Gute Nacht, Freunde! https://t.co/wtpCZoHLQi

Archiv für den 30. September 2011

Guten Morgen

Morgenkaffee Wolfgang Michal verabschiedet Robin Meyer-Lucht auf carta.info. Spekulationen über die Todesursache werden so ein Ende gemacht. Man schaut den Menschen immer nur vor den Kopf, es liegt an ihnen, sich zu öffnen. Das gilt gerade für intellektuelle Köpfe.

Rücktrittsempfehlung mit dem Zaunpfahl: Die ARD-Sendung Panorama hat gestern Abend gepflegtes Silvana-Bashing hingelegt: Die Vorzeigefrau der FDP hat auch nach der vor 2 Jahren aufgekommenen Kritik über ihre Fehlzeiten im EU-Parlament, nichts unternommen, um ernsthaft im EU-Parlament mitzuarbeiten, so der Unterton der Sendung.

Der Popkulturjunkie hat während des Bundesvision Song Contests gebloggt. Finde ich gut, erspart einem das Anschauen der Sendung.

Und während ich mir die Frage stelle: Merkt die FDP irgendwann, dass ihr größtes Problem die Außendarstellung der eigenen Leute ist? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Kauderwelsch

In jeder Familie gibt es doch so den einen Onkel, der etwas merkwürdig ist. Der bei Kaffee und Kuchen stört, wo man doch gerade so einhellig beisammen sitzt. Der peinliche Sachen vom Stapel lässt, wo aller immer so verschämt ins Off versuchen zu gucken. Dessen Thema man schleunigst überlabern möchte.

Bei den Nachbarn meiner Oma war das früher deren alter Opa. Der stand immer im Vorgarten und hat von dort aus das Weltgeschehen kritisiert, immer in der Hoffnung, aber auch etwas wehmütig, auf eine bessere Zeit: „Unter Adolf hätte es sowas nicht gegeben.“ Sowas wie junge Mädchen in Jeans, laut fußballtretende Knirbse, nichtgrüßende Spatziergänger, knatternde Mofas, schreiende Schulkinder auf dem Weg zum Bus, Männer, die vollbepackt ihren nichtstragenden Frauen hinterherlaufen, Türken. So ziemlich alles, was an Menschlichem die Straße rauf und runter kam.

Dabei war Adolf nur das Synonym für Konservativität. Das Sosein der Alten, das Unflexible, das Sich-nicht-mehr-ändern-wollen, die Verteidigung der eigenen Entwicklung, unkritisierbar eingelullt in den Gedanken, der Adolf hätte lediglich für all das gestanden. Wenn’s regnete wurde der Opa reingeholt, so wie man den Sonnenschirm reinholt. Er wurde aber auch reingeholt, wenn er für zu viel Aufsehen unter den Nachbarn sorgte. Man möchte eben nicht zu sehr Dorftratschthema sein.

Bei der CDU ist so ein alter Opa der Siegfried Kauder. Natürlich darf ein jeder auch dort seine eigene Meinung haben. Inwieweit er sie breittreten darf, wird aber schon noch kontrolliert. Kontrolliert, nicht gemobbt, das ist der CDU wichtig. So eine Meinung kann ja durchaus nützlich sein, schließlich gibt es diverse Meinungen in der CDU. Irgendwen wird man da schon bedienen.

Nun muss der Siggi wohl im Vorgarten gestanden haben und junge Menschen kamen vorbei. Die hatten sowas gemacht, wie ihre Mofas frisieren. Und, oh, wie ist der Siggi da energisch geworden. Welch Frefeltat. Welch Ungezogenheit. Das muss verboten werden, strengstens. Da muss man mit Härte rangehen. Damit die das mal lernen. Härte und Strenge, nicht die neumoderne Tätschelverweichlichung. Das war schon früher gut so. Aus uns ist ja schließlich auch was geworden. Sowas brüllte der da im Vorgarten.

Da kamen dann ganz fix die Doro raus und der Peter und haben den Opa reingeholt: Nee, nee, das ist jetzt nur ne Einzelmeinung, die hat weder ne Mehrheit in unserem Haus, noch wird das ernsthaft mitgetragen, was der da im Vorgarten so rausposaunt hat. Alles wieder gut, wir sind noch zurechnungsfähig.

Wo käme man da auch hin, wenn man jeden in der CDU ernst nehmen würde.

Lesezeichen vom 30.09.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • CDU-Abweichler bei Euro-Abstimmung: Bravo, Bosbach! | STERN.DE – Es ist nicht nur verwunderlich, wie die Partei mit dem großen "C" im Parteinamen mit ihrem Abgeordneten Wolfgang Bosbach umspringt. Man muss das unmissverständlich benennen: Es ist eine politische und menschliche Sauerei. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel müsste eigentlich all jenen öffentlich widersprechen, die Bosbach in den stillen Winkeln des Bundestages als treu- und charakterlosen Karrieristen schmähen. Und er hätte auch ein schützendes Wort der Führung der Unionsfraktion verdient.
  • 24.09.2011: Smarte Streber mit Skorbut (Tageszeitung Neues Deutschland) – Das Wichtigste sind den Piraten Transparenz und direkte Demokratie, gern auch technisch auf dem neuesten Stand, mit Internet. Sie wollen nichts Bestimmtes, Hauptsache, »der Bürger« (Andreas Baum) stimmt darüber ab. In diesem Punkt erweisen sich Piraten als echte Liberale: Sie brauchen in Sachfragen weder Ahnung noch Meinung zu haben. Der Markt, ach nee, »der Bürger« wird's schon richten. In der Welt der Technokraten gibt es keine unterschiedlichen, gar widersprechenden Interessen, sondern nur objektive, also logisch und technisch richtige Lösungen. Wovon man nicht programmieren kann, darüber soll man schweigen. Die Piraten sind eine Partei von System-Administratoren.
  • Jacob Augstein: Wie schön die Kanzlerin säuseln kann! – SPIEGEL ONLINE – Die Deutschen sind der Meinung, es sei ein Europa der großen Konzerne. Da liegen sie nicht so falsch. Ein Europa des sozialen Ausgleichs wird es künftig noch weniger sein: Austerität heißt das Stichwort – Sparsamkeit. Das klingt nach Autorität. Und das passt. Um den Euro zu retten, werden sich die Staaten noch schlanker sparen müssen – oder sie erhöhen die Steuern.

    Der Verteilungskampf wird härter. In der Vergangenheit ist er nicht zugunsten der Bürger entschieden worden. Sondern zugunsten der Konzerne.

    Das hätte Jauch alles fragen können. Es liegt allerdings die Vermutung nahe, dass er der beliebteste Moderator des Landes ist, weil er solche Fragen nicht stellt.

  • ‚The Adventures of Huckleberry Finn‘ – Removing the N Word from Huck Finn: Top 10 Censored Books – TIME – As publishers print a new version of Mark Twain's classic 'The Adventures of Huckleberry Finn' without racial slurs, TIME takes a look at other books that have been bowdlerized
  • Nokia-Werksschließung in Rumänien: "Das klingt wie 2008 in Bochum" – SPIEGEL ONLINE – So sehr sich die Parallelen zur Werksschließung in Bochum vor drei Jahren auch aufdrängen: Dem Konzern geht es heute wesentlich schlechter.
  • Wolfgang Michal zum Tode Robin Meyer-Luchts: “…dass uns allen CARTA als Plattform fehlt” — CARTA – Ich wünschte, Robin, Du hättest noch längere Zeit innegehalten und über das Erreichte nachgedacht. Bei Tatjana und deinem Kind wärst Du sicher zur Ruhe gekommen. Uns allen bleibt nun, sein Projekt in seinem Sinne weiterzuführen.
  • Euro-Rebellen – Lammert muss Redezeit für Abweichler erzwingen – Berliner Morgenpost
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