Mischa-Sarim Vérollet: Ordentlich Bechern

Ich hat­te mal eine leichte Auseinan­der­set­zung mit Mis­cha-Sarim Vérol­let bei den Blog­boys über eine Kri­tik an ein­er sein­er Auftritte in Biele­feld. Sein Buch wur­da da als etwas seicht dargestellt, ich weiss nur noch soviel, dass ich die Kri­tik­erin gegen Verol­let vertei­digt habe (Ich ver­wende hier und im Fol­gen­den die im Web2.0 ungewöhn­liche Sie-Form, um nicht verdächtigt zu wer­den, eine ein­fache Verkumpelung mit dem Kün­stler zu betreiben).
Ich glaube, dass ich weit­er­hin Stel­lung beziehen würde, wenn es um die Kun­st Vérol­lets geht, was seine Qual­ität ange­ht, da seine Texte Texte zur Darstel­lung sind, weniger allein für sich überzeu­gen. Ich finde es gar nicht angenehm, sowas zu behaupten, denke mich aber als ehrlich­er Men­sch qua­si verpflichtet, mit sowas nicht hin­term Busch zu verbleiben.
Diese ein­läu­ten­den Worte seien nur das Gesamtkunst­werk Vérol­lets umschreibend voraus­geschickt für fol­gen­des Video, das wohl in Zusam­me­nar­beit mit Sebastian23 ent­standen ist. In diesem Video verbindet Vérol­let darstel­len­des The­ater, Kun­stkri­tik und Selb­stre­flex­ion von Benutzern des soge­nan­nten Web 2.0.

Die Darstel­lung Vérol­lets ist präg­nant, im Aus­druck genau richtig über­trieben und in ein­er passenden zeitlichen Kürze, um den Betra­chter irri­tiert zu lassen. Vielle­icht ist Verol­let gar nicht mehr einge­fall­en, aber als Kun­st­be­tra­chter muss man davon aus­ge­hen, dass hier genau gear­beit­et wurde: Das Video wirft in der Form des expres­sion­is­tis­chen The­aters Fra­gen zur halt­losen Abfeierung des eige­nen Ver­hal­tens auf und zur unre­flek­tierten Erwartung­shal­tung eines Youtube-Zuschauers.
Es ist merk­würdig, dass offen­bar für diese Art von Kun­st im Web2.0 noch gar kein Begriff existiert, jeden­falls ist mir kein­er geläu­fig. Das Gegen­teil von dieser Kun­st­form wäre der epic fail, also eine aufgenommene Sit­u­a­tion, in der ein den Zeit­geist wider­spiegel­ndes, unre­flek­tiertes Fehlver­hal­ten exem­plar­isch auf den Punkt gebracht wird.
Entsprechend müsste man Vérol­lets Video als epic hit beze­ich­nen. Wie auch immer, ich könnt’s mir stun­den­lang anse­hen.

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