Fischer, Marc – Die Sache mit dem ich

Marc Fis­ch­er nahm sich 2011 das Leben. Zudem ver­lor er sich in sein­er selb­st so genan­nten “Fis­cher­welt”, dass jede nähere Befas­sung mit ihm und diesem Buch nicht unbe­d­ingt zu guter Laune führt. Dem Leser bleibt bei all den in diesem Buch ver­sam­melten Reporta­gen Fis­ch­ers die Frage, was schief gelaufen ist. Und die Frage, warum einen diese Frage umtreiben sollte. Ich ver­mag wed­er die eine, noch die andere gut zu beant­worten. Der Popjour­nal­is­mus, den er hier ver­tritt, hat dur­chaus Ansätze von Hal­tung (wie im bestechen­den Text über Kat­ja Rie­mann), aber eine zufrieden­stel­lende Aus­sage finde ich nir­gends.

Peter Lau schreibt:

T. glaubt eben­falls, dass Berlin Fis­ch­er nicht gut­ge­tan hat. „Wer zieht denn hier hin? Die Män­ner, die sich um ihre Frauen und ihre Kinder küm­mern, die bleiben in Solin­gen oder in Nürn­berg. Nach Berlin gehen die, die etwas erleben wollen und sich für großar­tig hal­ten. Und das sind dann die Leute, die in den Medi­en unser Bild von der Welt prä­gen. Marc hat­te oft Fre­un din­nen mit Kindern, er mochte Kinder. Aber er hielt sich trotz­dem alles offen. Er hat­te, glaube ich, dieses Gefühl: Wenn ich mal groß bin, habe ich auch Kinder. Als er merk­te, dass er schon groß war, war das für ihn ein Schock. Marc war let­ztlich ein sehr ein­samer Men­sch. Und er ist gestor­ben, weil kein­er auf ihn aufgepasst hat. Das kann auch kein Arzt. Das müssen Fre­unde machen, dafür sind Fre­unde da.“

Ich weiß nicht, was man außer­halb der Berlin-Blase mit Fis­ch­ers Erbe anfan­gen kann.

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Cor­nelius Wül­lenkem­per: Zwis­chen Welt­beobach­tung und Pro­jek­tion
Peter Lau: Woran starb Marc Fis­ch­er? in: brand eins. Heft 2/2012, S. 152–162 (Ver­such ein­er jour­nal­is­tis­chen Würdi­gung und Erk­lärung Fis­ch­ers)

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Kom­men wir mal zu den Alt­las­ten des ver­gan­genen Jahres: Bermerkenswert ist, das Denis Scheck, dessen Lit­er­atur­tipps ich noch nie befol­gt habe, bis auf Joanne K- Rowl­ing die gesamte SPIEGEL-Best­sellerliste ver­reißt. Und Rowl­ing werde ich auch nicht lesen.

Da hat die öffentlich.rechtliche Gehirn­wäsche aber gut funk­tion­iert: WDR-Chefredak­teur Jörg Schöneborn nen­nt die Rund­funk­t­ge­bühr (“GEZ”) eine “Demokratie-Abgabe. Das ist auch so zíem­lich der mieses­te Neusprech, den ich mir für diese Steuer vorstellen kann.

Zum Gruseln: Die Neu­jahrsansprache an die bayrische Piraten­partei.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie kam es eigentlich dazu, dass die Öff­is, die für öffentliche Kri­tik da sein sollen, sich selb­st aller Kri­tik entledigt sehen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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