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Die Nachtgeschichten von heute

  • kurzkri­tik elek­trisch­er reporter #018 — wirres.net, fach­blog für irrel­e­vanz | vor allem frage ich mich, wie man in ein­er sendung eine gehör­lose die forderung nach gle­ichem zugang zur gesellschaft fordern lässt, und dann, wenn sie fer­tig gere­det hat, die gehör­losen wieder auss­chliesst, indem man die unter­ti­tel weglässt.
  • Soziale Net­zw­erke: Auf Face­book kannst du nichts löschen — FAZ | Ich habe die Probe aufs Exem­pel gemacht und wollte wis­sen, was Mark Zucker­bergs Daten­im­peri­um über mich weiß. 1222 Seit­en umfasst meine Akte. Alles, was gestrichen sein sollte, ist noch da.
  • Spiel­stunde « Herz­damengeschicht­en | Die Söhne ver­ste­hen meinen Humor auch nicht immer.
  • CCC über aktuellen Staat­stro­jan­er: _0zapftis 2.0 ist auch ille­gal — taz.de | Dem Chaos Com­put­er Club (CCC) ist eine “noch fast fab­rikneue” Ver­sion des umstrit­te­nen Staat­stro­jan­ers zuge­spielt wor­den. Eine Analyse des Pro­gramm­codes habe ergeben, dass die Spi­onage-Soft­ware weit­er­hin für rechtswidrige Aktio­nen einge­set­zt wer­den könne, erk­lärte der Club. Ein Min­is­teri­umssprech­er erk­lärte unter­dessen, der neue Tro­jan­er sei nicht vom Bun­deskrim­i­nalamt (BKA) einge­set­zt wor­den. Der Tro­jan­er entspreche “wie seine Vorgänger­vari­anten in kein­er Weise dem Stand der Tech­nik” und enthalte “weit­er­hin die grundge­set­zbrechende Funk­tion zum Nach­laden beliebiger Erweiterun­gen”. “Ent­ge­gen aller Beteuerun­gen der Ver­ant­wortlichen kann der Tro­jan­er weit­er­hin gekapert und beliebiger Code nachge­laden wer­den”, sagte ein Sprech­er des CCC.
  • Antimedien.de: Radio-Reporter geste­ht Mord an 23-jähriger oder doch nicht | Wie kommt Bild.de dann auf ihre Darstel­lung? Ganz ein­fach, sie wurde frei erfun­den. Wie kommt der Branchen­di­enst Meedia.de auf seine Darstel­lung? Ganz ein­fach, sie wurde bei Bild.de abgeschrieben und dabei so stark gekürzt, dass gar nichts mehr stimmte. Man hätte auch ein­fach recher­chieren kön­nen.
  • Net­zdiskurs: Das Elend der Inter­net­intellek­tuellen — Feuil­leton — FAZ | Hätte Jarvis sein Buch als Par­o­die auf sich selb­st geschrieben, als beißende Attacke auf die eng­stirni­gen akademis­chen Vertreter der Neuen Medi­en, die mit ihren aufge­blase­nen, ahis­torischen und leeren Ver­laut­barun­gen so rasch bei der Hand sind, dass selb­st der schlimm­ste Vertreter der Post­mod­erne dage­gen klar und ver­ständlich erscheint, dann wäre es eine bemerkenswerte Leis­tung. Aber lei­der meint er es ernst. Dieses Buch wäre bess­er ein Tweet geblieben.
  • Lustig+ | Kon­stan­tin Klein | ich würde auf mein­er HP gegen den Anrufer und Absender der Mail “het­zen”. Ich solle das doch spur­los aus dem Netz ent­fer­nen, und im Übri­gen könne ich mit der Zusendung ein­er straf­be­wehrten Unter­las­sungserk­lärung durch seinen Anwalt rech­nen. Und da wird’s dann doch irgend­wie lustig. Denn ich erin­nerte mich gar nicht daran, diesen stre­it­baren Her­rn jemals in einem Text erwäh­nt, geschweige denn gegen ihn gehet­zt zu haben.
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Hubert Nörgelmöller: Computerhorchen

Ach, du liebes Biss­chen! Ja, früher, da war das roman­tisch und so. Das war ja auch alles nur in Fernse­hen. Da rit­ten die Amerikan­er auf ihre gestriegel­ten Pfer­d­chen durchs wilde Wasweis­sich­nich­stan und eroberten die Prärie. Das waren die Guten. Die Bösen waren die Einge­bore­nen. Die lagen Tag ein, Tag aus auf der Lauer um rumzuschießen und Leute zu über­fall­en. Humor hat­te von denen kein­er, da kan­nten die nix. Hab noch nie einen von denen mal lachen sehn. Nur über­fall­en und Büf­fel­suppe aufkochen.

Als dann die Eisen­bah­nen erfun­den wur­den, da lagen sie dann anne Schienen zu horchen. Da macht­en die Loks wohl son­nen Krach, dass sich das über die Schienen angekündigt hat. Das war qua­si, woll­masagen, der Vor­läufer vom Tele­fon. Nur halt noch Mono. Und wenn die Lok dann da war, wurde über­fall­en und abends auf den Erfolg wieder ordentlich Büf­fel­suppe getrunk­en. Und immer so weit­er.

Ja, und nun hat da wohl ein­er zu lange in Berlin die alten Win­netou-Fol­gen sich reingep­fif­f­en getan. Jet­zt wollen die das hier ein­führen. So nen Bun­desin­di­an­er. Der liegt dann anne Geräte und horcht ab, was da so abge­ht. Nur weil der diese Tele­fonier­ab­hörtech­nik vor Jahrhun­derten schon im Blut hat­te. Die hamse dann über die Büf­fel­suppe weit­er­vererbt. So wird das wohl gewe­sen sein. Dass das doch eigentlich krim­inell ist, das stört die in Berlin gar nicht. Kön­nte man doch legal wer­den lassen, sagen se.

Na, hoch die Tassen. Irgend­wann sind wir soweit, da wer­den sie uns Büf­fel­suppe intra­ve­nieren. Aber lustig wird das nicht.

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Guten Morgen

MorgenkaffeeDie FAZ über­set­zt diesen Text, in dem Evge­ny Moro­zov gegen Jeff Jarvis als Inbe­griff des Net­z­in­tellek­tuellen austeilt. Er attestiert an dessen Buch intellek­tuelle Faul­heit und legt das Niveau der Diskus­sion vor:

Wer behauptet, beim deutschen Wider­stand gegen Google gehe es in erster Lin­ie um den Schutz der Pri­vat­sphäre, und er basiere auf ihren tragis­chen Erin­nerun­gen an Hitler und die Stasi, der muss zeigen, dass andere mögliche Erk­lärun­gen hier nicht zum Zuge kom­men. Vielle­icht wollen die Deutschen sich ja nur nicht von einem amerikanis­chen Unternehmen tyran­nisieren lassen. Vielle­icht wollen sie auch nicht, dass ein Unternehmen – irgen­dein Pri­vatun­ternehmen – Geld ver­di­ent, indem es ihr Heim in eine Ware ver­wan­delt.

Inzwis­chen hat Jarvis darauf geant­wortet, indem er Moro­zov einen zuallererst per­sön­lichen Angriff ankrei­det, wobei er eine merk­würdi­ge Analo­gie zwis­chen Recht­en von Fir­men und Recht­en von Men­schen als Kern­punkt der Auseinan­der­set­zung um Pri­vat­sphären in Zeit­en des Inter­nets auf­macht. Auf diese Rep­lik hat Moro­zov wieder geant­wortet hat.

Und während ich mir die Frage stelle: Wer wirft wohl als Erster Plom­lom­pom intellek­tuelle Faul­heit vor (unter­stel­lend, da wäre mehr rauszu­holen)? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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