Was ich noch sagen wollte… zum zweifachen Guttenberg

Das The­ma Gut­ten­berg & sein Pla­giat ist nicht tot zu kriegen. Das mögen die einen bedauern und die anderen mag es inter­essieren. Rheotrisch betra­chtet ist der Schachzug, den die CDU da ger­ade vorn­immt, waghal­sig: Sie ver­dop­pelt ein­fach Karl-Theodor zu Gut­ten­berg.

Als Dieter Jasper im let­zten Jahr mit seinem erkauften Dok­tor­würde auf­flog, da scherte sich nie­mand aus der CDU um seine Per­son. Das lag teils daran, dass kaum jeman­dem außer­halb seines Ortsvere­ins ihn son­der­lich gut kan­nte. Daher hieß damals die Devise der CDU: Aus­sitzen und den Schaden für die Partei möglichst ger­ing hal­ten. Man schweigt über den falschen Dok­tor und läßt ihn selb­st knapp ein Jahr nicht mehr ans Red­ner­pult.

So ein­fach geht das bei Her­rn Gut­ten­berg nicht. Und das hat auch mit anderen Kon­no­ta­tio­nen zu tun: Gut­ten­bergs Partei, die CSU, befind­et sich in einem steti­gen Abwärt­strend, der durch Gut­ten­berg abgemildert, wenn nicht gestoppt wer­den kön­nte. Das ergäbe für die CSU, als auch für die CDU auf Bun­de­sebene, Auftrieb. Im poli­tis­chen Bere­ich ist das gle­ichbe­deu­tend mit poli­tis­chem Ein­fluß und Man­dat­en, sprich: Arbeit­splätzen.

Und so lässt sich die CDU erst­mals etwas gegen die bedrück­end ein­deuti­gen Pla­giatsvor­würfe ein­fall­en, gegen die kein sach­lich­es Argu­ment mehr wirkt: Der zweifache Gut­ten­berg. Der erste ist der böse Gut­ten­berg: Der ver­hin­derte Jurist ohne zweites Staat­sex­a­m­en, aber mit ein­er der bemerkenswertesten Dok­torar­beit­en der Wis­senschafts­geschichte: Einem Sum­ma-cum-laude-Pla­giat. Der zweite ist der gute Vertei­di­gungsmin­is­ter, der für die Bun­deswehrsol­dat­en in Afghanistan Jesus-Sta­tus erre­icht hat, und als kom­mender Bun­deskan­zler gehan­delt wird.

Für die Merkel ist allein seine Min­is­ter­ar­beit entschei­dend, für Bouffi­er und von der Leyen ist es das Wichtig­ste, dass er ein guter Vertei­di­gungsmin­is­ter ist.

Wichtiger als die Frage der Ehrlichkeit. Ungeachtet der Tat­sache, dass Gut­ten­berg als Vertei­di­gungsmin­is­ter in seinem Min­is­teri­um die bis­lang einzige Pressekon­ferenz zu seinem Dok­tor­würde gab. Mit dem zweit­en regiert man bess­er. Man sollte nur vorher sein Hirn auss­chal­ten.

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