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Duve, Karen — Anständig essen

buchleser

Die­ses Buch nervt. Ich weiß auch nicht, wie­so es gera­de so oft in den Medi­en zu fin­den ist. Ich habe auch nicht ver­stan­den, ob einer der Grün­de, dass es die­ses Buch ist, der­je­ni­ge ist, dass eine Auto­rin ihrem Ver­lag mal wie­der ein Buch ver­schaf­fen muss. Das Buch nervt schlicht wegen sei­nes über­bor­den­den Sub­tex­tes, durch den man irgend­wann nicht mehr durch­schaut und durch­schau­en will. Dabei hat Karen Duve auch mit dem Lexi­kon der berühm­ten Tie­re mei­ne Lieb­lings­klo­lek­tü­re geschaf­fen. Dabei ist die Grund­aus­gangs­la­ge von Anstän­dig essen leicht erläutert:

Die Grau­sam­kei­ten, Gemein­hei­ten und Rück­sichts­lo­sig­kei­ten, die Men­schen wie ich jden Tag bege­hen, sind die Fol­gen eines bilo­gi­schen Prin­zips, das wir mit allen ande­ren Spie­zi­es auf die­sem Pla­ne­ten tei­len, dem Prin­zip Eigennutz.

So gese­hen ist das Essen von Tie­ren legi­ti­miert. In Fra­ge­stel­lun­gen dar­über, ob und auf wel­che Wei­se Tie­re genutzt wer­den dür­fen, wird oft auf Tier­ethik ver­wie­sen. Nur gibt es schlicht kei­nen Grund, Ethik auf Tie­re selbst aus­zu­wei­ten. Daher ver­weist auch Duve auf Mit­leid oder Mit­ge­fühl, um Tier­nut­zung als ethi­sche Ange­le­gen­heit aus­zu­ge­ben. Aber dies ist schlicht nur ein argu­men­ta­ti­ver Grund­feh­ler. Als argu­men­ta­ti­ve Her­an­ge­hens­wei­se taugt das Buch somit nicht. Viel­leicht sen­si­bi­li­siert es den­noch eini­ge Leser, was ihr Ess­ver­hal­ten betrifft. Und auch als eine Art per­sön­li­cher Erzäh­lung mag es sei­ne Berech­ti­gung haben. Wie gesagt, mich nervt nur der gan­ze teils naiv-persönliche Sub­text. Das ver­wäs­sert nur das gan­ze The­ma. Bes­ser Thi­lo Bode lesen.

2 Kommentare zu „Duve, Karen — Anständig essen“

  • Habe Karen Duve auf dem “blau­en Sofa” in Leip­zig gese­hen, bin erstaunt, was sie alles nicht über Tier­hal­tung weiß! Kühe wer­den z.B. nicht nur 1 Jahr alt! Nach einem Jahr ist ein Kalb erst­mal ein Rind, im Jahr dar­auf wenn es zum ers­ten mal gekalbt hat eine Fär­se und erst dann eine Kuh, die dann auch noch eini­ge Jah­re lebt, denn die Milch­leis­tung ist nicht von Anfang an gleich gut. Außer­dem nimmt man die Käl­ber nicht den Kühen weg um alle Milch ver­kau­fen zu kön­nen, die ers­te Milch nach der Geburt des Kal­bes kann über­haupt nicht zum Ver­kauf ver­wen­det wer­den. Wenn man schon so radi­ka­le The­sen ver­tritt, soll­te man genau recher­chie­ren. Ich bin bestimmt auch für Tier­schutz zu haben, aber man kann auch alles übertreiben.

    Helga - 31.03.2011 um 19:48 Uhr Uhr - Antworten
    • Das sehe ich ähn­lich. Außer der Mei­nung, sie ernäh­re sich ohne Fleisch, weil das nicht mora­lisch sei, kommt in die­sem Tage­buch inhalt­lich nichts. Ich sehe aber nicht, dass Fleisch zu essen grund­sätz­lich eine mora­li­sche Ver­feh­lung dar­stellt. Das Buch ist eben nicht ein Auf­klä­rungs­buch, wie es sein will, son­dern nur ein Ich-stelle-meine-Ernährung-um-Buch. Viel­leicht hilft das ja jeman­dem, sich bes­ser zu ernähren.

      Carsten - 31.03.2011 um 21:01 Uhr Uhr - Antworten

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