Lesezeichen vom 12. April 2013

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Lauter Loser

Neulich traf ich Gott in mein­er Stammkneipe und zwis­chen Bier und Korn kamen wir ins Gespräch.

Sag mal, was ist denn da oben eigentlich los? Ein sparsüchtiger Argen­tinier wird Papst, durch die Wirtschaft ver­lot­tert die Moral und das Wet­ter passt doch auch vorne und hin­ten nicht.”

- “Ach, hör bloß auf!”

Na, sag doch!”

- “Das war damals wun­der­bar geplant: Die Moral wird an die Kirche out­ge­sourced und wir kön­nen uns da oben einen schö­nen Lenz machen, uns mehr um das Große und Ganze küm­mern, du ver­stehst?”

Das Große und Ganze?”

– “Ich wollte eine zweite Welt erschaf­fen, mit weniger Bugs. So mit stärk­erem Prozes­sor, aber dieses Mal intern, nicht extern, ver­stehste, geil­erer Grafik sowieso, aktuellere Net­zw­erk­tech­nik, bessere Kon­den­satoren, sowas halt – und irgend­wo energies­paren­der.”

Woran haperte es denn?”

– “Ja, kon­nte unsere­ins denn ahnen, dass man wegen dem Alt­teil da immer um Sup­port gebeten wer­den? Dauernd zankt sich wer, dauernd verzweifelt wer, dauernd wun­dert sich ein­er, dass er das Teil wirk­lich kaputt machen kann, wenn er nur will. Und um die Weit­er­en­twick­lung küm­mert sich kein­er so recht, nur um Unter­hal­tung.”

Aber die Reli­gio­nen ver­suchen ja immer­hin, den Laden zusam­men zu hal­ten.”

- “Ja, genau! Was die Reli­gio­nen sich da zusam­men­spin­nen, das hälst du doch im Kopf nicht aus. Das soll ange­blich alles auch noch gesagt und befohlen haben. Na, schö­nen Dank auch. Als hätte ich nichts besseres zu tun als tausend­seit­ige Betrieb­san­leitun­gen rauszugeben. Und da soll ich mich auch noch ums Wet­ter küm­mern. Ja, bin ich denn der Haus­meis­ter, oder was? Ich habe sowas kom­plex­es wie die Erdanziehungskraft ertüftelt, aber auf die Idee, einen Haus­meis­ter einzustellen, bin ich nicht gekom­men, oder was? Ich hab’ ein­fach keine Lust mehr. Macht euern Kram doch alleine.”

Betrübt schaute ich auf die trock­nen­den Bier­schaum­spuren am oberen Rand meines Glases bis mich der Gläs­er putzende Bar­keep­er antippte: “Lass ihn ein­fach, heute ist nur ein­er dieser Tage.”

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Ingo Arend weist darauf hin, das das Rijksmu­se­um in Ams­ter­dam wieder­eröffnet wird, wenn auch eine kri­tis­che Selb­stre­flex­ion der Muse­ums­mach­er aus­bliebe. Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung ist aber ist ohne­hin keine Stärke der Nieder­län­der.

In Arkansas ist irgend­wie in Wohnge­bi­eten Öl aus­ge­laufen. EXXON ist an ein­er Infor­ma­tionsver­bre­itung hierzu wohl nicht son­der­lich inter­essiert.

Gestern hat­te ich es ja noch über die schwachen Texte des Spiegels, dieser rei­ht sich ein: Der München­hausen-Check, wobei der Autor offen­bar gar nicht ver­ste­ht, worauf Eri­ka Stein­bach mit Wer schützt eigentlich die Ver­fas­sung vor den Ver­fas­sungsrichtern? anspielt. Besser­wis­serisches, unge­bildetes Blabla.

Thier­ry Chervel meint, der SPIEGEL habe größere Baustellen zu bewälti­gen als die Beset­zung der Chefredak­teur­sposten.

Und während ich mir die Frage stelle: Wird es eine SPIEGEL-Wende geben? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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