mit Nation­al Secu­ri­ty Let­ters los, find­en die Namen der Verdächti­gen, haben dank unser­er Dat­en “prob­a­ble cause” und schick­en dann einen Richter los. Man kön­nte es fast zusam­men­fassen als: Wenn hier ein­er zu viel Macht hat, dann das FBI!1!!

Das fiel ihm wohl auch sel­ber auf, daher schloss sich eine Hol­ly­wood-mäßige Lobeshymne an. Das FBI sei eine großar­tige Behörde, und ihr Leit­er Robert Mueller, das ist ja der toll­ste Mann, den er je ken­nen­gel­ernt hat. Das war echt wie eines dieser schmieri­gen Mak­ing-Of-Trail­er aus Hol­ly­wood. Es sei ein Priv­i­leg und eine Ehre, mit allen diesen tollen Men­schen zusam­men­zuar­beit­en. Alle Mitar­beit­er seien selb­st­lose, ehren­werte Men­schen, die Ameri­ka zu einem besseren Ort machen wollen!

Ulrich Horn fasst kurz zusam­men, wieso allein die Diskus­sion um seine Dok­torar­beit Nor­bert Lam­merts poli­tis­che Kar­riere been­den kön­nte .

Und während ich mir die Frage stelle: Was passiert wohl, wenn die Bösen sich in die NSA ein­hack­en oder Böse bei der NSA arbeit­en? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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