Mappus’ Klatscher

Ste­fan Map­pus hat heu­te sei­ne Regie­rungs­er­klä­rung zu Stutt­gart 21 gehal­ten. Bei dem Druck, unter dem die Baden-Würtembergische CDU als Lan­des­re­gie­rungs­par­tei gera­de vor Ort und bun­des­weit steht, war die­se wohl gera­de­zu ersehnt wor­den. Anders als Rücken­de­ckung konn­te man die anschlie­ßen­de stan­ding ova­ti­on wohl nicht erklä­ren.

Ins Auge gefal­len beim Applaus ist mir nur der etwas in sei­nem Sitz hän­gen­de, voll­schlan­ke CDU-Politiker, der im fol­gen­den Bild mittig-links, leicht über der blon­den Poli­ti­ke­rin zu fin­den ist. Der hängt so in sei­nem Ses­sel dass er über sei­nem Bauch applau­die­ren muss. Und irgend­wie ist das bei ihm schon kein Applaus mehr, das ist ast­rein der klei­ne Hai:

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Guten Morgen

morgenkaffee

Da hat die Kanz­le­rin aber ein­mal ein reli­giö­ses Macht­wort gespro­chen: Es stim­me wie Bun­des­prä­si­dent Wulff sagt, dass der Islam zu Deutsch­land gehö­re wie Chris­ten­tum und Juden­tum, er gehö­re aber eben nicht zum Selbst­ver­ständ­nis Deutsch­lands. Das ist dann wohl die CDU-Variante von: Ich bin nicht frem­den­feind­lich, aber ich mag kei­ne Aus­län­der.

Mal­te Wel­ding befasst sich mit dem Buch von Ste­pha­nie Gut­ten­berg über sexu­el­len Kin­des­miß­brauch und trifft auf ein Mach­werk aus der Kitsch­kis­te:

Frau zu Gut­ten­berg macht dabei etwas, das sie ver­mut­lich nicht beab­sich­tigt. Indem sie einen Zusam­men­hang her­stellt zwi­schen Vide­os, die Kin­der sich anse­hen, und sexu­el­lem Miss­brauch, wirkt es auf ein­mal, als könn­ten die Kin­der etwas an dem an ihnen ver­üb­ten Ver­bre­chen ändern, wür­den sie statt MTV den Kin­der­ka­nal anschau­en. Das erin­nert dann doch arg an die Argu­men­ta­ti­on frü­he­rer Ver­ge­wal­ti­gungs­pro­zes­se: Wenn die Frau doch einen Mini­rock trägt, dann ist sie halt sel­ber Schuld.
Natür­lich meint zu Gut­ten­berg das nicht so, sie denkt halt ein­fach nicht beson­ders scharf. Oder las­sen Sie es mich freund­li­cher for­mu­lie­ren: Sie ist erstaun­lich unsor­tiert. Tim Ren­ner (unter ande­rem Pro­fes­sor an der Pop-Akademie Baden-Württemberg) weist dar­über hin­aus dar­auf hin, wie sich Ste­pha­nie zu Gut­ten­berg geschmückt mit Teu­fels­hörn­chen auf einem AC/DC-Konzert foto­gra­fie­ren lässt und schließt, es sei völ­lig inak­zep­ta­bel „sich einer­seits des Rock’n’Rolls zu bedie­nen, wenn es dar­um geht, sich und den Gat­ten in der Öffent­lich­keit als lus­ti­ge CSU-Rebellen zu posi­tio­nie­ren und ihn dann zu miss­brau­chen, um einen popu­lis­ti­schen Beleg für The­sen rings um ein so schreck­li­ches Phä­no­men wie Kin­des­miss­brauch zu haben“.

Micha­el Spreng bewer­tet die Infor­ma­ti­on, dass Wolf­gang Schäub­le eine Rück­nah­me ermä­ßig­ter Mehr­wert­steu­er­sät­ze ( z.B. “sie­ben Pro­zent Mehr­wert­steu­er für Renn­pfer­de, Schnitt­blu­men, Hun­de­fut­ter – und auch für die Hote­liers” ) zurück­ge­neh­men will als schlech­te Nach­richt für die Bür­ger Deutsch­lands.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Hat — genau genom­men — nicht Chris­ti­an Wulff durch sein Goe­the Zitat Men­schen wie Mer­kel der zwei­schnei­di­gen Zun­ge dekla­riert? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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