Schoeps, Julius H. — Leiden an Deutschland

Dieses Buch ist 1990 veröf­fentlicht wor­den und ich habe es seit den 90ern irgend­wo im Büch­er­schrank gelassen. Anfangs dachte ich, dem The­ma nicht son­der­lich gerecht zu sein, was dur­chaus zutr­e­f­fend gewe­sen ist. Inzwis­chen sehe ich das anders und gott­sei­dank hat dieses Buch nichts an sein­er Aus­sage ver­loren. Ger­ade in der heuti­gen Zeit, in der mit der Beschnei­dungs­de­bat­te ein Kern der jüdis­chen Reli­gion zur Dis­po­si­tion ste­ht, ist dieses Büch­lein ein unge­mein wertvolles Doku­ment.

Das liegt daran, dass Schoeps ein­er­seits ein sprach­lich­er Vir­tu­ose ist und ander­er­seits keine Scheu vor deut­lichen Worten und schar­fen Analy­sen hat. Bei diesen ist man ver­wun­dert, dass das Buch schon 22 Jahre alt ist.

Etwas unklar bleibt mir Schoeps Hal­tung von “Deutschen” und “Juden” und der zu sein­er Zeit fest­gestell­ten Nicht­in­te­grier­barkeit. Mir kommt der Begriff der “Deutschen” schlicht zu undif­feren­ziert vor. Auch andere Grup­pen, auch Deutsche in Teilen Deutsch­lands, die nicht ihre Heimat sind, kön­nen von Inte­gra­tionsprob­lematiken ein Lied sin­gen. Es ist fraglich, ob die Ref­erenz “Deutsche” in dieser Hin­sicht nicht schlicht zu pauschal und schwarz­ma­lerisch ist, um das Prob­lem des Fremd­seins im eige­nen Land zu fassen.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Auch nach Wei­h­nacht­en kann man Geschenke verteilen: Rösler und Alt­maier ver­sor­gen ver­di­ente Parteikol­le­gen mit Posten.

Beim Fluter schreibt Felix Mahlwinkel unter Pseu­do­nym über die Scham, die eine Kind­heit in Armut begleit­et.

Friede­mann Karig wid­met sich der Sil­vester­para­noia, unbe­d­ingt am let­zten Tag des Jahres was Bedeu­tungsvolles vor zu haben.

Anneke Bok­ern schließt ihr Blog. Danke für den Fisch.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist es eigentlich out, sich über diese Poli­tik­mauscheleien aufzure­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Fröhlich, Axel und Oliver Kuhn — Die große Brocklaus: Das komplett erfundene Lexikon

Die Wei­h­nacht­szeit endet so langsam, Zeit für Geschenkkri­tik: Woan­ders als Buch des Tages gewürdigt sprang bei mir beim großen Brock­laus der Funke oder wie man mag die Laus nicht über. 6 oder 7 mal irgend­was ange­le­sen und wegen zu gewoll­ter Lustigkeit umge­hend weggelegt. Taugt nicht mal als Klolek­türe und dem Rezensen­ten stimme ich zu, der schreibt: “Zum Ver­schenken nicht geeignet.”

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Haeusler, Tanja & Johnny – Netzgemüse

Wei­h­nacht­en ste­ht vor der Tür und vielerorts wer­den nun die Buch­lä­den durch­stöbert, um inter­es­sante lit­er­arische Sachen aus­find­ig zu machen. Ich habe mir mal Net­zgemüse von Tan­ja und John­ny Haeusler, der auch unter spreeblick.de blog­gt, angeschaut. In diesem Fall ist es vielle­icht hil­fre­ich, die bei­den erst selb­st zu Wort kom­men zu lassen:

Jet­zt kann man zunächst ein­mal fest­stellen, dass es hier eine dicke Mark­tlücke gibt. Das Inter­net ist in vie­len Facetten nicht leicht zu ver­ste­hen. Das macht beson­ders dann Prob­leme, wenn Eltern darüber nach­denken, wie sie ihre Kinder im Inter­net begleit­en. Und das tut Not, denn im Inter­net lauern rechtliche und per­sön­liche Gefahren. Ander­er­seits bewe­gen sich Inter­net­nutzer ziem­lich frei und unge­bun­den durch das Netz. Worauf sollen sich Eltern daher ein­stellen?

Das ist in etwa die Frage, der das Ehep­aar Haeusler nachge­ht. Sicher­lich ist das Buch so geschrieben und wird so präsen­tiert, dass es sich irgend­wie ren­tiert. Insofern ist dieser Ein­trag auch schon wieder eine Form von Wer­bung. Aber ander­er­seits bin ich davon überzeugt, dass das Buch die Auf­gabe, Eltern für ihre Auf­gabe, Kinder im Umgang mit dem Inter­net ver­ant­wor­tungsvoll zu begleit­en, gut erfüllt.

Jet­zt kön­nte ich auch am Buch rum­mosern über manchen gram­ma­tisch nicht ganz so per­fek­ten Satzbau, verkürzte und somit falsch wirk­ende Darstel­lun­gen oder den Begriff Net­zgemüse, der mich das ganze Buch gestört hat. Da mein Fokus aber darauf gerichtet ist, her­auszufind­en, ob dieses Buch Eltern eine Hil­fe sein kann, schiebe ich das mal ganz bei­seite.

Und wenn das erst­mal bei­seite geschoben ist fällt zunächst die große Band­bre­ite auf, die das Buch umfasst: Es han­delt den Umgang mit Com­put­er­spie­len, ille­gale Down­loads, Inter­net­di­en­sten, Blogs, Mob­bing, Pseu­do­ny­men, sozialen Kom­pe­ten­zen, Taschen­geld, Smart­phones und und und ab. Ich habe auf Anhieb nichts gefun­den, was ich ver­misse. Alle The­men wer­den zwar nur angeris­sen und Beispiele und Lösungsan­sätze von wirk­lich schwieri­gen Prob­le­men kom­men nicht vor. Das ist aber für ein Eis­ntiegs­buch in die Materie nicht weit­er schlimm. Die Frage wäre eh, ob man ein solch­es Buch nicht über­frachtete, wenn man zu viele Lösun­gen anbi­eten wollte.

Was ich sehr überzeu­gend finde, ist, dass die Autoren heik­le The­men wie Pornografie im Inter­net, die von Jugendlichen kon­sum­iert wer­den kann, nicht umschif­f­en.

Das Buch braucht zwar etwa 100 Seit­en um richtig in Schwung zu kom­men, trifft aber dann den richti­gen Ton. Wer also Eltern ken­nt oder sel­ber erze­hungs­berechtigt ist, dem lege ich dieses Buch wärm­stens ans Herz.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Süd­ko­rea hat mit Park Geun Hye ihr erstes weib­lich­es Staat­sober­haupt gewählt.

Patrick Beuth erläutert die Fehler beim aktuellen Ver­such, neue AGB für Insta­gram einzutüdeln. Mir ist nur völ­lig unklar, weswe­gen es ein Fehler sein sollte, sein Kon­to bei Insta­gram zu löschen oder weswe­gen man nicht annehmen kann, dass ein freier Dienst im Inter­net über­leben kann, ohne die Dat­en sein­er Nutzer zu verkaufen.

Google ver­fol­gt live den Wei­h­nachts­mann.

Vor 200 Jahren veröf­fentlicht­en die Gebrüder Grimm ihr erstes Märchen­buch.

Und während ich mir die Frage stelle: Hatten’s die Grimms nicht so mit Wei­h­nacht­en? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Süd­ko­rea hat mit Park Geun Hye ihr erstes weib­lich­es Staat­sober­haupt gewählt.

Patrick Beuth erläutert die Fehler beim aktuellen Ver­such, neue AGB für Insta­gram einzutüdeln. Mir ist nur völ­lig unklar, weswe­gen es ein Fehler sein sollte, sein Kon­to bei Insta­gram zu löschen oder weswe­gen man nicht annehmen kann, dass ein freier Dienst im Inter­net über­leben kann, ohne die Dat­en sein­er Nutzer zu verkaufen.

Google ver­fol­gt live den Wei­h­nachts­mann.

Vor 200 Jahren veröf­fentlicht­en die Gebrüder Grimm ihr erstes Märchen­buch.

Und während ich mir die Frage stelle: Hatten’s die Grimms nicht so mit Wei­h­nacht­en? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Hawk­eye empört sich über den Qual­ität­sjour­nal­is­mus beim SPIEGEL. Ich erwarte ja vom SPIEGEL seit Jahren nichts mehr als Klick­i­bun­ti­jour­nal­is­mus. Solche Ver­fehlun­gen kom­men im *hust* kri­tis­chen *hus­thus­thust* Spiegel­blog selb­stver­ständlich nicht vor. Noch so ein Wort, dass in den Hän­den von SPIEGELjour­nal­is­ten zer­bröselt.

Quelität­sjour­nal­is­mus find­et heute eben woan­ders statt: Z.B. Christoph Koit­ka beim fluter mit seinem Artikel, wie man in Herten ver­sucht, bess­er mit Asyl­be­wer­bern umzuge­hen.

Der fefe des Tages ist die Mel­dung des Guardians, dass HSBC für amerikanis­che Behör­den zu wirtschaftswichtig sei, um gegen sie juris­tisch vorzuge­hen: Too big to jail.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat schon ein­mal ein Mag­a­zin seine Rep­u­ta­tion so schnell der kat­pi­tal­is­mus­förder­lichen Effek­thascherei geopfert? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Beim Spiegel­blog kri­tisiert man die Spiegel-Online-Analyse des Mol­lath-Skan­dals.

Mike Szy­man­s­ki sieht See­hofer mit sein­er Parteifre­und­watschen, die man bei der CSU noch kri­tik­los hin­nimmt, auf einem absteigen­den Ast.

Der Bun­desrat beschließt einen NPD-Ver­bot­santrag.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist die inzwis­ch­ene Wis­chi­waschigkeit des Spiegel auf Ber­tels­mann zurück­führbar? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee Die Welt zieht eine Mauer hoch führt heute eine Pay­wall ein. Nicht inno­v­a­tiv und – was mich ange­ht (die Welt über­flutet ger­ade meinen Google+-Zugang mit Abo-Wer­bung) – auch nicht überzeu­gend. Die WELT stand immer für Gefäl­ligkeit­sjour­nal­is­mus.

Dichter Durs Grün­bein set­zt sich für den Erhalt des Suhrkamp Ver­lags aus.

Über Kairo berichtet die ägyp­tis­che Autorin Mansura Esed­din in der NZZ.

Und während ich mir die Frage stelle: Wenn allen­thal­ben vom Nieder­gang der Ver­lage aus­ge­gan­gen wird, wieso über­rascht es, dass Suhrkamp den Anfang machen kön­nte? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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