Wo es bei der Leistungsschutzrecht-Pro-Argumentation auch noch hakt

Es ist ja nicht nur so, dass die Zei­tun­gen gera­de, was die Bericht­erstat­tung über das Leis­tungs­schutz­recht angeht, auf eine ange­mes­se­ne Dar­stel­lung der Gegen-Argumente ver­zich­tet, son­dern sie durch­leuch­ten die Pro-Argumente auch nicht.

Es wird gesagt, Goog­le ver­die­ne durch Verlagstext-Snippets Geld. Mitt­ler­wei­le wird weni­ger Goog­le News dafür ange­führt, son­dern die Such­funk­ti­on Goo­g­les. Und in der Tat tau­chen in der Such­an­zei­ge Goo­g­les Snip­pets auf und Wer­be­an­zei­gen Goo­g­les. Wei­ter­füh­rend wird gesagt, Goog­le hal­te durch die Snip­pets Leser auf, die eigent­li­che Sei­te zu besu­chen. Das ist ein merk­wür­di­ges Argu­ment.

Es ist merk­wür­dig, weil – gegen den Fall, es wäre ein sinn­vol­les Argu­ment – es dazu füh­ren wür­de, dass der Umstand, dass eine Infor­ma­ti­on jeman­den anders davon abhält eine Sei­te anzu­steu­ern, unrech­tens wäre. Genau­so müss­te dann ein Satz der Form “x ist ein schlech­ter Arti­kel” unrech­tens sein. Und so kämpf­ten die Ver­la­ge gegen die Mei­nungs­frei­heit.

Daher soll­te man die­ses Argu­ment schleu­nigs­tens in der Schub­la­de ver­schwin­den las­sen. Kom­men wir zur Such­sei­te. Hier stellt sich die Fra­ge, ob die Kontra-Leistungsschutzrechtler Recht haben mit ihrer Argu­men­ta­ti­on Volenti-non-fit-inuria.

Ver­le­ger wer­ben für ihre Waren mit genau den Anga­ben, die Goog­le auf der Such­sei­te dar­stellt. Durch die­se Ver­le­ger­wer­bung wird der Groß­teil der Leser über­haupt erst auf die Sei­ten der Ver­le­ger gebracht. Den­noch haben die Ver­la­ge nicht ihre Zustim­mung dazu gege­ben, dass die­se Anga­ben selbst auch auf Goog­le erschei­nen und Goog­le neben die­sen Anga­ben durch Wer­bung Geld finan­ziert.

Ja, die Ver­la­ge könn­ten durch einen klei­nen Hand­griff die­ses unter­bin­den, man muss ihnen das aber recht­lich nicht auf­drän­gen, schließ­lich ist dies eine von Goog­le initi­ier­te Akti­on.

Wir ste­hen dem­nach vor der Situa­ti­on, dass die Ver­la­ge wei­ter­hin so von Goog­le indi­ziert wer­den wol­len wie bis­lang, aller­dings für die Wer­be­ein­nah­men, die Goog­le auf der Such­sei­te ein­nimmt, antei­lig Geld sehen will.

Nun sind Ver­lags­sei­ten nicht die ein­zi­ge, die in Goo­g­les Such­funk­ti­on auf­tau­chen. Genau­so zäh­len pri­va­te Sei­ten dazu, nicht ver­lags­kom­mer­zi­el­le und staat­li­che. Goog­le soll­te ent­spre­chend eines Leis­tungs­schutz­rech­tes dann in jedem Fall zah­len, wenn eine Such­sei­te ein­deu­tig Ver­lags­in­hal­te anzeigt und weil dann ein­deu­tig durch Ver­lags­in­hal­te eine Wer­bung inter­es­sant wird, zah­len. Die­ser Fall ist kaum aus­zu­ma­chen, wel­cher Begriff ist schon ein­deu­tig ein Ver­lags­be­griff, mal abge­se­hen von “Leis­tungs­schutz­recht”?

Jedem Dis­ku­tan­ten dürf­te dem­nach klar sein, dass eine Argu­men­ta­ti­on für ein Leis­tungs­schutz­recht ekla­tant schwie­ri­ger wird, wenn man auf die Such­ergeb­nis­sei­te Goo­g­les refe­ren­ziert.

Oft­mals sind die Such­ergeb­nis­se ganz gemischt, was die Art ihrer Erzeu­ger angeht. Oft­mals ver­wen­den Inter­net­nut­zer einen Wer­be­blo­cker, der aus­schließt, dass Goog­le auf ihrer Such­sei­te bei die­sem Inter­net­nut­zer durch Wer­bung Geld ver­die­nen kann. Man kommt unaus­weich­lich zur Fra­ge: Lässt sich der Vor­wurf, den Ver­le­ger Goog­le machen, über­haupt anhand eines ein­zi­gen Bei­spiels dar­le­gen oder reden wir hier die gan­ze Zeit über Wind­müh­len?

Aktua­li­sie­rung

Oh, ich glau­be, das soll die Ant­wort auf mei­ne Fra­ge sein:

http://twitter.com/#!/Isarmatrose/status/276733823276961792

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