Gute Nacht, Freunde! https://t.co/wtpCZoHLQi

Archiv für den 26. Oktober 2011

Guten Morgen

MorgenkaffeeDie FAZ übersetzt diesen Text, in dem Evgeny Morozov gegen Jeff Jarvis als Inbegriff des Netzintellektuellen austeilt. Er attestiert an dessen Buch intellektuelle Faulheit und legt das Niveau der Diskussion vor:

Wer behauptet, beim deutschen Widerstand gegen Google gehe es in erster Linie um den Schutz der Privatsphäre, und er basiere auf ihren tragischen Erinnerungen an Hitler und die Stasi, der muss zeigen, dass andere mögliche Erklärungen hier nicht zum Zuge kommen. Vielleicht wollen die Deutschen sich ja nur nicht von einem amerikanischen Unternehmen tyrannisieren lassen. Vielleicht wollen sie auch nicht, dass ein Unternehmen – irgendein Privatunternehmen – Geld verdient, indem es ihr Heim in eine Ware verwandelt.

Inzwischen hat Jarvis darauf geantwortet, indem er Morozov einen zuallererst persönlichen Angriff ankreidet, wobei er eine merkwürdige Analogie zwischen Rechten von Firmen und Rechten von Menschen als Kernpunkt der Auseinandersetzung um Privatsphären in Zeiten des Internets aufmacht. Auf diese Replik hat Morozov wieder geantwortet hat.

Und während ich mir die Frage stelle: Wer wirft wohl als Erster Plomlompom intellektuelle Faulheit vor (unterstellend, da wäre mehr rauszuholen)? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Definition einer Kanzlerin

Too-much-information-Informationen sind gefühlt ja entweder solche, die man nicht wissen wollte, die einen so gesehen distraktieren, oder solche, die jemandem im Zustand der Unklarheit noch weniger Klarheit bieten – und so gesehen distraktieren. Das erstere ist neu einsetzend und das letztere eine schon begonnene Entwicklung verstärkend.

Heute geht es mal um einen Tweet, den ich letzterer Beschreibung zuordnen würde. In ihm wird ganz großartig auf den Punkt gebracht, dass bei der Bankenrettung derzeit nur soviel klar ist: Banken werden gerettet.

Hubert Nörgelmöller: Computerhorchen

Ach, du liebes Bisschen! Ja, früher, da war das romantisch und so. Das war ja auch alles nur in Fernsehen. Da ritten die Amerikaner auf ihre gestriegelten Pferdchen durchs wilde Wasweissichnichstan und eroberten die Prärie. Das waren die Guten. Die Bösen waren die Eingeborenen. Die lagen Tag ein, Tag aus auf der Lauer um rumzuschießen und Leute zu überfallen. Humor hatte von denen keiner, da kannten die nix. Hab noch nie einen von denen mal lachen sehn. Nur überfallen und Büffelsuppe aufkochen.

Als dann die Eisenbahnen erfunden wurden, da lagen sie dann anne Schienen zu horchen. Da machten die Loks wohl sonnen Krach, dass sich das über die Schienen angekündigt hat. Das war quasi, wollmasagen, der Vorläufer vom Telefon. Nur halt noch Mono. Und wenn die Lok dann da war, wurde überfallen und abends auf den Erfolg wieder ordentlich Büffelsuppe getrunken. Und immer so weiter.

Ja, und nun hat da wohl einer zu lange in Berlin die alten Winnetou-Folgen sich reingepfiffen getan. Jetzt wollen die das hier einführen. So nen Bundesindianer. Der liegt dann anne Geräte und horcht ab, was da so abgeht. Nur weil der diese Telefonierabhörtechnik vor Jahrhunderten schon im Blut hatte. Die hamse dann über die Büffelsuppe weitervererbt. So wird das wohl gewesen sein. Dass das doch eigentlich kriminell ist, das stört die in Berlin gar nicht. Könnte man doch legal werden lassen, sagen se.

Na, hoch die Tassen. Irgendwann sind wir soweit, da werden sie uns Büffelsuppe intravenieren. Aber lustig wird das nicht.

Lesezeichen

Die Nachtgeschichten von heute

  • kurzkritik elektrischer reporter #018 – wirres.net, fachblog für irrelevanz | vor allem frage ich mich, wie man in einer sendung eine gehörlose die forderung nach gleichem zugang zur gesellschaft fordern lässt, und dann, wenn sie fertig geredet hat, die gehörlosen wieder ausschliesst, indem man die untertitel weglässt.
  • Soziale Netzwerke: Auf Facebook kannst du nichts löschen – FAZ | Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht und wollte wissen, was Mark Zuckerbergs Datenimperium über mich weiß. 1222 Seiten umfasst meine Akte. Alles, was gestrichen sein sollte, ist noch da.
  • Spielstunde « Herzdamengeschichten | Die Söhne verstehen meinen Humor auch nicht immer.
  • CCC über aktuellen Staatstrojaner: _0zapftis 2.0 ist auch illegal – taz.de | Dem Chaos Computer Club (CCC) ist eine "noch fast fabrikneue" Version des umstrittenen Staatstrojaners zugespielt worden. Eine Analyse des Programmcodes habe ergeben, dass die Spionage-Software weiterhin für rechtswidrige Aktionen eingesetzt werden könne, erklärte der Club. Ein Ministeriumssprecher erklärte unterdessen, der neue Trojaner sei nicht vom Bundeskriminalamt (BKA) eingesetzt worden. Der Trojaner entspreche "wie seine Vorgängervarianten in keiner Weise dem Stand der Technik" und enthalte "weiterhin die grundgesetzbrechende Funktion zum Nachladen beliebiger Erweiterungen". "Entgegen aller Beteuerungen der Verantwortlichen kann der Trojaner weiterhin gekapert und beliebiger Code nachgeladen werden", sagte ein Sprecher des CCC.
  • Antimedien.de: Radio-Reporter gesteht Mord an 23-jähriger oder doch nicht | Wie kommt Bild.de dann auf ihre Darstellung? Ganz einfach, sie wurde frei erfunden. Wie kommt der Branchendienst Meedia.de auf seine Darstellung? Ganz einfach, sie wurde bei Bild.de abgeschrieben und dabei so stark gekürzt, dass gar nichts mehr stimmte. Man hätte auch einfach recherchieren können.
  • Netzdiskurs: Das Elend der Internetintellektuellen – Feuilleton – FAZ | Hätte Jarvis sein Buch als Parodie auf sich selbst geschrieben, als beißende Attacke auf die engstirnigen akademischen Vertreter der Neuen Medien, die mit ihren aufgeblasenen, ahistorischen und leeren Verlautbarungen so rasch bei der Hand sind, dass selbst der schlimmste Vertreter der Postmoderne dagegen klar und verständlich erscheint, dann wäre es eine bemerkenswerte Leistung. Aber leider meint er es ernst. Dieses Buch wäre besser ein Tweet geblieben.
  • Lustig+ | Konstantin Klein | ich würde auf meiner HP gegen den Anrufer und Absender der Mail "hetzen". Ich solle das doch spurlos aus dem Netz entfernen, und im Übrigen könne ich mit der Zusendung einer strafbewehrten Unterlassungserklärung durch seinen Anwalt rechnen. Und da wird's dann doch irgendwie lustig. Denn ich erinnerte mich gar nicht daran, diesen streitbaren Herrn jemals in einem Text erwähnt, geschweige denn gegen ihn gehetzt zu haben.
Oktober 2011
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Sep   Nov »
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
31  
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
    • none