Was ich noch sagen wollte zu… Frauenfußball

Es scheint gera­de etwas hip zu sein, möch­te­gern­lus­ti­ge Kom­men­ta­re und moral­in­ge­säu­er­te Ana­ly­sen über Frau­en­fuß­ball abzu­las­sen. Das wun­dert mich inso­fern etwas, da das bei der letz­ten WM, die die Deut­schen gewon­nen haben, nicht so augen­merk­lich der Fall gewe­sen ist.

Soll man Frauenfußball-WM gucken?
Darf man Frau­en­fuß­ball doof fin­den?
Was kann man(n) vom Frau­en­fuß­ball ler­nen?
War­um ich mich nicht für Frau­en­fuß­ball inter­es­sie­re
Bekommt der Deut­sche Frau­en­fuß­ball zu wenig Beach­tung?
Zeit, dass die Damen über­neh­men

Das ist auch wenig ver­wun­der­lich, da die Prä­sen­ta­ti­on des Frau­en­fuß­bals inten­sivst dar­auf getrimmt ist, weni­ger den sport­li­chen Aspekt der WM als den Frauen-sind-sowas-wie-kleine-Jungs-Aspekt zu bedie­nen:

Na? Haben Sie neben dem Jungs-Klischee noch ein ande­res ent­deckt? Ich mei­ne das mit dem Profi-Fußball. Das ist auch ein Män­ner­wort, was über­nom­men wird. Mit dem Unter­schied, dass Profi-Fußball bei den Män­nern bedeu­tet, dass man davon sehr gut leben kann. Dar­auf baut noch nicht­mal Kers­tin Garefre­kes.

Es ist wirk­lich scha­de, wie wenig das Sport­li­che zum Tra­gen kommt bei der WM in Deutsch­land. Natür­lich wür­de Frau­en­fuß­ball anders aus­se­hen, wenn man dabei so viel ver­die­nen könn­te, wenn man so inten­siv trai­nie­ren wür­de wie im Män­ner­fuß­ball. Die Jungs von den Färöer-Inseln spie­len auch etwas ama­teur­haf­ter, weil sie im All­tag ande­ren Beru­fen nach­ge­hen.

Aber alles Ver­glei­chen­de ent­schul­digt nicht die geschlech­ter­ori­en­tier­te Prä­sen­ta­ti­on, die mora­lin­saure Poli­ti­cal Cor­rect­ness und die feh­len­de sport­fach­li­chen Ana­ly­sen, gera­de bei den Kom­men­ta­to­ren, die immer nur das beschrei­ben, was man als Zuschau­er eh mit­an­sieht. Wür­de man ein Trink­spiel machen, bei dem auf jedes ange­führ­te Kli­schee in der Fern­seh­be­richt­erstat­tung getrun­ken wer­den müss­te, man wäre um 15.30 Uhr hacken­stramm.

Da bleibt nicht die Fra­ge über, ob man das Gan­ze doof fin­den darf, son­dern die, wie­so das Gan­ze so doof rüber­ge­bracht wird.

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