Freitagslesen

Jet­zt habe ich mir doch mal den “Fre­itag” geholt, die Wochen­zeitung, bei der ich mir neulich ein Blog instal­liert habe. Beim “Fre­itag” wurde ja stark ver­sucht, eine Com­mu­ni­ty aufzubauen. Und bei solchen Pro­jek­ten ist ja immer die Frage: Wenn das Inter­net als solch­es schon eine Com­mu­ni­ty ist, wozu dann noch eine?

Über die Print­aus­gabe gibt es pos­i­tive Dinge zu sagen, wie auch neg­a­tive. Das Blatt ist ziem­lich wer­be­frei, kostet dafür 2,90€. Damit ist es qua­si dop­pelt so teuer wie meine ein­stige Lieblingszeitung “Die Woche”, die let­zten Endes eingestellt wer­den musste. Bei­de Blät­ter gle­ichen sich in der Hin­sicht, dass sie nicht eine so klas­sis­che Auf­machung bieten wie Süd­deutsche oder FAZ.

Dafür sind die Texte fast patch­workar­tig angelegt, ein Zusam­men­hang ist schw­er herzustellen. Oft­mals ist der Grund, weswe­gen da ein Artikel geschrieben wurde, mir auch schleier­haft. Ganz nett finde ich grund­sät­zlich die Idee, Autoren­beiträge neben die von Blog­gern aus der Com­mu­ni­ty zu stellen. Dazu kom­men dann Artilkel vom Per­len­tauch­er und von The Guardian. Naja, die kann ich auch noch sel­ber lesen, dazu brauche ich kein Print­pro­dukt. Aber immer­hin: Ein schön­er Mut zum Anders-Sein.

Begeis­tert bin ich allerd­ings nicht von “Der Fre­itag”. Ich habe dort keinen guten Autor gele­sen. Vieles dreht sich um Berlin, entwed­er the­ma­tisch oder durch den Autor, so dass das Blatt teils in die typ­is­che Berlin-Spi­rale gerät: The­ma­tisch intressiert das nur  Berli­naffine bzw. berlin­in­tern und berlinex­tern inter­essiert es nie­man­den. Ich frage mich, wie angedeutet, auch zu oft, was der einzelne Autor mir sagen möchte und oft endet ein Artikel, bevor ich die Frage beant­worten kön­nte.

Aber laut Titel ist das blatt ja auch nur ein “Mei­n­ungsmedi­um”, da muss nie­mand erk­lären, beweisen, erläutern, sich stellen. Da pustet man nur seine Mei­n­ung raus. Mir scheint dies als tra­gen­der Gedanke ein­er Wochen­zeitung zu mager zu sein. So wie Leipzig seine Ostal­gie hat halt Berlin seine gefühlte Linksin­tellek­tu­al­ität. Und vielle­icht erk­lärt mir mal jemand, ob das nicht ein­fach nur Relik­te sind.

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