Gute Nacht, Freunde! https://t.co/wtpCZoHLQi
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Verständnis

Nachdem Sie sich verabschiedet hat, und sich der Boarding-Schlange zum Flieger angeschlossen hat, stehe ich noch mit ihrer Oma ein wenig in der Halle des Düsseldorfer Flughafens und betreibe etwas Small-Talk. Ihre Oma kommt gebürtig von der Krim, hat spät noch die deutsche Sprache gelernt und spricht daher etwas radebrechend Deutsch mit jiddischem Einschlag. Tagsüber marschiert sie stundenlang durch Düsseldorf, abends schaltet sie die Flimmerkiste ein:

Chabe ich russische Fernsehen abbestellt. Chabe ich Enkel gesagt, machst du Kabel weg, will ich nicht mehr sehen. Immer das Gleiche, immer jammern sie, immer negativ. Russen immer dasselbe. Schaue ich jetzt Carmen Nebel. Scheen. Und, äh, wie cheisst? Sonntags, abends, Dirigent?

André Rieu, helfe ich aus.

Ja

sagt sie und drückt ihre Hände an die Brust

scheeeeeeeen, so scheeeeen. Und schaue ich danach Mann mit Brille…

Günter Jauch.

Ist nicht leicht zu verstehen. Nicht leicht. Redet montags Palasberg, auch schwer, kann ich nicht gut verstehen. Kommet dann Maischberga, kann ich sehr gut verstehen. Redet gut. Und Anne Will. Redet auch gut. Kann ich auch sehr gut verstehen. Sehr gutt. Beekmann, schwer. Redet schnell, so schnell. Verstehe nicht gutt. Aber Anne Will verstehe ich gutt.

Ja, Anne Will spricht schön deutlich, stimme ich bei.

Nur verstehe ich nicht: …

Nanu? Wer talkt denn da noch bei der ARD?

Warum reden Deutsche so viel?

Nee, keine Ahnung, das weiß ich auch nicht.

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