Alle mal lachen über den Axel-Springer-Verlag

Nicht, dass man heute mor­gen nicht schon min­destens etwas geschmun­zelt hätte, dass man beim Ham­burg­er Abend­blatt, ein­er dem Axel-Springer-Ver­lag zuge­höri­gen Zeitung, verkün­dete, for­t­an seinen “Qual­ität­sjour­nal­is­mus” online nur noch gegen Bares zu vertick­en: Jet­zt hat man Grund genug, das Schmun­zeln gegen ein Lachen zu tauschen, denn @Yatil und Chris zeigen, dass die Artikel prob­lem­los les­bar sind ohne dafür zu bezahlen.
springerlacher
Bei Springer ist man halt immer noch nicht im Inter­net­zeital­ter angekom­men.

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Lokalseiten von Springer-Zeitungen kostenpflichtig

Heute machen sich die zu Springer gehörende Zeitun­gen Ham­burg­er Abend­blatt und Berlin­er Mor­gen­post daran, Inhalte des Lokalteils nur noch kostenpflichtig anzu­bi­eten. Man müsse gegen das Mut­ter-There­sa-Prinzip ange­hen, Wer­beein­nah­men seien im Inter­net nicht gewin­nträchtig, Benutzer seien durch kosten­lose Inhalte ver­wöh­nt, jam­mer, jam­mer, blabla.
abendzeitunghamburg
Wenn man sich jet­zt die Lokalberichte für das Gebi­et Pin­neberg beim Ham­burg­er Abend­blatt anschaut, dann sieht man, dass die Berichte ein­er­seits nicht ger­ade neu sind und ander­er­seits schon ander­swo, das heisst hier, hier, hier, hier, hier und hier, zu lesen sind.
Dass sich Inhalte ander­swo find­en lassen, ist an sich noch nicht ver­wun­der­lich, schliesslich sind die Infor­ma­tio­nen selb­st nicht durch irgen­det­was geschützt. Es ist eben nur das Ein­brin­gen der eige­nen Aufar­beitung eines The­mas, der einen Mehrw­ert eines Artikels aus­macht. Irgend­wie scheint mir das als Leser des Lokalange­bots der Ham­burg­er Abend­blatt nicht ersichtlich, dass Aufar­beitung dort so stat­tfind­et, dass man seine Brief­tasche zückt.
Auf qual­i­ta­tive Defizite ver­weist auch schon ein Wir-wollen-Geld-von-den-Nutzern-Recht­fer­ti­gungsar­tikel: Hier ver­schwim­men hal­b­gare Analy­sen des Inter­net­zeital­ters mit dem Drang, eine Lösung für das Über­leben der Zeitun­gen zu find­en:

Zudem bes­tim­men im Inter­net nicht die Medi­en­häuser der analo­gen Welt die Spiel­regeln. Hier haben neue Unternehmen wie die Such­mas­chine Google das Sagen, die in Wirk­lichkeit glob­al agieren­der Wer­bev­er­mark­ter ist. Leg­endär ist mit­tler­weile der Ausspruch des Ver­legers Hubert Bur­da, dass im Inter­net mit Wer­bung nur „lausige Pen­nys“ zu ver­di­enen seien.

Nein, liebes Ham­burg­er Abend­blatt, Qual­ität­sjour­nal­is­mus sieht anders aus als dieses Geschwurbel. Gott­sei­dank bes­tim­men die Medi­en­häuser nicht die Spiel­regeln im Inter­net, das wäre ja noch schön­er. Die Aufdeck­ung, dass Google nicht Such­mas­chine, son­dern “in Wirk­lichkeit glob­al agieren­der Wer­bev­er­mark­ter” ist, ist von boden­lose Seichtigkeit und “in Wirk­lichkeit” nur Eines: Fut­terneid. Immer­hin: Dass Hubert Bur­da “leg­endäre Aussprüche” abson­dert, das ist mir neu.
Hin­ter dieser Fas­sade steckt ver­mut­lich nicht die Selb­st­sicher­heit eines Qual­ität­sjour­nal­is­ten, der auf Bezahlung seine Arbeit ver­trauen kann, son­dern die Verun­sicherung eines Ver­lagshaus­es, dass im Inter­net seine Felle davon schwim­men sieht. Aber selb­st Schuld: Wer durch zu oft kopierte Presseagen­turmel­dun­gen und durch dick aufge­tra­gene Klatsch­seit­en seine Zeitung zu ein­er Rumpel­bude macht, der sollte sich nicht wun­dern, wenn sie nie­mand mehr für eine Desiger­woh­nung hält.

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