Träumen verboten?

milkgirlErin­nern Sie sich, wie Sie hergekom­men sind? Man kann sich nie an den Anfang des Traumes erin­nern, man befind­et sich immer plöt­zlich mit­ten drin.”

Das Unter­be­wusst­seins des Men­schen ist das, was die Men­schheit seit Jahrzehn­ten beschäftigt. Es ist so inter­es­sant, weil es so mys­ter­iös ist. Hinzu kommt die Angst, dass ein Ein­greifen von außen die eigene Per­sön­lichkeit völ­lig verän­dern kön­nte. Bere­its in der Matrix wurde unsere Real­ität angezweifelt. Ist alles real oder nur ein Pro­dukt mein­er Ein­bil­dungskraft? Und auch wenn viele Annah­men über das, was man denkt, zweifel­haft sind, warum will man sich davon befreien, wenn das Leben in ein­er Matrix fernab der Real­ität so viel kom­fort­abler ist?

Ähn­lich wurde der rus­sis­ch­er Blog­ger top-lap plöt­zlich mit ein­er Real­ität kon­fron­tiert. Wie Milch und Kaf­fee trafen unverse­hens zwei eigen­ständi­ge Ele­mente aufeinan­der und erzeugten etwas Neues: top-lap beklagte, dass es während des kom­mu­nis­tis­chen Regimes in Rus­s­land in jed­er Stadt eine Feuer­glocke gab und eine Feuer­wehr, aber seit der Ein­führung der Demokratie nur noch Tele­fone. Dieser Appell des unter Pseu­do­nym schreiben­den Blog­gers ging nicht ganz ins Leere. Der rus­sis­che Min­is­ter­präsi­dent, der sich zur Zeit durch eine auf­fäl­lig inszinierte PR-Kam­pagne als Held der Stunde auf­drängt, reagierte per­sön­lich, und sicherte dem unbekan­nten Blog­ger zu, die Feuer­glocke in seine Stadt, dessen genaue Lage wohl bis heute unbekan­nt ist, zurück zu brin­gen.

Ist dies alles Real­ität oder Illu­sion? Wie haben wir uns plöt­zlich in dieser Sit­u­a­tion wieder gefun­den, in der der große Russe, dessen Mimik mit der ein­er Wachs­fig­ur ver­gle­ich­bar ist, sich so volk­snah gibt?

Wollen wir über­haupt Real­ität? Vor diese Frage sieht sich auch der ein­gangs zitierte Leonar­do DiCaprio in dem Film Incep­tion gestellt: Als emo­tion­al insta­bil­er Mann ver­ar­beit­et er den Tod sein­er Frau, der viele Fra­gen aufwirft und im Laufe des Films mit eini­gen Rück­blick­en und Traum­se­quen­zen etwas erhellt wird. Zu sehr erin­nert dieser innere Kon­flikt der Haupt­fig­ur aber an DiCaprios let­zten großen Film, der noch vor eini­gen Monat­en über die große Lein­wand flim­merte: Shut­ter Island. Genau­so wie “Shut­ter Island” erlebt er auch in “Incep­tion” ein per­sön­lich­es Hap­py End. Er bleibt in sein­er Welt, in der er ein Held ist, bzw. alles wieder gut wird. Und da ist sie wieder die Frage: Ist Real­ität das, was man will?

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Milch­mäd­chen blog­gt unter milchmaedchens.wordpress.com
Bildquelle: milk n cof­fee von Miss­Maze | Cre­ative Com­mons BY-NC-SA 2.0 Lizenz.

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1 Kommentar

  1. Keine so ein­fache Frage, da wir eigentlich ja gar nicht die Wahl haben, Real­ität zu wollen oder nicht. Aber viele geben sich heute ja schon irgendwelchen Ver­hält­nis­sen im All­t­ag hin ohne daran mal zu rüt­teln. Das ist eben beque­mer, ver­lässlich­er, solange andere mit­spie­len. Aber eben risiko­haft, wenn man mal genötigt sein sollte, alles zu über­denken. Da würde ich dann schon lieber aus Eigenini­tia­tive irgend­wo dran rüt­teln.

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