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Archiv für den 15. Oktober 2011

Erwin Pelzig — Ich däät gern wissen…

Das neue iPhone und die Arbeitsrealität in China

Kohls ehemaliger Redenschreiber über die Piraten

Na, was soll man denn nun davon hal­ten? Der ehe­ma­li­ge Reden­schrei­ber Hel­mut Kohls Ste­phan Eisel fühlt sich beru­fen, vor dem Men­schen­bild der Pira­ten­par­tei zu warnen.

Gera­de beim Kern­the­ma der Inter­net­par­tei tritt dabei die pro­ble­ma­ti­sche Grund­aus­rich­tung der Pira­ten offen zu Tage: Ihr Men­schen­bild igno­riert die Ver­schie­den­ar­tig­keit und Gleich­wer­tig­keit der Men­schen. Denn wer mit dem Inter­net nichts anfan­gen kann oder will, passt nicht in ihr digi­ta­les Welt­bild und gehört nicht zu den „Aus­er­wähl­ten“ der neu­en Zeit. Das Welt­bild der Pira­ten ver­wei­gert sich zudem kon­se­quent dem unver­zicht­ba­ren und unauf­lös­ba­ren Zusam­men­hang von Frei­heit und Ver­ant­wor­tung. Vor einem christ­li­chen Men­schen­bild kann aber eli­tä­res Geba­ren eben­so wenig bestehen wie die bedin­gungs­lo­se Ver­göt­te­rung eines neu­en Mediums.

Die Pira­ten­par­tei der­art als Sek­te vor­zu­stel­len ist unge­fähr so fair, als wenn man alle Kohl-Verfehlungen auf Eisel bezie­hen wür­de. War­um über­haupt soll eine Par­tei so unge­mein reli­gi­ös geprägt sein, wie Eisel meint? Der von Eisel vor­ge­fun­de­ne Eli­ten­be­griff ist schlicht von ihm selbst in die Pira­ten­par­tei rein­ge­le­sen wor­den und kann so selbst­ver­ständ­lich leicht raus­ge­le­sen wer­den. Damit folgt Eisel eh dem katho­li­schen Man­tra, wer dem rech­ten Glau­ben abschwört, ver­ehrt fal­sche Göt­ter. Abge­se­hen, dass die­ses Vor­ge­hen zum Hand­werks­zeug eines Reden­schrei­bers gehört, ist die­se Fin­te strunzdämlich.

Dane­ben ist ja der letz­te Satz schon von ent­lar­ven­der Ein­fäl­tig­keit: Vor dem christ­li­chen Men­schen­bild kann eli­tä­res Geba­ren nicht bestehen? Schon lan­ge kei­nen kri­ti­schen Blick mehr auf die Katho­li­sche Kir­che gewor­den, was, Herr Eisel?

Nein, nein, die Pira­ten sind sicher­lich unge­mein kri­ti­sie­rungs­be­dürf­tig, man kriegt sie aber sicher nicht mit dem unkritisch-christlichem Gefa­sel aus den 80ern.

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