Hauptstadt basics

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Ich fin­de ja, dass man in einem frem­den Land erst dann rich­tig ange­kom­men ist, wenn man von einem Ein­ge­bo­re­nen wegen irgend­ei­nes Ver­sto­ßes gegen die Sit­ten des Lan­des blö­de ange­pampt wird.

In Ber­lin ging das bei mir ganz fix. Ich pla­ne Rei­sen nie bis ins Detail durch. Es ist mir ers­tens zu viel blö­de Pla­nungs­ar­beit und sich durch­zu­kämp­fen in frem­den Umge­bun­gen fin­de ich irgend­wie auch her­aus­for­dern­der. Also wuß­te ich nur in etwa, als ich nach Ber­lin fuhr, was ich wo fin­den wür­de. Ein TXL-Bus bräch­te mich qua­si direkt vor mei­ne Unter­kunft, von der ich mir auch nicht mal die Haus­num­mer gemerkt hat­te. Da es in Ber­lin die unter­schied­lichs­ten Bezeich­nun­gen für Ver­kehrs­mit­tel gibt, woll­te ich am Haupt­bahn­hof irgend­wie erst­mal raus­be­kom­men, was denn TXL-Busse so sind, neben Stra­ßen­bah­nen, S-Bahnen, Trams, nor­ma­len Bus­sen und so.

Also rann­te ich mich nichts, dich nichts zum Schal­ter der Deut­sche Bahn und frag­te:

Ich muss einen TXL-Bus neh­men. Kön­nen Sie mir sagen, was das ist?

Im Hand­um­dre­hen bekam ich gleich vor Ort mei­ne Berlin-Taufe:

Watt dett is? Ditt is de Bus, der nach Tegel fährt. Dett is ditt.

Fand ich groß­ar­tig: Die­se nicht unschlüs­si­ge Auf­fas­sung, ich hät­te nach einer Defi­ni­ti­on gefragt, ver­bun­den mit der leich­ten Ange­piss­heit, außer­halb einer Lehr­an­stalt nach Defi­ni­tio­nen gefragt zu wer­den. Und das alles im brei­tes­ten Ber­li­ne­risch, das die Deut­sche Bahn zulässt. Sehr schön.

Für eine wei­te­re Irri­ta­ti­on sorg­te ich dann abends. Wir hat­ten eine recht net­te Loka­li­tät an der Oslo­er ent­deckt und nach zwei Hal­ben mein­te ich zur Wir­tin das Ende ein­läu­tend:

Och, ein klei­nes Bier trin­ke ich wohl noch.

Da schau­te mich die Wir­tin leicht kopf­schüt­telnd irri­tiert an:

Null vier oder watt?!

GEBONGT!

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