Minister of style

Egal welch­es Min­is­ter­amt Karl Theodor zu Gut­ten­berg bek­lei­det, es geht immer auch um seine Klei­dung. Es geht immer auch um Präsen­ta­tion, aus­drucksstark da zu ste­hen, sich gut zu verkaufen.
Das mag man nun als Neben­säch­lichkeit, allen­falls noch der katholis­chen Erziehung geschuldet, die ja auch so sym­bol­über­lastet ist, ankrei­den. Aber dieser Herr schwingt sich ja auf Poli­tik­er zu sein. Und in diesem Amt darf schon mal nachgeschaut wer­den, wie sich die über­bor­dende Sym­bo­l­ik mit den Inhal­ten, die auch dadurch verkauft wer­den, verträgt.
guttenbergfrisiur
[Hin­ter­grund]
Erstaunlich, wie unkri­tisch die deutschen Medi­en aber­mals mit einem Min­is­ter umge­hen. Da wird sein Stil gefeiert, völ­lig ungeachtet des poli­tis­chen Kon­textes, da wird berichtet, er habe die Sit­u­a­tion in Afghanistan Krieg genan­nt, dabei sagt er doch nur, dass er Ver­ständ­nis für all jene haben, die die Sit­u­a­tion Krieg nen­nen. Ver­ständ­nis ist ja auch stilis­tisch gese­hen ein ganz aus­geze­ich­netes Mit­tel.
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Es ist doch wed­er ein Aus­druck von Stil, noch von poli­tis­chem Erfolg, sich in seinen Aus­sagen immer ein Schlupfloch zu lassen, dass man eine konkrete Aus­sage so nicht gemacht hat. Gut­ten­berg will weit­er­hin das Wort “Krieg” nur für einen bewaffneten Kon­flikt zwis­chen Staat­en (hüb­sch aus­ge­drückt, nicht?) ver­wen­den. Wenn ein Staat gegen Ter­ror­is­ten vorge­ht, ist das nur ein bewaffneter Kon­flikt. Und an einem solchen Kon­flikt kön­nen deutsche Sol­dat­en nun ein­mal ohne Begriff­ss­chwierigkeit­en teil­nehmen.
Begriff­ss­chwierigkeit­en, in die sich nur Poli­tik­er ver­hed­dern, weil sie ihre eigene Begriff­swelt mit der Real­ität nicht gemein­sam und ein­deutig auf einen Schirm brin­gen kön­nen. Denn es soll der Begriff Angriff­skrieg umkurvt wer­den, der einen Grundge­set­zver­stoß bedeuten würde. Dabei ver­wehrt das Grundge­set­zt sich auch schon gegen Hand­lun­gen, die das friedliche Zusam­men­leben zwis­chen den Völk­ern beein­trächti­gen. Gott­sei­dank fall­en da so Sachen wie das Abw­er­fen von Bomben auf Tan­klastzüge nicht drunter, das dient eher den Men­schen­recht­en und der Sta­bil­isierung der dor­ti­gen Demokratie.
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mehr:
Deutsche Welle - Führt die Bun­deswehr Krieg in Afghanistan?
DIE ZEIT - The­ma Afghanistan

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