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Blogkommentare

Irgend­wann beim Bib­lo­sta­ti war mal wie so oft die Rede von Blogs und Denis mein­te, Blogs sei­en für ihn alles, was unter Tex­ten eine Kom­men­tar­funk­ti­on zur Ver­fü­gung stell­te. Das ist zwar eine sehr kur­ze Beschrei­bung, sie ent­hält aber wohl ein durch­aus bekann­tes Merk­mal. Heu­te nun schließt Lars Rei­ne­ke mit Ver­weis auf qua­li­ta­ti­ve Armut von Kom­men­ta­ren die Kom­men­tar­funk­ti­on sei­nes Blogs. Das ändert wohl nichts dar­an, dass er ein Blog betreibt, wirft aber die Fra­ge auf: Wie ver­zicht­bar sind Kom­men­ta­re für ein Blog?

Ich mag die Mög­lich­keit, Kom­men­ta­re an Blog­bei­trä­ge anhän­gen zu dür­fen, inso­fern habe ich sel­ber wenig Inter­es­se dar­an, die Kom­men­tar­funk­ti­on in die­sem Blog abzu­stel­len. Es wer­den sowie­so nicht son­der­lich oft Kom­men­ta­re hier abge­ge­ben und das hat mich nie gestört. Eine Mas­se an Kom­men­ta­ren wer­ten ein Blog nur schein­bar auf, es kommt eben doch auf die Qua­li­tät der Bei­trä­ge an und die ist bei kei­nem mir bekann­ten deut­schen Blog umwer­fend hoch.

In der letz­ten Woche ist die­ser Bei­trag von mir stark fre­quen­tiert wor­den. Das Lag vor allem an einem Link, der sich auf Spie­gel Online befand, was mit sich zog, dass auf einen Schlag tau­sen­de Spie­gel Online-Leser den Weg auf mein Blog fan­den. Die wer­den nun kei­ne Stamm­le­ser die­ses Blogs, was mich aber auch beru­higt: Denn, zumin­dest was die Kom­men­ta­to­ren betrifft, waren die vpn Spie­gel Online kom­men­den Leser nicht son­der­lich gut im Stan­de, eine kri­ti­sche, eige­ne Mei­nung zu ent­wi­ckeln, son­dern bezo­gen sich nur auf die Flö­he, die ihnen auf der Sei­te von Spie­gel Online ins Ohr gesetzt wur­den. Und das waren eini­ge, denn der Bericht war eher rei­ße­risch und mach­te nicht den Ein­druck, dass der Ver­fas­ser die recht­li­che Pro­ble­ma­tik son­der­lich gut ver­stan­den hätte.
Nach 200 Kom­men­ta­ren habe ich dort die Kom­men­tar­funk­ti­on geschlos­sen. Nach dem ers­ten gro­ßen Schwung an Kom­men­ta­ren waren die tat­säch­lich inter­es­san­ten Aspek­te zu Ende bespro­chen, die Spie­gel Online-Floh­hü­ter zogen wei­ter und übrig blieb eine dort in Rede ste­hen­de Per­son, die rum­troll­te. In ande­ren Foren ist die durch die­sen Arti­kel ange­ris­se­ne Pro­ble­ma­tik weit­aus sach­li­cher bespro­chen wor­den, das fin­de ich so erfreu­lich wie für mein Blog schade.

Mir ist aber nicht die Lau­ne ver­dor­ben wor­den durch die pole­mi­schen Kom­men­ta­re, so wenig ich in die Luft gesprun­gen bin bei mir freund­lich geson­ne­nen Lesern. Die Kom­men­tar­funk­ti­on dient mei­nes Erach­tens dazu, sich einer Kri­tik zu stel­len; sie soll mir selbst klar machen, ob mei­ne vor­ge­tra­ge­ne Posi­ti­on argu­men­ta­tiv in Ord­nung geht oder leicht umge­wor­fen wer­den kann. Ich bin nicht dar­auf aus, Gesin­nungs­ap­plaus zu bekom­men. Die Funk­ti­on stellt mei­ne eige­ne Anspan­nung sicher, nicht in Geschwätz zu ver­fal­len, das kei­ne Kri­tik mehr verdient.

Ich stim­me Lars in sei­ner nega­ti­ven Ana­ly­se von Blog­kom­men­ta­ren, sofern sie wie in mei­nem ange­spro­che­nen Arti­kel geballt auf­tre­ten, durch­aus zu. Es ist durch­aus ner­vig, den x-ten blöd­sin­ni­gen Kom­men­tar zu lesen. Aber es geht bei der Mög­lich­keit einer Kom­men­tar­funk­ti­on auch immer um den ein­zel­nen Geist, der einen Arti­kel kri­ti­siert, den noch nie­mand kom­men­tiert hat, der einen Punkt auf­greift, den ich plump über­gan­gen habe, der mich zwar falsch ver­steht, aber zwingt, mich genau­er aus­zu­drü­cken. Blog­gen ist so der Ver­such, eine sub­jek­ti­ve Hal­tung objek­tiv in Fra­ge stel­len zu las­sen. Das ver­ste­hen zwar eini­ge Kom­men­ta­to­ren nicht und miss­brau­chen die Funk­ti­on nahe­zu, aber durch deren Ver­hal­ten las­se ich mir mei­ne Idee nicht kaputt machen.

2 Kommentare zu „Blogkommentare“

  • Ich glau­be auch, dass die Nütz­lich­keit der Kom­men­tar­funk­ti­on mit den Kom­men­ta­to­ren steht und fällt.
    Ein Bei­spiel wäre z.B. Danisch.de (http://www.danisch.de), wo die Kom­men­ta­to­ren i.d.R. den Bei­trag bereichern.
    Der Danisch schal­tet aber wohl nur restrik­tiv Kom­men­ta­re frei.

    Flusskiesel - 11.01.2012 um 8:05 Uhr Uhr - Antworten
    • Uh, fie­ser Feed, der lässt sich ja nur mit Wiz­zardRSS ordent­lich lesen. Es ist inter­es­sant, dass auch David Winer gera­de etwas über sei­en Art, mit Blog­kom­men­ta­ren umzu­ge­hen, geschrie­ben hat. Ich habe jetzt nicht ver­stan­den, ob er tat­säch­lich Kom­men­ta­re, die mit sei­nem jewei­li­gen Blog­ein­trag nichts zu tun haben, nicht frei­schal­tet. Und irgend­wie kommt mir das auch sehr rigo­ros vor. Ande­rer­seits ist es den­je­ni­gen, die das jewei­li­ge The­ma inter­es­siert, viel­leicht eine Wohl­tat, wenn man rei­ne pole­mi­ken ein­fach mal nicht durch­winkt. Das Pro­blem habe ich aber auch eher selten 😉

      Carsten - 11.01.2012 um 11:57 Uhr Uhr - Antworten

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