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CDU will Internetzensur — ab sofort

Mit­glieder der CDU/C­SU-Frak­tion möcht­en mit sofor­tiger Wirkung die Inter­net­zen­sur in Deutsch­land ein­führen, weil die mit der FDP vere­in­barte Aus­set­zungs­frist der Zen­sur heute aus­läuft:

Der ein­seit­ige Ansatz des Löschens von Kinder­porno­seit­en hat sich als Flop erwiesen”, sagte Unions­frak­tionsvize Gün­ter Krings der Neuen Osnabrück­er Zeitung unter Beru­fung auf die aktuelle Jahres­bi­lanz des Bun­deskrim­i­nal­samts (BKA). “Die Ergeb­nisse nach einem Jahr sind ein­deutig. Ohne Inter­netsper­ren geht es im Kampf gegen Kinder­pornografie nicht.”

Da haben sie aber auch wirk­lich den Richti­gen vorgeschickt. Krings ist der­jenige, der vor ein­er Woche noch meinte, die Vor­würfe gegen Gut­ten­berg seien lächer­lich, das Ganze sei eh nur eine Kam­pagne der Oppo­si­tion:

Seine Dok­torar­beit ist von einem der führen­den deutschen Ver­fas­sungsrechtler wis­senschaftlich betreut wor­den und in einem höchst renom­mierten Wis­senschaftsver­lag erschienen, der für seine stren­gen Maßstäbe bekan­nt ist.

Um es mal mit Fefe zu sagen:

Die Besten der Besten der Besten, Sir!

Würde mich nicht wun­dern, wenn dies nur eine hil­f­s­lose Aktion wäre, um das Gut­ten­berg-Feuer auszutreten. Aber wer Krings zum Feuer­aus­treten schickt, der kann eigentlich auch gle­ich Brandbeschle­u­niger benutzen.

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Was ich noch sagen wollte… zu Jan Fleischhauer

Wenn es noch eines Beweis­es bedurft hätte, dass Jan Fleis­chhauer für den SPIEGEL das ist, was Franz-Josef Wag­n­er für die Blödzeitung, dann dieser Artikel über die Kri­tik an Gut­ten­bergs Dok­torar­beit­spla­giat als Geschichte des Auf­s­tands der Bürg­er­lichen gegen den kon­ser­v­a­tiv­en Adel:

der Bun­desmin­is­ter der Vertei­di­gung, Karl-Theodor zu Gut­ten­berg, hat sich bei der Abfas­sung sein­er Dok­torar­beit zu freige­big aus den Arbeit­en ander­er Leute bedi­ent. Eine unverzeih­liche Schlam­perei bei den Fußnoten — und schon dro­ht den “Fun­da­men­tal­w­erten ein­er bürg­er­lichen Gesellschaft” irrepara­bler Schaden, wie die Oppo­si­tion nun barmt.

Nee, Herr Fleis­chhauer, das haben Sie ein­fach nicht ver­standen: Copy-Karl hat sich nicht freigiebig bedi­ent, er hat vorsät­zlich abgekupfert, fremde Gedanken als eigene aus­gegeben und das nicht duch vergessene Fußnoten, son­dern durch sim­ples Kopieren, das niemals fußgenotet wer­den sollte. Der Schaden widerum, der von 30.000 Dok­toran­den angeprangert wird, entste­ht nicht durch Gut­ten­bergs Pla­giat, son­dern durch die Tolerierung eines der­ar­ti­gen Hochsta­plers seit­ens der Bun­desregierung. Das ist etwas anderes.

Zunächst ein­mal ist festzuhal­ten, dass Gut­ten­berg ger­ade kein Bürg­er­lich­er ist, wie schon ein Blick auf die Liste sein­er Vor­na­men zeigt, vom Frei­her­ren ganz zu schweigen. Wenn über­haupt, dann lässt der fahrläs­sige Umgang mit den Usan­cen des Wis­senschafts­be­triebs ein Standes­be­wusst­sein erken­nen, wie es dem Adel seit jeher eigen ist.

Soll das nun eine rasse­nar­ti­gen Unter­schied zwis­chen Bürg­er­lichen und Adeli­gen darstellen, der verzei­h­bar ist? Ein dop­pel­ter Blödsinn, bei dem man gar nicht mehr genau weiß, wann man mit der diesem Gedanken entsprechen­den Fazial­palmierung aufhören sollte. Außer­dem: Der Dok­tor­grad ist keine Usance, sprich kein Han­dels­ge­gen­stand ein­er sozialen Gruppe, son­dern eine Würde. Das hat Fleis­chhauer auch nicht ver­standen.

Die Frage ist nur, ob man dies als tadelnswerte Abwe­ichung betra­chtet oder eher als lässliche Sünde, ja sog­ar lobenswerte Auflehnung gegen die repres­sive Bürg­er­moral.

Nicht zu vergessen, Fleis­chhauer behan­delt hier ger­ade einen Pla­giat­en, der schein­bar wed­er den Vor­wurf sys­tem­a­tis­chen Plagi­ierens, der im Raum ste­ht, aus­räu­men kann, noch den Umfang des Pla­giats selb­st erfasst hat. Ein Betrüger ist nach Fleis­chhauer also möglicher­weise ein Held, weil seine Mis­se­tat der Gesellschaft bish­er nicht aufge­fall­en ist?

Nein, in Fleis­chhauers Welt gibt es keine sach­lich berechtigte Kri­tik an Gut­ten­bergs Pla­giat — allein deswe­gen nicht, weil er es nicht ver­standen hat.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Bei der FDP gibt es noch Spaßvögels: Forschung­sex­perte Mar­tin Neu­mann fordert von Copy-Karl, er soll die Pla­giatsvor­würfe inner­halb von zwei Wochen aus­räu­men. Schnöff tätäääääää!

Die Erde kön­nte im Herb­st von einem deutschen Satel­liten getrof­fen wer­den.

Der türkische Min­is­ter­präsi­dent Erdo­gan hat in Düs­sel­dorf vor 10.000 Immi­granten propagiert, diese soll­ten sich inte­gri­eren, aber nicht assim­i­lieren:

Im inter­na­tionalen Recht existiert die Vorschrift, dass Migranten in den Län­dern, in denen sie leben, die Sprache und Kul­tur ihres Herkun­ft­s­lan­des pfle­gen sollen.

Ja, super! Erdo­gans Pop­ulis­mus basiert auf einem Fun­da­men­tal­is­mus, nach dem im inter­na­tionalen Recht, was wohl das Völk­er­recht sein soll, die Pflicht zur Beibehal­tung vorherge­hen­der Kul­tur drin ste­hen soll. So ein Mumpitz.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum will die Türkei bei Beibehal­tung eines so tum­ben Nation­al­is­mus’ über­haupt in die EU? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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