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Guten Morgen

Morgenkaffee

Ulrich Horn unkt, dass die Ruh­ge­biets­städ­te so run­ter­ge­kom­men sind, dass man bald aus Köln und Düs­sel­dorf Erleb­nis­fahr­ten dort­hin oran­gi­sie­ren wer­de.

Gift im Cock­pit
, klingt wie eine TKKG-Folge, wird aber im Bun­des­tag unter­sucht.

Utopia.de stellt Palmöl-Produktalternativen vor. Da merkt man erst ein­mal, wo Palm­öl überal drin ist. Und Sie wun­dern sich, dass die Ja-Magerine so bil­lig ist.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wann gibt’s denn mal einen tren­di­gen Öko-Einkaufsoptimismus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Christoph Süß – Morgen letzter Tag!

- Ich und Du und der Welt­un­ter­gang

Chris­toph Süß ist wohl der geist­reichs­te unter den Humo­ris­ten im deut­schen Fern­se­hen, was er wöchent­lich in der Politik-Satire-Sendung quer unter Beweis stellt. Mit Mor­gen letz­ter Tag! legt er sein zwei­tes Buch vor.

Und gleich zu Beginn ent­schul­digt er sich: Eigent­lich wol­le er zu weni­ger Kon­sum auf­ru­fen, aber als Autor sei es dann doch sein Bestre­ben, dass zumin­dest sein Buch sich ordent­lich ver­kauft – sonst nimmt man sei­ne Gedan­ken, die sich hier­in ver­ber­gen, nicht wahr. Ein Bekennt­nis zum Wider­spruch, in dem man heut­zu­ta­ge oft­mals lebt. Aber Bücher kos­ten halt Geld, was will man da machen?

Damit, dass das Buch Geld kos­tet, wird der Leser weni­ger ein Pro­blem haben. Eher schon mit dem Anbie­dern an die Phi­lo­so­phie, das Süß unter­nimmt, was dem Buch einen scha­len Bei­ge­schmack hin­zu­fügt. Es sei aber zunächst ein­mal fest­ge­hal­ten: Das Buch unter­hält den Leser vor­züg­lich, ist flott geschrie­ben, wie man so schön sagt, und die Vampir-Zombie-Theorie am Ende des Buches fand ich auch irgend­wo wit­zig.

Ja, Witz, den hat der, der Süß. Sei­ne Sym­pa­thie­wer­te wer­den nicht lei­den durch die­sen Schmö­ker. Aber das mit der Phi­lo­so­phie, das soll­te er viel­leicht doch etwas nied­ri­ger hän­gen. Ab Sei­te 85 geht er der Fra­ge nach, ob es eine ver­nünf­ti­ge Moral gäbe. Aber bei der Beant­wor­tung die­ser Fra­ge über­nimmt sich Süß dann doch maß­los. Sie passt eh nicht in die­ses Buch. Sein Kant-Rawls-Namedropping und sein Ste­hen­blei­ben beim mora­li­schen Kon­trak­tua­lis­mus und Rechts­po­si­ti­vis­mus wer­den der The­ma­tik nicht gerecht und es wird auch nicht klar, wie weit Süß die­se The­ma­tik durch­drun­gen hat oder nicht.

Gleich nach die­sem Kapi­tel nimmt das Buch aber wie­der an Fahrt­wind auf, man soll­te sich also nicht täu­schen las­sen, dass Süß der Wind aus den Segeln gekom­men wäre. Süß’ Lösun­gen zur Fra­ge, wie man sich heu­te ver­hal­ten soll, wenn man dem idea­len Ver­hal­ten eines ver­ant­wor­tungs­voll geführ­ten Lebens immer stark hin­ter­her­hinkt, über­zeu­gen nicht, denn es läuft ledig­lich dar­auf hin­aus, die­ses Hin­ter­her­hin­ken zu akzep­tie­ren.

Dabei ist das Gespenst, das Süß an die Wand malt, nicht von Pap­pe:

Das Wachs­tum, das der Welt­be­völ­ke­rung, aber auch das von dem, was man im wei­tes­ten Sin­ne als “Fort­schritt” bezeich­nen kann, ist direkt an unse­ren Ener­gie­ver­brauch gekop­pelt. […] Kommt es zu einer “Ver­rin­ge­rung” (die Anfüh­rungs­zei­chen ste­hen wegen der im Begriff “Ver­rin­ge­rung” ver­steck­ten Scheuß­lich­kei­ten), wird es auch zu einer “Ver­rin­ge­rung” der Welt­be­völ­ke­rung kom­men. Ohne fos­si­le Brenn­stof­fe ist es wahr­schein­lich nur mög­lich, etwa 1,5 Mil­li­ar­den Men­schen zu ernäh­ren. […] Die Krie­ge, die in die­sem Jahr­hun­dert die Men­schen zu dezi­mie­ren dro­hen (zusam­men mit den Hun­gers­nö­ten und ande­ren Grau­sam­kei­ten), wer­den den letz­ten Meta­krieg lei­der an Schreck­lich­keit wohl weit über­bie­ten. (S. 146f.)

Wenn das mal nicht dra­ma­tisch klingt. Süß bringt den Leser sehr gut dazu, sich selbst mit dem The­ma zu befas­sen. Und was kann ein Mode­ra­tor mehr haben wol­len?

Was ein Phi­lo­soph mehr haben soll­te, ist eine auf den Punkt genaue Aus­drucks­wei­se. Und die fehlt die­sem Buch lei­der etwas. Denn eigent­lich geht es um die Fra­ge: Wie gehe ich mit Wider­sprü­chen in mei­nem Leben um?, was eine eher prak­ti­sche und nicht phi­lo­so­phi­sche Fra­ge ist. Da wäre zunächst ein­mal im jewei­li­gen Fall zu klä­ren, ob ein Wider­spruch vor­liegt oder nur ein schein­ba­rer Wider­spruch.

Kon­kret: Es ist nicht grund­sätz­lich mora­lisch ver­werf­lich, Fleisch zu essen. Es ist schließ­lich irgend­wo auch ein natür­li­ches Ver­hal­ten. Aller­dings ist es mora­lisch durch­aus gebo­ten, dar­über nach­zu­den­ken, wie der eige­ne Fleisch­kon­sum aus­sieht? Schlägt man im Super­markt immer zu, wenn es bil­ligs­tes Fleisch gibt? Dann stimmt man womög­lich zu, dass Tie­re unter schreck­lichs­ten Bedinun­gen abge­schlach­tet wer­den.

Wenn man Fleisch­essen dem­nach als eine mora­li­sche Pro­ble­ma­tik auf­fasst, kann man Fleisch essen, auch wenn einem Tie­re nicht egal sind. Dar­in besteht kein Wider­spruch. Dem Gedan­ken nach ein­fa­cher wäre es, vege­ta­risch zu leben, und so auf Kos­ten weni­ger Tie­re zu leben. In der Pra­xis scheint die­se Lebens­wei­se aber ein­fach schwie­ri­ger zu sein.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Bei der Frank­fur­ter Rund­schau beschreibt man die poli­ti­sche Wand­lung von Gui­do Wes­ter­wel­le.

Ulrich Horn kon­sta­tiert, dass sich Duis­burg auch nach dem poli­ti­schen Wech­sel wei­ter im Sink­flug befin­det.

Der Sän­ger Andy Wil­liams ist gestor­ben.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wel­che Wahl­kampf­rol­le über­nimmt Wes­ter­wel­le denn bei der kom­men­den Bun­des­tags­wahl? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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  • Digi­ta­le Demenz” von Man­fred Spit­zer – Kru­de Theo­ri­en, popu­lis­tisch mon­tiert – sueddeutsche.de – Wer­ner Bar­tens über über Spit­zer: “Weil vie­le Eltern anläss­lich der Gier ihrer Kin­der nach iPad, Wii oder Lap­top hilf­los sind, hat Spit­zer immensen Erfolg. Auf­ru­fe zum Ver­zicht und eine Päd­ago­gik der Mäßi­gung waren immer popu­lä­re The­men der Sach­buch­li­te­ra­tur. Gepaart mit Medi­en­kri­tik und der Sehn­sucht, durch Aus­schal­ten auch abzu­schal­ten und zu inni­ger Kon­tem­pla­ti­on sowie Kon­zen­tra­ti­on auf das Wesent­li­che zu fin­den, haben sich die Wer­ke von Neil Post­man bis Nicho­las Carr gut ver­kauft. Die­se Bedürf­nis­se bedient Spit­zer zuver­läs­sig und immer mit dem Impuls des Wel­ten­ret­ters. Nur argu­men­tiert er dabei so bizarr, ober­fläch­lich und mit ver­zerr­ten Bezü­gen, dass es selbst den glü­hends­ten Anhän­gern sei­ner Ide­en schwer­fal­len soll­te, ihm in die­sem Buch zu fol­gen. “Das eigent­li­che Pro­blem liegt dar­in, das Spit­zer in der Pro­vinz, durch die er so ger­ne tourt, so kri­tik­frei ange­nom­men wird. Zu Las­ten der Kin­der.
  • Such-Neutralität: Goog­le ist weder demo­kra­tisch noch neu­tral | ZEIT ONLINE – Kai Bier­mann meint, Goog­le suche nicht für den Anwen­der, son­dern fil­te­re Inhal­te. Über einen Unter­schied.
  • Harald Staun über Man­fred Spit­zers „Digi­ta­le Demenz“: Mein Kopf gehört mir – FAZ – Spit­zers Buch, das sich inner­halb weni­ger Tage an die Spit­ze der Best­sel­ler­lis­te schob, ist nur das neu­es­te Bei­spiel für den Auf­stieg der Hirn­for­schung zur zustän­di­gen Instanz für die Beant­wor­tung gesell­schaft­li­cher Fra­gen. Das Ver­spre­chen, das sie gibt, ist nicht nur jenes von der „Les­bar­keit des Men­schen“, wie Andre­as Ber­nard kürz­lich im Maga­zin der „Süd­deut­schen Zei­tung“ schrieb, son­dern, wie man an Spit­zers Selbst­ver­ständ­nis erken­nen kann, auch das der Behan­del­bar­keit aller sozia­len Patho­lo­gi­en.
  • Sil­ke Bur­mes­ter über die deut­sche Frau – SPIEGEL ONLINE – Für mich aber, lie­be nor­ma­le Frau, bist Du die Hel­din in die­sem Spek­ta­kel. Dei­ne Uner­schüt­ter­lich­keit, mit der Du ein Heft wie die “Bri­git­te” kaufst, das Dir unab­läs­sig Dei­ne Unzu­läng­lich­keit vor­hält, ein Maga­zin, dass Dir auch jetzt wie­der deut­lich macht, dass Du nicht toll genug bist, Klei­dung zu zei­gen und Hand­ta­schen zu hal­ten, gleich­zei­tig aber Geld von Dir will, die­se Uner­schüt­ter­lich­keit beein­druckt mich sehr.
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Guten Morgen

Morgenkaffee

Bran­den­burgs Bil­dungs­mi­nis­ter Mathi­as Brod­korb ant­wor­tet im Cice­ro auf Richard David Prechts Schul­kri­tik, die er in sei­ner Quas­sel­show abge­las­sen hat. Wer der geg­ne­ri­schen Sei­te aller­dings kom­pe­tenz­lo­se Pole­mik vor­wirft, wirkt nicht glaub­wür­dig, wenn er zu plat­tes­ten Pro­blem­ana­ly­sen greift:

Die Wirk­sam­keit von Schu­le ist des­halb nicht befrie­di­gend, weil wir die Wirk­sam­keit von Schu­le selbst in Grund und Boden quat­schen.

Nee, is klar. Leh­rer wer­den vom Gere­de Außen­ste­hen­der an der Abhal­tung guten Unter­richts gehin­dert. Da ist die Poli­tik fein raus.

Die Inkom­pe­tenz der Poli­zei in Sachen Mord an Maria Bögerl sind wirk­lich haar­sträu­bend: Da gilt jemand als Beschul­dig­ter, weil er an der Beer­di­gung teil­ge­nom­men hat – und dann wür­felt man sich wild was zusam­men. Auf so eine indi­zi­en­lo­se Ver­schwö­rungs­theo­rie hät­te jeder kom­men kön­nen (und das ist das Erschre­cken­de: wirk­lich JEDER).

Heu­te wäre Shel Sil­ver­stein 82 gewor­den:

[Quel­le]

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie tes­tet man eigent­lich die Kom­pe­tenz von Ermitt­lungs­be­hör­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Aus­sit­zen, das war ja die Spe­zia­li­tät des “dicks­ten Ver­fas­sungs­bre­chers aller Zei­ten”: Nun drückt man bei der CDU wie­der bei­de Augen ganz fes­te zu und fei­ert Kohls errun­ge­ne Kanz­ler­schaft vor 30 Jah­ren.

Vol­ker Pis­pers über Bun­des­wehrin­lands­ein­sät­ze:

Joa­chim Huber resü­miert, dass beim ZDF mit Wet­ten, dass..? ein­fach die Show wei­ter­ge­hen müs­se, ohne das irgend­je­mand eine neue Idee hät­te.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Passt denn ein Sen­der bes­ser zur CDU als das ZDF? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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