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Archiv für Januar 2012

Die Top10-Tweets des Dezembers

Lesezeichen vom 1. Januar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Guten Morgen

Morgenkaffee

… und ein recht schön kna­cki­ges neu­es Jahr allen, denen ich das noch nicht gewünscht haben soll­te. Dies ers­te Guten Mor­gen des Jah­res ist das 497ste sei­ner Art. Da stellt sich die Fra­ge War­um das? irgend­wann nicht mehr, eben­so wenig wie beim Blog­gen überhaupt.

Genau die­se Fra­ge stellt sich aber Johan­nes Kuhn beim aller­ers­ten Ein­trag für das neue Digi­tal­blog der Süd­deut­schen Zei­tung. Kon­se­quen­ter­wei­se wird die Fra­ge, war­um nun gera­de die­ses Blog gestar­tet wird, auch kau­sal über­haupt nicht beant­wor­tet. Es ist nur da, weil es kei­nen bes­se­ren Zeit­punkt gäbe, anzu­fan­gen. Kei­ne Ant­wort hät­te es auch getan. Aber wie gesagt: Die Beant­wor­tung die­ser Fra­ge ist gar nicht so wich­tig, die Ergeb­nis­se sind’s. In die­sem Sin­ne: Viel Spaß beim Bloggen.

Ohne Beant­wor­tung wich­ti­ger Fra­gen kommt nun Chris­ti­an Wullf aller­dings nicht mehr durch sei­ne Kre­ditaf­fä­re. Sowie­so wirkt es guts­her­ren­ar­tig, Face­boo­ker zu ver­kla­gen oder Jour­na­lis­ten. Ich hat­te mich anfangs ja noch auf Wulffs Sei­te geschla­gen, weil der ers­te Kre­dit sau­ber war. Aber was danach kam, au Backe. Selbst mein Vater(!) meint, dass in die­sen Ange­le­gen­hei­ten alle Poli­ti­ker (damit’s die CDU nicht allei­ne trifft) anfäl­lig seien.

Wil­fried Schmick­ler meint, es blei­be alles beim Alten: [audio:http://medien.wdr.de/m/1325409175/radio/wdr2kabarett/wdr2kabarett_schmickler_20120102_1050.mp3] [Quel­le]

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Was will Chris­ti­an Wulff eigent­lich noch bewir­ken? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Wie man mit Drohungen wegen angeblicher Verletzung des Urheberrechts Geld verdient

In mei­nem E-Mail-Postfach lan­de­te an einem Frei­tag im Novem­ber, 17 Uhr, eine E-Mail, die mir eine Urhe­ber­rechts­ver­let­zung vor­ge­wor­fen wird. Bis dar­auf­fol­gen­den Diens­tag, 12 Uhr, d.h. nach 3 Tagen und 19 Stun­den, hät­te ich, so der Ver­fas­ser, mich bereit zu erklä­ren, 600€ an den Ver­fas­ser zu zah­len. Beschlos­sen und ver­kün­det. Ansons­ten wür­de er sei­ne Anwäl­te zwecks Abmah­nung kon­tak­tie­ren, und die dann gefor­der­te Sum­me belie­fe sich dann auf “1564 € + USt”.

Scha­den? Ich habe in der Tat die­ses Foto von A.S.*, der sich offen­bar auch anders* nennt, auf mei­nem Blog anzei­gen las­sen. Das Foto sieht wie aus einer Lustige-Fotos-Serie aus den USA aus, wur­de auch oft unter der Beti­te­lung “Some days start bet­ter” in den USA ver­brei­tet, stammt aber von einem Ber­li­ner Akt-Fotografen und heißt eigent­lich “Nütz­li­che Internet-Akronyme: YMMD”. Das Bild zeigt einen zufäl­li­gen Schnapp­schuss eines Rad­fah­rers, der an einer Oben-ohne-Dame vorbeifährt.

Ich habe den Foto­gra­fen dar­auf hin­ge­wie­sen, dass ich das Foto durch eine Ver­lin­kung von einem tumblr.com-Blog auf mei­nem Blog zu sehen sei, ich es aber nicht selbst ver­öf­fent­licht hät­te und daher nicht löschen kön­ne. Sagen wir es mal so: Das Foto ist dort immer noch. Das Ori­gi­nal­bild wur­de am 05. August 2009 geschos­sen, seit dem 31. August 2009 gras­siert es als Witz­fo­to durch das Inter­net. Allein bei 9gag hat es 356000 Facebook-Likes. Den Foto­gra­fen ärgert die­se gro­ße Reso­nanz, weil er sie nicht mone­ta­ri­sie­ren kann. Es gehe ihm

um die schlich­te Tat­sa­che, dass Goog­le Images zusam­men mit ande­ren Such­diens­ten über 1500 Kopi­en die­ses Bil­des im Netz fin­det — und regu­lär ver­kauft habe ich es beein­dru­cken­de 8 Mal. Des­halb gehe ich nun dage­gen vor.

Mir scheint, es geht nicht dar­um, dass ich per­sön­lich einen kon­kre­ten Scha­den her­ge­führt habe: Weil angeb­lich das Auf­tau­chen des Fotos im Inter­net dazu geführt hat, dass der Foto­graf das Foto selbst nicht zufrie­den­stel­lend ver­kau­fen kann — denn ansons­ten wäre es ja kein Schaden.

So ein Vor­ge­hen kann nun jeden tref­fen, der das Bild irgend­wo im Inter­net in Ver­bin­dung mit sei­nem Namen “ver­öf­fent­licht” oder schon “ver­öf­fent­licht” hat. Auch so ein Ding: Das Bild ist ja schon seit Ewig­kei­ten veröffentlicht.

Der hoch­ge­rech­ne­te Kos­ten­fak­tor sieht dann so aus:

1. Anwalts­kos­ten für die Abmah­nung (LG Köln v. 7.03.07 — Az. 28 O 551/06): 460 €
2. Bild­nut­zung lt. MFM-Liste (vgl. OLG Düs­sel­dorf v. 09.05.06 – Az. I-20 U 138/05) für mehr als ein Jahr: 480 €
3. Ver­let­z­er­zu­schlag in Höhe von 100% wg. feh­len­der Urhe­ber­nen­nung (§97 Abs 2. Satz 2 UrhG, LG Düs­sel­dorf v. 01.04.09 -12 O 277/08): 480 €
4. Zuschlag für Ein­satz eines Modells (sie­he MFM-Liste) von 30%: 144 €

Hier­zu: In sol­chen Fäl­len dür­fen bei Mah­nun­gen Anwalts­kos­ten 100€ nicht über­stei­gen. Punkt 3 ist sehr frag­lich, da Urhe­ber kennt­lich machen müs­sen, wenn sie ihr Werk nur in Zusam­men­hang mit ihrem Namen ver­öf­fent­licht sehen wol­len. Dies ist mei­nes Erach­tens hier nicht der Fall. Grund­sätz­lich kann, muss aber die MFM-Liste nicht als Grund­la­ge her­an­ge­zo­gen wer­den. Der “Zuschlag für Ein­satz eines Modells” ist Unsinn, da die­se For­de­rung in den Bild­nut­zungs­ent­gel­ten schon drin ist. Aber als psy­cho­lo­gi­sche Kriegs­füh­rung zieht das alles natür­lich, eben­so wie die Andro­hung, mich wegen Betru­ges zu belangen.

Ich habe dem­nach ein Witz­fo­to geb­loggt, von dem ich nicht wuß­te, ob sein Urhe­ber die Rech­te an der Ver­öf­fent­li­chung des ver­wen­de­ten Fotos hat, bei dem ich wie­der­um nicht weiß, ob der Urhe­ber des Fahrradfahrer-Fotos die Geneh­mi­gung an des­sen Per­sön­lich­keits­recht hat. Ich weiß nur, dass das deut­sche Rechts­sys­tem so ist, dass man mir die Schlin­ge um den Hals legen kann, ohne die­se offe­nen Fra­gen klä­ren zu müs­sen. Nur dadurch, dass “Abmahn­ge­büh­ren aus dem fik­ti­ven Gegen­stands­wert einer Rechts­ver­let­zung” abge­lei­tet wer­den dürfen.

Durch die Hil­fe aus der Blog­go­sphä­re habe ich einen, ver­gli­chen mit ande­ren eben­so Betrof­fe­nen, nied­ri­gen Betrag gezahlt. Ich habe ein­ge­se­hen, dass all das, was das Geschmäck­le aus­macht, vor einem Amts­ge­richt, an dem der­ar­ti­ge Zwis­te ver­han­delt wer­den, mög­li­cher­wei­se kei­ne Rol­le spielt. Das ist eben der Hil­de­brandt­sche Unter­schied zwi­schen Recht und Justiz.
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Die­ser Arti­kel dient nicht der Ver­gel­tung. Ich möch­te nur ande­re Blog­ger vor der Vor­ge­hens­art des Kla­gen­den einer­seits war­nen und ande­rer­seits in Erfah­rung brin­gen, wer noch so alles auf die­se Art ange­gan­gen wurde.

Wenn mir jemand bei mei­nem finan­zi­el­len Scha­den aus­hel­fen mag, kann er das tun — ent­we­der über Paypal oder unter dem Text über den flattr-Knopf. Man kann mich auch schlicht kon­tak­tie­ren. Soll­te wider Erwar­ten die erfor­der­te Sum­me durch Spen­den erreicht wer­den, lösche ich die­se Zei­len und spen­de übri­ge Mit­tel einem sozia­len Zweck. Ich wer­de fort­lau­fend und unter Ein­be­zie­hung eines Anwalts alles trans­pa­rent machen.

Ich möch­te mich an die­ser Stel­le noch aus­drück­lich bei Cars­ten Kno­bloch, Micha­el See­mann und Udo Vet­ter bedan­ken. Bei Pro­ble­men kann man durch­aus mal in der Blog­go­sphä­re fra­gen — es hilft.

1. Aktua­li­sie­rung
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Der Foto­graf schreibt mir, er habe mich aus­drück­lich dar­auf hin­ge­wie­sen die Namen A.S. und H.v.S. nicht in Ver­bin­dung zu brin­gen. Das ist inso­fern neu, als er mir gegen­über nie von H.v.S. gere­det hat. Sofern ich inner­halb von 24 Stun­den nicht eine der­ar­ti­ge Ver­bin­dung lösche, macht er mir gegen­über den ent­stan­de­nen Scha­den gel­tend. Mir ist nicht klar, was für ein Scha­den ent­stan­den sein soll, und da ist man wohl auch unter Beweis­last, aber ich kom­me dem bis auf wei­te­res nach. Mal schau­en, was mein Anwalt dazu sagt.

2. Aktua­li­sie­rung
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Spie­gel Online: Witz­bild kos­tet Blog­ger min­des­tens 250 Euro
wirres.net: urhe­ber­rechts­be­wusst­sein
neunetz..com: Blog­ger bekommt Abmah­nung für Urhe­ber­rechts­ver­let­zung, weil er macht was jeder im Netz macht
off-the-record.de: Wie mich Klaus Kocks beklau­te oder war­um das Urhe­ber­recht eine Fra­ge der Moral ist
Dis­kus­si­on auf fotocommunity.de: Unter dem Ori­gi­nal­bild | im Forum (nach Anmeldung)
Über­sicht bei rivva.de
spickmich.de: Witz­bild kos­tet Blog­ger 250 Euro
(wei­te­re Bei­trä­ge wei­ter unten)

3. Aktua­li­sie­rung
Inzwi­schen urteilt der Euro­päi­sche Gerichts­hof, so wie ich die Lage damals gese­hen habe.

NPD-Spender und Junge-Freiheit-Autoren geoutet

Nach­dem in den ver­gan­gen Tagen eini­ge deut­sche Nazi-Seiten gezielt der­art atta­ckiert wur­den, dass sie nicht mehr erreich­bar waren gibt es nun einen Nach­schlag: NPD-Spender und Auto­ren der rech­ten Zei­tung Jun­ge Frei­heit wur­den ver­öf­fent­licht. Da sind eini­ge Namen mir nun nicht ganz unbe­kannt. Und wie­vie­le Pro­fes­so­ren sich für die­ses Blatt her­ge­ben, man ist schon erstaunt…

Lesezeichen vom 2. Januar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Lesezeichen vom 3. Januar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Putziges zur Rechtslage des Witzbildchens

Das gera­de so im Ram­pen­licht ste­hen­de Witz­bild­chen ist in letz­ter Zeit über die­ses Blog mehr als 900mal legal als Link auf­ge­ru­fen wor­den. Als embed­ded link kei­ne 30mal.

2012 — The end of the world as we know it

Die End­zeit­pro­ble­ma­tik die­ses Jah­res mal erhel­lend dargestellt:

Ein Held im Rollstuhl

Über­fal­len wir doch mal einen klei­nen Laden, ist ja nur ein Rol­li anwesend…

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