Dobelli, Rolf- Die Kunst des klaren Denkens

buchleserTja, hier liegt das Ansin­nen des Buch­es schon verko­rkst im Titel vor: Klares Denken ist keine Kun­st. Es ist eine Meth­ode, nichts um andere vor­rangig zu beein­druck­en. Allerd­ings eine, auf die sich der Autor zumin­d­est in diesem Buch gar nicht ver­ste­ht.

Das Buch enthält Feuil­leton-Artikel, in denen Anek­doten ver­brat­en wer­den, in denen eine auf Vorurteilen basierende Prob­lem­lö­sung dargestellt wird. Danach fol­gen Ein­wände gegen hierge­gen. Das Buch soll nicht aufk­lären, son­dern unter­hal­ten und indem es zu unter­hal­ten ver­sucht, hat es mit klarem Denken schon wieder nichts am Hut.

Da wer­den z.B. Wun­der als “unwahrschein­liche Ereignisse” inter­pretiert. Ein Wun­der ist dabei aber eigentlich klas­sisch betra­chtet eine Wirkung in der Welt ohne kausale Ursache. Eine Wahrschein­lichkeit­sein­schätzung hat damit streng genom­men gar nichts zu tun. Dobel­li redet kon­se­quent am The­ma vor­bei. So soll man einen Deal immer unab­hängig vom Verkäufer abwick­eln. Wenn Sie jet­zt nach­fra­gen: Wieso immer? — das Buch gibt auf solche auf der Hand liegen­den Fra­gen keine Antwort. Der Autor behauptet ein­fach nur rum. Klares Denken sieht anders aus.

Ironie der Geschichte: Einem Bekan­nten von mir wurde das Buch geschenkt mit der begrün­dend wirk­enden Wid­mung, das Buch sei auf Grund sein­er Erst­platzierung in der Spiegel-Best­seller-Liste aus­gewählt wor­den. Vielle­icht hätte man sich doch erst mit der The­matik auseinan­der­set­zen sollen.

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4 Kommentare

    1. Kaufen darf man sich das Buch natür­lich trotz­dem, wenn man auf der Suche nach kurzweiliger Lek­türe ist, die einen nicht son­der­lich anstren­gen soll ;-).

  1. Der Wert eines Buch­es entste­ht im Bedürf­nis des Betra­chters. Ich finde das Buch aus­geze­ich­net. Ein kurzweiliger, rhetorisch geschlif­f­en­er Sprach­stil mit intel­li­gen­ten Geschicht­en zugle­ich. Das C-Lev­el unser­er Organ­i­sa­tion find­et es erstk­las­sig und bere­ich­ernd. Mein Team u meine Mitar­beit­er eben­so. Grat­u­la­tion für den ersten Platz. Dieser ist in diesem Sinne ver­di­ent.

    1. Natür­lich kön­nen Büch­er sub­jek­tiv für Men­schen einen bes­timmten Wert haben, den andere nicht ver­ste­hen, wer würde das bestre­it­en? Aber ich habe ja eine objek­tive Kri­tik geübt: Der Titel ver­spricht klares Denken, das Buch bein­hal­tet in dieser Hin­sicht aber nur rhetorisch schön ver­pack­te Behaup­tun­gen, die eben keine klaren Gedankengänge bein­hal­ten, noch Leser zum Führen klar­er Gedankengänge anleit­en.

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