Lesezeichen vom 30. Juni 2013

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  • Thread: Blog­ger vs Jour­na­list — What makes a web­log a web­log? The con­clu­si­on I came to is that it’s the unedi­ted voice of an indi­vi­du­al
  • Fefes Blog — Ich reg mich ja schon seit Tagen über Mer­kel und co auf, die jetzt plötz­lich gerech­ten Zorn über die Schnüf­fe­lei simu­lie­ren, dabei sind sie sel­ber bis zum Hals ver­strickt. Das ärgert nicht nur mich, wie es aus­sieht, Way­ne Mad­son ist auch irri­tiert und packt daher gleich noch paar Details aus:
  • Reak­tio­nen auf Abhör­pro­gramm der NSA gegen EU-Vertretungen — SPIEGEL ONLINE — EU-Parlamentarier sind sau­er, dass sie von den USA abge­hört wur­den. Kann der Fried­rich sich noch­mal hin­stel­len und erklä­ren, wes­we­gen er den USA so dank­bar ist, dass die so viel abhö­ren?
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Lesezeichen vom 29. Juni 2013

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Bekker, Alfred — Der Teufel von Münster

Ich bin doch eini­ger­ma­ßen posi­tiv über­rascht von die­ser Mischung aus Regio­nal­kri­mi und Myste­ry­ge­schich­te. Bek­ker schreibt span­nend und unter­halt­sam, und mit dem Lokal­ko­lo­rit ist Bek­ker auch gut dabei. Dabei fällt die psy­cho­lo­gi­sche Sei­te etwas lasch aus, eini­ge Logik­brü­che sind zu ver­zeich­nen, der Kom­mis­sar ist erstaun­lich limi­tiert und zum Ende geht der Geschich­te die Luft aus. Aber bis dahin wird man gut unter­hal­ten. Nur wie­so das Buch “Der Teu­fel von Müns­ter” heißt, ist mir nicht klar gewor­den.

Zur Geschich­te: Kom­mis­sar und Kri­mi­nal­psy­cho­lo­gin unter­su­chen eine Mord­se­rie zwi­schen Telg­te, Lad­ber­gen und Kat­ten­ven­ne. Als ob das noch nicht sku­ril genug wäre, bekom­men sie Unter­stüt­zung von einem ihrer Pati­en­ten, der sich für eine Sagen­ge­stalt hält. Aller­dings scheint er ab und an mehr zu sehen als die Ermitt­ler.

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Lesezeichen vom 28. Juni 2013

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  • Notes for Sher­lock — At the end of the second sea­son of the excel­lent BBC series Sher­lock, Hol­mes jumps off the roof of a buil­ding in Smit­h­field, Lon­don. Ever sin­ce then, fans of the show have been lea­ving notes near whe­re he would have lan­ded.
  • Whist­leb­lo­wer: Ermitt­lun­gen gegen Ex-Chef des Cyber Com­mand | tagesschau.de — Aus­ge­rech­net der ehe­ma­li­ge Kom­man­deur des US Cyber Com­mand soll gehei­me Details über die Angrif­fe mit dem Virus Stux­net auf Iran aus­ge­plau­dert haben. Dies ver­mu­tet zumin­dest das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um und hat Ermitt­lun­gen gegen den Ex-General ein­ge­lei­tet.
  • Ver­haf­tun­gen in Rom: Wel­che Rol­le spielt die Vati­kan­bank? | tagesschau.de — Papst Fran­zis­kus […] scheint jedes Ver­trau­en in die Ver­ant­wort­li­chen der Bank ver­lo­ren zu haben.
  • Schüs­se am Roten Rat­haus: Poli­zist tötet Nack­ten im Nep­tun­brun­nen — Mann geht auf Poli­zis­ten zu und wird von drit­tem durch Lun­gen­schuss getö­tet. Also, wenn das Not­wehr war, soll­ten wir drin­gendst über den Begriff “Not­wehr” reden.
  • Was Pri­ol und Pel­zig nach der Anstalt vor­ha­ben | MAIN-POST — Bar­was­ser: Eine Gegen­dar­stel­lung zu kas­sie­ren in einer Sati­re­sen­dung ist ein­fach ziem­lich unele­gant (er schmun­zelt).

    Pri­ol: Herr Nie­bel hat es mal ver­sucht (er lacht). Er hat­te mal gesagt, dass von jedem Euro, der in die Ent­wick­lungs­hil­fe inves­tiert wird, zwei Euro zurück­flie­ßen müs­sen an die deut­sche Wirt­schaft. Das habe ich zitiert, und da hat er sich rie­sig auf­ge­kof­fert, hat die Redak­ti­on ange­ru­fen, er woll­te eine Gegen­dar­stel­lung in der nächs­ten Sen­dung. Ich habe unse­rem Redak­teur gesagt: „Sag ihm ein­fach, er möge das Inter­view von sich in der ‘Zeit’ lesen. Da steht der Satz eins zu eins drin.“ Danach war das The­ma durch.

  • Bun­des­tag: Gesetz gegen Inter­net­abzo­cke beschlos­sen | tagesschau.deCDU/CSU/FDP ver­hin­dern Miet­preis­brem­se und stär­ke­re Bestra­fung kor­rup­ter Poli­ti­ker.
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Guten Morgen

Morgenkaffee

Urban Pri­ol und Frank-Markus Bar­was­ser ver­las­sen die Anstalt. Das ZDF wird auch die­se Sen­dung wie­der zu ver­hun­zen wis­sen.

Apro­pos ZDF: Putin wirft dem ZDF vor, Intel­lek­tu­el­le besto­chen zu haben, um sich in der Sen­dung Aspek­te kri­tisch zur Pus­sy Riot-Ange­le­gen­heit zu äußern. Anna Thal­bach hat­te hier­zu in Roche & Böh­mer­mann “einen Witz” gemacht. War aber auch nicht lus­tig.

Bator­man hat auf Jan Hofers Anschul­di­gung geant­wor­tet: Lüg­ner! Angeb­lich soll Hofer geant­wor­tet haben: Doof­kopp! Jo Brau­ner hat inzwi­schen bei­den den Nach­tisch gestri­chen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Plap­pert Putin jetzt schon YouTube-Videos nach? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Oh, Kampf der Tita­nen: Tagesschau-Sprecher Jan Hofer stän­kert gegen Ex-Tagesschausprecher Marc Bator.

Glück­wunsch! Jens Wein­reich hat sein Buch über den IOC durch Crowd­fun­ding finan­ziert bekom­men.

Spa­ni­ens Jugend stürzt ab, so Claus Hecking auf zeit.de

In den USA wird die Homo- der Hetero-Ehe gleich­ge­stellt. Kon­ser­va­ti­ve und Kir­chen bedau­ern die­sen Schritt.

Der Tages­spie­gel erin­nert an die umstrit­te­ne GSG-9-Aktion in Bad Klei­nen vor 20 Jah­ren. Aus­führ­li­cher hier­zu ist die ARD-Dokumentation.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wird Bator­man der neue JBK von Sat1? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Lesezeichen vom 26. Juni 2013

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Wie man aus Kant einen Antisemiten macht

zeigt der Reli­gi­ons­stu­dent Mar­kus Voss-Göschel und bekommt dafür den Franz-Delitzsch-Förderpreis für christlich-jüdische Ver­stän­di­gung. Dabei ist die Grund­la­ge sei­ner Behaup­tun­gen mehr als dürf­tig.

Zum einen ver­weist er auf das Zitat “Jet­zo sind sie die Vam­py­re der Gesell­schaft”, das aller­dings nicht in Kants Schrif­ten auf­taucht, soweit ich weiß, son­dern bei J.F.A. Abbeg, der es Kant zuschreibt. Streng genom­men ist es nur Hören­sa­gen und ent­zieht sich so einer ernst­haf­ten wis­sen­schaft­li­chen Erör­te­rung. Für Voss-Göschel ist dies in öffent­li­chen Äuße­run­gen der ers­te Beleg für Kants Anti­se­mi­tis­mus: Getrat­sche.

Der zwei­te Beleg ist ein Lese­feh­ler Voss-Göschels

Kant bezeich­net die Juden als ‘Vam­py­re der Gesell­schaft’ und for­dert ‘die Eutha­na­sie des Juden­tums’!”, nennt Mar­kus Voss-Göschel zwei Bei­spie­le für die zum Teil extre­men anti­se­mi­ti­schen Äuße­run­gen in Kants Schrif­ten.

Kant for­dert nichts der­glei­chen. Aller­ding meint er, ein Über­gang zur “rei­nen mora­li­schen Reli­gi­on” aus dem Jugend­tum her­aus, sei die Eutha­na­sie, d.i. der sanf­te Tod, des Jugend­tums:

Die Eutha­na­sie des Juden­t­h­ums ist die rei­ne mora­li­sche Reli­gi­on mit Ver­las­sung aller alten Sat­zungs­leh­ren, deren eini­ge doch im Chris­tent­hum (als mes­sia­ni­schen Glau­ben) noch zurück behal­ten blei­ben müs­sen: wel­cher Sec­ten­un­ter­schied end­lich doch auch ver­schwin­den muß und so das, was man als den Beschluß des gro­ßen Dra­ma des Reli­gi­ons­wech­sels auf Erden nennt, (die Wie­der­brin­gung aller Din­ge) wenigs­tens im Geis­te her­bei­führt, da nur ein Hirt und eine Heer­de Statt fin­det.

Voss-Göschel bringt Anti­si­mi­tis­mus in die­sen Kon­text, nicht Kant. Es wird halt das gefun­den, was man fin­den will. Wenn die­se Erör­te­run­gen stell­ver­tre­tend sind für die Wis­sen­schaft­lich­keit der Erör­te­rung, dann bleibt da nicht viel. Aber hören wir dem Nach­wuchs wei­ter zu:

Über Kant gibt es so vie­le Abhand­lun­gen, doch bis­her gab es kei­ne kla­ren Ant­wor­ten dar­auf, wie genau er Reli­gi­on defi­niert

sagt Voss-Göschel.

Das bezweif­le ich, und viel­leicht hät­te er da lie­ber Kant selbst gele­sen als Abhand­lun­gen, denn bei Kant fin­det sich z.B. die­se Defi­ni­ti­on:

Reli­gi­on ist (sub­jec­tiv betrach­tet) das Erkennt­niß aller unse­rer Pflich­ten als gött­li­cher Gebo­te *)[Fuß­no­te aus­ge­las­sen]. Die­je­ni­ge, in wel­cher ich vor­her wis­sen muß, daß etwas ein gött­li­ches Gebot sei, um es als mei­ne Pflicht anzu­er­ken­nen, ist die geof­fen­bar­te (oder einer Offen­ba­rung benö­thig­te) Reli­gi­on: dage­gen die­je­ni­ge, in der ich zuvor wis­sen muß, daß etwas Pflicht sei, ehe ich es für ein gött­li­ches Gebot aner­ken­nen kann, ist die natür­li­che Reli­gi­on.

Und weil Voss-Göschel wohl Kants Reli­gi­ons­be­griff nicht geläu­fig ist, ver­steigt er sich laut israelogie.de zu die­ser Äuße­rung

Für Kant ist das Juden­tum ein absur­des und sinn­lo­ses Geset­zes­werk ohne mora­li­schen Bezug und daher eigent­lich kei­ne Reli­gi­on

und fol­gen­der gänz­lich aus den Fin­gern gezo­ge­nen Behaup­tung

Er [Kant] habe sich nicht die Mühe gemacht, sei­ne jüdi­schen Freun­de zu fra­gen, wor­um es im Juden­tum geht, son­dern auf ekla­tan­ten Falsch­in­for­ma­tio­nen auf­ge­baut.

Eine Behaup­tung ohne Beleg, ein­fach mal so raus­spe­ku­liert. Die Aus­sa­ge, Kant hat heim­lich bis ins hohe Alter am Dau­men genu­ckelt, besitzt in etwa den­sel­ben Wahr­heits­wert. Ernst­haf­te Wis­sen­schaft ist etwas ganz ande­res.

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