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Die Nachtgeschichten von heute

  • Regar­ding Chris­to­pher | The Nati­on | Katha Pol­litt über Chris­to­pher Hit­chens: “He was so fuel­led by his own cer­tain­ty he clai­med that the fail­u­re to find wea­pons of mass dest­ruc­tion in Iraq only pro­ved they were the­re.”
  • Peter Schaar: Pri­ma leben ohne Pri­vat­sphä­re? | „Machen wir das Bes­te dar­aus“ heißt für mich nicht, der­lei Ent­wick­lun­gen ach­sel­zu­ckend hin­zu­neh­men. Viel­mehr muss der Weg in die demo­kra­ti­sche Infor­ma­ti­ons­ge­sell­schaft mit gestal­te­ri­schem Anspruch beglei­tet wer­den. Die­ser Anspruch umfasst recht­li­che und wie tech­no­lo­gi­sche Gestal­tungs­prin­zi­pi­en, um die Rech­te der Netz­bür­ge­rin­nen und Netz­bür­ger – dar­un­ter das Recht auf Pri­vat­sphä­re und auf infor­ma­tio­nel­le Selbst­be­stim­mung – auch im 21. Jahr­hun­dert zu gewähr­leis­ten.
  • Jür­gen Nef­fe: Guten­berg und die Brand­stif­ter | Das elek­tro­ni­sche Buch revo­lu­tio­niert den deut­schen Markt. Wenn er sich nicht schützt, gerät er in die Hän­de über­mäch­ti­ger Akteu­re
  • Die­ter Hil­de­brandt: “Ich hab’ mich auf die Schie­ne gelegt” | ZEIT ONLINE | Der Kaba­ret­tist kennt die wah­ren Grün­de für die Ver­spä­tun­gen.
  • Rita Falk: Schweins­kopf al den­te » CUL­Tur­MAG | noch so ein pseu­do­ba­ju­wa­ri­scher Come­dy­quark halt –, wäre da nicht die unse­li­ge Art, mit der der Ich-Erzähler (und sei­ne Auto­rin) Min­der­hei­ten abkan­zeln. Waren es in „Win­ter­kar­tof­fel­knö­del“ noch die Schwu­len und die „Neger“, so krie­gen die­ses Mal die Ita­lie­ner und die Tür­ken ihr Fett weg. Nicht dass über sie her­ge­zo­gen wird ist dabei das Pro­blem, son­dern wie: herz­los, hämisch und ohne dra­ma­tur­gi­schen Sinn. Hin­ter dem Deck­män­tel­chen des Humors schim­mert etwas durch, was in kei­ner Best­sel­ler­lis­te etwas zu suchen haben soll­te: Frem­den­feind­lich­keit.
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Fernsehherbst 2011

Der Fern­seh­herbst hat in den USA sei­ne ers­te Wel­le hin­ter sich, was gleich­be­deu­tend damit ist, dass eini­ge Seri­en schon wie­der ihrem Ende ent­ge­hen sehen.

White Col­lar Ich habe hier nur den Anfang der ers­ten Staf­fel gese­hen. Wie sich also Staf­fel zwei und drei so machen — kei­ne Ahnung. Die Serie dreht sich um einen Kri­mi­nel­len, der für Poli­zei­ar­beit ein­ge­spannt wird und nach sei­ner Freun­din sucht. Ich bin bei der ers­ten Staf­fel nach ein paar Fol­gen aus­ge­stie­gen, die Serie hat ein­fach kei­ne cha­ris­ma­ti­sche Figur,  kei­ne fes­seln­de Geschich­te und ist ins­ge­samt ein­fach zu hand­zahm für mei­nen Geschmack.

Home­land Irak-Veteranen-Geschichte, die nicht an die skan­di­na­vi­schen Kri­mis her­an­reicht, die man aus dem ZDF kennt. Clai­re Danes legt eine pas­sa­ble Rol­le hin, aber Dami­an Lewis als Irak-Veteran ist viel zu glatt. Nicht über­zeu­gend. Zum Schluss der ers­ten Staf­fel nimmt die Serie wie­der etwas Fahrt auf und endet in einem fast schon maka­be­ren Cliff­han­ger.

Dex­ter Tom Hanks’ Sohn gibt den Böse­wicht in der 6. Dexter-Staffel, die außer dem von Staf­fel zu Staf­fel sich ändern­den roten Faden, nichts wirk­lich neu­es bie­tet. Wie in der ande­ren Show­time-Sen­dung Home­land kommt auch die­se Staf­fel erst gen Ende rich­tig in Fahrt mit inter­es­san­tem Cliff­han­ger in die kom­men­de Staf­fel.

Chuck Fünf­te und letz­te Staf­fel der sym­pa­thi­schen Spi­on­se­rie. Zunächst über­ra­schen die ers­ten Fol­gen mit neueen Wen­dun­gen, dann plät­schert es wür­dig dem Ende ent­ge­gen.

Frin­ge Vier­te Staf­fel der Science-Fiction-Serie, die mit einer Wen­dung, die es auf­zu­lö­sen gilt, den Zuschau­er durch­aus zu fes­seln ver­mag, wenn auch ansons­ten die Ele­men­te der Sen­dung bekannt sind.

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Wie die Medien Christian Wulff absägen wollen

Viel­leicht hat es die soge­nann­ten Qua­li­täts­me­di­en gewurmt, dass gen Jah­res­rück­blick der Rück­tritt Gut­ten­bergs dem Inter­net ange­krei­det wird und die tra­di­tio­nel­len Medi­en dies nur kom­men­tie­ren durf­ten. Bezüg­lich der Kre­ditaf­fä­re von Chris­ti­an Wulff sind die Blog­ger etc. deut­lich ruhi­ger. Mit Recht. Denn Chris­ti­an Wulff hat schlicht recht, wenn er meint, nicht gegen das Minis­ter­ge­setz des Lan­des Nie­der­sach­sen ver­sto­ßen zu haben. Und dies ist nicht bloß juri­disch so.

Dies scheint aber nicht all zu leicht ein­ge­se­hen zu wer­den, weder bei tra­di­tio­nel­len Medi­en noch bei der Poli­tik:

https://twitter.com/#!/EvaHoegl/status/148506731088068608

Und so ein Satz von einer Juris­tin aus Osna­brück. Viel­leicht stützt sich die­se Aus­sa­ge auf Hans Her­bert von Arnim, der in der taz mein­te, Wulff habe gegen das soge­nann­te Minis­ter­ge­setz Nie­der­sach­sen ver­sto­ßen, dass Dar­le­hen, die in Bezug auf ein Amt eines Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten ste­hen, ver­bie­tet. Für Arnim ist der Bezug auf ein Amt durch die Beglei­tun­gen des Kre­dit­ge­bers auf Rei­sen Wulffs gege­ben. Dabei darf sich ein Minis­ter­prä­si­dent bera­ten las­sen, von wem er will.

Wulff und sein Kre­dit­ge­ber ken­nen sich schon seit vor sei­ner Zeit als Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter. Es besteht dem­nach kei­ne Vor­teils­nah­me durch sein Amt als Minis­ter­prä­si­dent. Es besteht auch kei­ne geschäfts­mä­ßi­ge Bezie­hung, da der Kre­diet nichts mit Wulffs Beruf als Rechts­an­walt zu tun hat und auch der Kre­dit­ge­ber nicht haupt­be­ruf­lich Kre­di­te ver­gibt. Und somit ist die Sach­la­ge ein­deu­tig: Es gibt kei­nen juris­ti­schen Ver­stoß.

Wol­len die tra­di­tio­nel­len Medi­en nun ernst­haft aus dem nicht-juristischen einen mora­li­schen Ver­stoß machen, indem sie behaup­ten, ein Poli­ti­ker dür­fe sich pri­vat kein Geld von Freun­den lei­hen?

Wie­so die taz dar­auf kommt, Wulffs Haus sei dubi­os finan­ziert, wie­so der SPIEGEL meint, Wulff habe mora­lisch Kre­dit ver­spielt, wie­so Heri­bert Prantl glaubt, das Kre­dit­ver­hal­ten Wulffs sei falsch gewe­sen — das alles bleibt unklar und wirft die Fra­ge auf, ob die tra­di­tio­nel­len Medi­en nichts bes­se­res zu tun haben, als die­ses Bla­bla zu skan­da­li­sie­ren.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Das nord­ko­rea­ni­sche Staats­ober­haupt Kim Jong Il ist tot.

Andre­as The­ys­sen spe­ku­liert in der ftd, war­um sich Chris­ti­an Wulff ange­sichts der kom­men­den Bericht­erstat­tun­gen nicht im Amt des Bun­des­prä­si­den­ten hal­ten wird.

Chris­toph Süß bewegt die Selbst­zer­flei­schung der FDP: [audio:http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_K1S/_AJS/_-rH_-vc/111217_0903_orange_Selbstzerfleischung-der-FDP.mp3]

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Kann Wulff nur noch eine Natur­ka­ta­stro­phe hel­fen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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