Werbung mit dämlicher Kindershow

Okay, diesen Witz hab ich auch nicht ver­standen.
Hier wird eine ange­blich deutsche Kinder­sendung mit rade­brechen­dem Hor­nauer-Azu­bi als Mod­er­a­tor, stock­enden Kindern und affi­gen Tänz­ern dargestellt.
Und deswe­gen soll jet­zt jemand dieses Exta­sy durchtränk­te Zuck­er­müs­li kaufen?

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Der braune Erinnerungstweet

Es gibt unter den deutschen Tweets inzwis­chen einige Klas­sik­er. Die Bun­destagswahl 2009 hat einen dieser Klas­sik­er her­vorge­bracht. Er wurde zunächst von mehr als 20 Leuten als “favorisiert” gekennze­ich­net und ins­ge­samt mit und ohne Rück­bezug und manch­mal in etwas abge­wan­del­ter Form mehr als 300 Mal von Twit­ter­ern wieder­holt. Es han­delt sich um den Tweet, mit dem Truck Dri­ver NPD-Wäh­ler an den Wahl­gang erin­nert:
npdbundestagswahl
Nun gibt es für den Witz, der in diesem Tweet steckt ein gewiss­es Zeit­fen­ster, das heisst: Heute ist er gar nicht mehr so witzig. Er war es allerd­ings in der let­zten Woche es schon sehr, am Son­ntag bere­its weniger. Aber es wird schon mit dem Teufel zuge­hen müssen, sollte es kein Revival dieses Spruchs bei den kom­menden Wahlen geben. Dieser Tweet bedi­ent näm­lich den Sprech­er entwed­er in der Hin­sicht, lustig zu sein oder in der Hin­sicht, eine poli­tis­che Hal­tung nett zu ver­pack­en. Oder bei­des, ganz egal. Diese Raf­fi­nesse macht ihn ein­fach zu einem Klas­sik­er.
Es gibt einen gewiss­es Indiz, dass Truck Dri­ver tat­säch­lich der Urhe­ber dieses Spruchs ist, da er vor ein paar Monat­en schon ein­mal einen ähn­lichen Tweet abgeson­dert hat, der aber nicht diese Schnee­ball­wirkung erzielt hat:
truckdrivernpd2
Daher gön­nen wir mal Truck Dri­ver die Lor­beeren für diesen Klas­sik­er.

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Das Ende der Großparteien

Mit dem 27. Sep­tem­ber 2009 endete in Deutsch­land die Geschichte der Groß­parteien. Wären die Nichtwäh­ler eine Partei, sie hät­ten 5% mehr als die SPD und läge mit der CDU gle­ichauf oder vor ihr.
Die Wahl gewon­nen haben CDU/CSU und FDP, die zusam­men ger­ade ein­mal ein Drit­tel der Wahlberechtigten in Deutsch­land für sich gewin­nen kon­nten. Ob selb­st dieses Drit­tel für Inhalte gewon­nen wurde, ist höchst fraglich, schliesslich will eine Mehrheit in Deutsch­land den Min­dest­lohn und genau den wollen CDU/CSU und FDP nicht.
Der SPD ist so deut­lich wie nie zuvor gezeigt wor­den, dass sie auf Bun­de­sebene wed­er Volks- noch Groß­partei ist. Immer wieder wurde in den let­zten Wochen darauf ver­wiesen, dass Deutsch­land eine starke Sozialdemokratie brauche. Nur geht das eben auch ohne die SPD, was widerum ein Gedanke ist, den die Genossen erst noch verin­ner­lichen müssen. Und je länger das dauert, desto länger die Gene­sung. Son­der­lich hoff­nungsvoll kann man nicht sein, wenn Stein­meier gle­ich am Wahlabend die alte Leier anstimmt, die SPD habe eine his­torische Auf­gabe. Mit Geschichts­fuse­lei wer­den aktuelle Prob­leme nicht behoben, kom­mende Wahlen nicht gewon­nen.
Die CSU fällt und fällt und holt in Bay­ern nur noch 41%. Die lange Zeit drittstärk­ste Partei kommt mit 6,5% derzeit nur noch auf den 6. Rang und darf sich kün­ftig nicht wun­dern, wenn sie den Atem der Piraten­partei (2%) im Nack­en spürt. Da erscheint es selt­sam wel­tentrückt, wenn CSU-Barde Peter Ram­sauer von Leih­stim­men spricht, die die FDP von CDU/CSU ergat­tert habe. Das ist das Denken in alten Struk­turen.
Die FDP, und das muss man ihr zugeste­hen, hat es immer­hin ver­standen, die aktuellen Prob­leme in ihre eigene Jar­gon einzu­binden, so dass es einen weltan­schaulichen Stand­punkt ergab, den West­er­welle sehr gut aus­füllen kon­nte. Auch wenn der FDP genaue Inhalte abge­hen wie eh und je. Es ist den Oppor­tunis­ten aber nun ein­mal nicht anzu­las­ten, wenn ihre Geg­n­er sich nicht auf Wahlkampf ver­ste­hen.
Diese Wahl hat dem Hin­ter­bän­kler­tum den Kampf ange­sagt und das ist gut so. Gewon­nen wer­den Wahlen kün­ftig mit Inhal­ten, deren Darstel­lung man mächtig ist. Das ist auch gut. Die CDU hat vor weni­gen Monat­en den größten Online-Wider­stand der Bun­desre­pub­lik her­auf­beschworen und ich wähne, dass Ähn­lich­es sich wieder­holen kön­nte. Das bedeutet aber nur, dass jün­gere Men­schen für poli­tis­che Zwecke kämpfen. Und auch das ist gut so.

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