Erlaubtes Bagatellurheberrechtsverletzen?

Sper­ri­ge Über­schrift für einen Sper­ri­gen Gedan­ken. In den letz­ten Tagen habe ich mich gewun­dert, wie­so die Besu­cher­zah­len wie­der spür­bar nach oben gehen: Ole Reiß­mann hat beim Spie­gel einen neu­en Arti­kel zum Urhe­ber­recht in Zei­ten des Inter­nets geschrie­ben, von dort auf sei­nen Arti­kel über mei­nen Fall gelinkt, der wie­der­um zu mir wei­ter­führt.

In die­sem neu­en Arti­kel führt Reiß­mann mal eine eige­ne Posi­ti­on an, indem er es für wün­schens­wert erklärt, dass klei­ne Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen qua­si legal wer­den:

was im Web von Mil­lio­nen Nut­zern bereits heu­te prak­ti­ziert wird — das Ver­lin­ken von Arti­keln mit klei­nen Vor­schau­bild­chen, das Anpin­nen von ein­zel­nen Fotos in einem pri­va­ten Blog ohne kom­mer­zi­el­le Absicht — muss end­lich auch für deut­sche Nut­zer mög­lich sein. Ohne die stän­di­ge Angst, am nächs­ten Tag eine Abmah­nung dafür zu kas­sie­ren.

So ein­fach erscheint mir die Sache dann doch nicht zu sein. Ich für mei­nen Teil habe sowas auch gar nicht gefor­dert, ich fin­de es nur bescheu­ert, dass Urhe­ber­rechts­ver­letz­te unver­hält­nis­mä­ßig hohe Gel­der für der­ar­ti­ge Ver­let­zun­gen ein­trei­ben kön­nen. Da wäre mehr Fin­ger­spit­zen­ge­fühl gefragt, was aber bei Rich­tern, die wenig mit Inter­net­an­ge­le­gen­hei­ten ver­traut sind, noch etwas in wei­ter Fer­ne zu ste­hen scheint.

Eine Straf­frei­heit bei Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen in klei­nen Fäl­len scheint mir nicht not­wen­dig: Ers­tens kann man Face­book­pro­fi­le abschlie­ßen und somit käme es nicht unbe­dingt zu einer Ver­öf­fent­li­chung und zwei­tens sehe ich schon einen Scha­den, wenn ein Baga­tell­fall von unheim­lich vie­len began­gen wird. Wer soll dann denn haf­ten?

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