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  • Sil­vana Koch-Mehrins Dok­torar­beit: Warten und ban­gen — Tagesspiegel — Koch-Mehrin. Sie selb­st schweigt zu allem, was zeigt, wie ernst sie es nimmt. Sie muss es auch, denn ein­er ihrer größten Feinde ist, wie bei Gut­ten­berg, der Neid ander­er, gekop­pelt mit dem eige­nen Laster, ihn stetig anfachen zu müssen. Gut­ten­berg schmiss sich auf dem Times Square in Ange­ber­pose, Koch-Mehrin strahlte mit Schwanger­schafts­bauch aus der Illus­tri­erten. Schöne Haare, schöne Gesichter, schöne Töchter, glück­liche Ehen und Erfolg im Beruf, hier ein alter Adel­sti­tel, dort immer­hin ein Vor­name, der schillert – ins­ge­samt ein Glanz, den der gern aus­gestellte Dok­tor richtig zum Leucht­en brin­gen sollte. Alles qual­i­fiziert dazu, den Häme­fak­tor hochzuschrauben, die Sit­u­a­tion der FDP tut ein Übriges. Nun wird sie warten und ban­gen. Gut­ten­berg hat­te die Lat­te erst geris­sen, dann hochgelegt. Drunter durch kann kein­er mehr.
  • Sam­melk­lage: “Ari­an­na Huff­in­g­ton ist schlim­mer als jed­er Bankman­ag­er” — SPIEGEL ONLINE — Der Pub­lizist Jonathan Tasi­ni ist wütend: Für seine Artikel auf “Huff­in­g­ton Post” hat er nie Geld bekom­men, doch Ari­an­na Huff­in­g­ton ver­di­ent Mil­lio­nen am Verkauf der Plat­tform. Tasi­ni klagt und schimpft — Juris­ten hal­ten seine Erfol­gschan­cen für ger­ing.
  • 25-Prozent-Ziel: Ex-IWF-Chefökonom zählt Ack­er­mann zu “gefährlich­sten Bankern” — SPIEGEL ONLINE — Der frühere IWF-Chefökonom Simon John­son hält Josef Ack­er­mann für “einen der gefährlich­sten Bankman­ag­er der Welt”. Sein berüchtigtes Ren­diteziel von 25 Prozent ermögliche allein der deutsche Steuerzahler — weil er not­falls für eine Pleite hafte.
  • Blog­gerkon­ferenz „re:publica“: Die Dig­i­tale Gesellschaft befragt das Inter­net — FAZ.NET
  • Fefes Blog — IKEA hat eine US-Fab­rik gebaut. — Wer IKEA ein biss­chen ver­fol­gt hat, für den ist das erstaunlich, denn deren Rezept war immer, dass sie in den Niedriglohn-Aus­beuter­län­dern fer­ti­gen lassen, damit es dann bei uns bil­lig ist. Als die Mauer noch da war, ließen die z.B. in der DDR fer­ti­gen. Später zogen sie dann weit­er in den Osten. Immer dahin, wo die Arbeit­er­schutzge­set­ze möglichst schwach waren. Und die fer­ti­gen jet­zt in den USA? Nun, der Wider­spruch lässt sich aufk­lären. Die haben ein­fach die Geset­ze unter­sucht und fest­gestellt, dass es auch in den USA keinen nen­nenswerten Arbeit­er­schutzge­set­ze gibt, die sie von der sys­tem­a­tis­chen Aus­beu­tung der Arbeit­er abzuhal­ten.
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Hauptstadt basics

rp11smallIch finde ja, dass man in einem frem­den Land erst dann richtig angekom­men ist, wenn man von einem Einge­bore­nen wegen irgen­deines Ver­stoßes gegen die Sit­ten des Lan­des blöde angepampt wird.

In Berlin ging das bei mir ganz fix. Ich plane Reisen nie bis ins Detail durch. Es ist mir erstens zu viel blöde Pla­nungsar­beit und sich durchzukämpfen in frem­den Umge­bun­gen finde ich irgend­wie auch her­aus­fordern­der. Also wußte ich nur in etwa, als ich nach Berlin fuhr, was ich wo find­en würde. Ein TXL-Bus brächte mich qua­si direkt vor meine Unterkun­ft, von der ich mir auch nicht mal die Haus­num­mer gemerkt hat­te. Da es in Berlin die unter­schiedlich­sten Beze­ich­nun­gen für Verkehrsmit­tel gibt, wollte ich am Haupt­bahn­hof irgend­wie erst­mal raus­bekom­men, was denn TXL-Busse so sind, neben Straßen­bah­nen, S-Bah­nen, Trams, nor­malen Bussen und so.

Also ran­nte ich mich nichts, dich nichts zum Schal­ter der Deutsche Bahn und fragte:

Ich muss einen TXL-Bus nehmen. Kön­nen Sie mir sagen, was das ist?

Im Han­dum­drehen bekam ich gle­ich vor Ort meine Berlin-Taufe:

Watt dett is? Ditt is de Bus, der nach Tegel fährt. Dett is ditt.

Fand ich großar­tig: Diese nicht unschlüs­sige Auf­fas­sung, ich hätte nach ein­er Def­i­n­i­tion gefragt, ver­bun­den mit der leicht­en Angepis­sheit, außer­halb ein­er Lehranstalt nach Def­i­n­i­tio­nen gefragt zu wer­den. Und das alles im bre­itesten Berliner­isch, das die Deutsche Bahn zulässt. Sehr schön.

Für eine weit­ere Irri­ta­tion sorgte ich dann abends. Wir hat­ten eine recht nette Lokalität an der Oslo­er ent­deckt und nach zwei Hal­ben meinte ich zur Wirtin das Ende ein­läu­tend:

Och, ein kleines Bier trinke ich wohl noch.

Da schaute mich die Wirtin leicht kopf­schüt­tel­nd irri­tiert an:

Null vier oder watt?!

GEBONGT!

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Zweit­er Tag der re:publica. Das Wet­ter ist düster, aber es reg­net nicht, wahrschein­lich noch nicht.

Gestern hat gen Abend Sascha Lobo noch seinen krach­led­er­nen Vor­trag über Troll­forschung gehal­ten, den ich wegen spon­tan­er Ermü­dung schnell ver­lassen habe. Aber immer­hin scheint er ja einige Zuhör­er zu geistiger Aktiv­ität beflügelt zu haben wie Johannes Schnei­der vom Tagesspiegel:

Lobo selb­st erscheint in diesem Moment als Fik­tion eines pop­ulär­wis­senschaftlichen Ich, dem die Kat­e­gorien selb­st für pop­ulär­wis­senschaftliche Ver­hält­nisse unfass­bar ent­gleit­en

Die FDP will den Kampf gegen den Zeiber­wor aufnehmen.

Patrick Beuth hat ein sehr nettes, kleines Por­trait von Markus Beckedahl geschrieben, lei­der auch etwas kri­tik­los.

Die Bun­desregierung weist libysche, und ich sage weit­er­hin lübis­che, Diplo­mat­en wegen Drucks auf Stu­den­ten aus.

Und während ich mir die Frage stelle: Kann man nicht auch mal deutsche Poli­tik­er wegen Drucks auf Stu­den­ten ausweisen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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