Guten Morgen, liebe Folglinge! ☕

Archiv für den 14. April 2011

A brief history of Title Design

Guten Morgen

Morgenkaffee

Zwei­ter Tag der re:publica. Das Wet­ter ist düs­ter, aber es reg­net nicht, wahr­schein­lich noch nicht.

Ges­tern hat gen Abend Sascha Lobo noch sei­nen krach­le­der­nen Vor­trag über Troll­for­schung gehal­ten, den ich wegen spon­ta­ner Ermü­dung schnell ver­las­sen habe. Aber immer­hin scheint er ja eini­ge Zuhö­rer zu geis­ti­ger Akti­vi­tät beflü­gelt zu haben wie Johan­nes Schnei­der vom Tages­spie­gel:

Lobo selbst erscheint in die­sem Moment als Fik­ti­on eines popu­lär­wis­sen­schaft­li­chen Ich, dem die Kate­go­ri­en selbst für popu­lär­wis­sen­schaft­li­che Ver­hält­nis­se unfass­bar entgleiten

Die FDP will den Kampf gegen den Zei­ber­wor aufnehmen.

Patrick Beuth hat ein sehr net­tes, klei­nes Por­trait von Mar­kus Becke­dahl geschrie­ben, lei­der auch etwas kritiklos.

Die Bun­des­re­gie­rung weist liby­sche, und ich sage wei­ter­hin lübi­sche, Diplo­ma­ten wegen Drucks auf Stu­den­ten aus.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Kann man nicht auch mal deut­sche Poli­ti­ker wegen Drucks auf Stu­den­ten aus­wei­sen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[ Foto: Luc van Gent ]

Hauptstadt basics

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Ich fin­de ja, dass man in einem frem­den Land erst dann rich­tig ange­kom­men ist, wenn man von einem Ein­ge­bo­re­nen wegen irgend­ei­nes Ver­sto­ßes gegen die Sit­ten des Lan­des blö­de ange­pampt wird.

In Ber­lin ging das bei mir ganz fix. Ich pla­ne Rei­sen nie bis ins Detail durch. Es ist mir ers­tens zu viel blö­de Pla­nungs­ar­beit und sich durch­zu­kämp­fen in frem­den Umge­bun­gen fin­de ich irgend­wie auch her­aus­for­dern­der. Also wuß­te ich nur in etwa, als ich nach Ber­lin fuhr, was ich wo fin­den wür­de. Ein TXL-Bus bräch­te mich qua­si direkt vor mei­ne Unter­kunft, von der ich mir auch nicht mal die Haus­num­mer gemerkt hat­te. Da es in Ber­lin die unter­schied­lichs­ten Bezeich­nun­gen für Ver­kehrs­mit­tel gibt, woll­te ich am Haupt­bahn­hof irgend­wie erst­mal raus­be­kom­men, was denn TXL-Busse so sind, neben Stra­ßen­bah­nen, S-Bahnen, Trams, nor­ma­len Bus­sen und so.

Also rann­te ich mich nichts, dich nichts zum Schal­ter der Deut­sche Bahn und fragte:

Ich muss einen TXL-Bus neh­men. Kön­nen Sie mir sagen, was das ist? 

Im Hand­um­dre­hen bekam ich gleich vor Ort mei­ne Berlin-Taufe:

Watt dett is? Ditt is de Bus, der nach Tegel fährt. Dett is ditt.

Fand ich groß­ar­tig: Die­se nicht unschlüs­si­ge Auf­fas­sung, ich hät­te nach einer Defi­ni­ti­on gefragt, ver­bun­den mit der leich­ten Ange­piss­heit, außer­halb einer Lehr­an­stalt nach Defi­ni­tio­nen gefragt zu wer­den. Und das alles im brei­tes­ten Ber­li­ne­risch, das die Deut­sche Bahn zulässt. Sehr schön.

Für eine wei­te­re Irri­ta­ti­on sorg­te ich dann abends. Wir hat­ten eine recht net­te Loka­li­tät an der Oslo­er ent­deckt und nach zwei Hal­ben mein­te ich zur Wir­tin das Ende einläutend:

Och, ein klei­nes Bier trin­ke ich wohl noch.

Da schau­te mich die Wir­tin leicht kopf­schüt­telnd irri­tiert an:

Null vier oder watt?!

GEBONGT!

Das etwas andere Gefängnis

Lesezeichen

  • Sil­va­na Koch-Mehrins Dok­tor­ar­beit: War­ten und ban­gen — Tages­spie­gel — Koch-Mehrin. Sie selbst schweigt zu allem, was zeigt, wie ernst sie es nimmt. Sie muss es auch, denn einer ihrer größ­ten Fein­de ist, wie bei Gut­ten­berg, der Neid ande­rer, gekop­pelt mit dem eige­nen Las­ter, ihn ste­tig anfa­chen zu müs­sen. Gut­ten­berg schmiss sich auf dem Times Squa­re in Ange­ber­po­se, Koch-Mehrin strahl­te mit Schwan­ger­schafts­bauch aus der Illus­trier­ten. Schö­ne Haa­re, schö­ne Gesich­ter, schö­ne Töch­ter, glück­li­che Ehen und Erfolg im Beruf, hier ein alter Adels­ti­tel, dort immer­hin ein Vor­na­me, der schil­lert – ins­ge­samt ein Glanz, den der gern aus­ge­stell­te Dok­tor rich­tig zum Leuch­ten brin­gen soll­te. Alles qua­li­fi­ziert dazu, den Häme­fak­tor hoch­zu­schrau­ben, die Situa­ti­on der FDP tut ein Übri­ges. Nun wird sie war­ten und ban­gen. Gut­ten­berg hat­te die Lat­te erst geris­sen, dann hoch­ge­legt. Drun­ter durch kann kei­ner mehr.
  • Sam­mel­kla­ge: “Ari­an­na Huf­fing­ton ist schlim­mer als jeder Bank­ma­na­ger” — SPIEGEL ONLINE — Der Publi­zist Jona­than Tas­i­ni ist wütend: Für sei­ne Arti­kel auf “Huf­fing­ton Post” hat er nie Geld bekom­men, doch Ari­an­na Huf­fing­ton ver­dient Mil­lio­nen am Ver­kauf der Platt­form. Tas­i­ni klagt und schimpft — Juris­ten hal­ten sei­ne Erfolgs­chan­cen für gering.
  • 25-Prozent-Ziel: Ex-IWF-Chefökonom zählt Acker­mann zu “gefähr­lichs­ten Ban­kern” — SPIEGEL ONLINE — Der frü­he­re IWF-Chefökonom Simon John­son hält Josef Acker­mann für “einen der gefähr­lichs­ten Bank­ma­na­ger der Welt”. Sein berüch­tig­tes Ren­di­te­ziel von 25 Pro­zent ermög­li­che allein der deut­sche Steu­er­zah­ler — weil er not­falls für eine Plei­te hafte.
  • Blog­ger­kon­fe­renz „re:publica“: Die Digi­ta­le Gesell­schaft befragt das Inter­net — FAZ.NET
  • Fefes Blog — IKEA hat eine US-Fabrik gebaut. — Wer IKEA ein biss­chen ver­folgt hat, für den ist das erstaun­lich, denn deren Rezept war immer, dass sie in den Niedriglohn-Ausbeuterländern fer­ti­gen las­sen, damit es dann bei uns bil­lig ist. Als die Mau­er noch da war, lie­ßen die z.B. in der DDR fer­ti­gen. Spä­ter zogen sie dann wei­ter in den Osten. Immer dahin, wo die Arbei­ter­schutz­ge­set­ze mög­lichst schwach waren. Und die fer­ti­gen jetzt in den USA? Nun, der Wider­spruch lässt sich auf­klä­ren. Die haben ein­fach die Geset­ze unter­sucht und fest­ge­stellt, dass es auch in den USA kei­nen nen­nens­wer­ten Arbei­ter­schutz­ge­set­ze gibt, die sie von der sys­te­ma­ti­schen Aus­beu­tung der Arbei­ter abzuhalten.
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