Taylor, Kathryn: Colors of love (Bd. 1-5)

So weit mir bekannt ist, ist Kathryn Taylor von den vor Ort wohnenden Schriftstellern die Einzige, die es mal in die Spiegel-Bestsellerliste geschafft hat. Das darf mal genug Grund sein, sich mal ihre Schmöker vorzunehmen. Allerdings wäre mir wohl auch ein anderer nicht eingefallen.

Die 22-jährige, sexuell unerfahrene Grace, eine Bridget-Jones-Variante, himmelt den hochwohlgeborenen Jonathan, einen Mr-Sheffield-Abklatsch, an und verwandelt sich von der naiven Jungfrau zum naiven Flittchen, das sich fragt, ob er es wohl ernst meint. Kostprobe?

Im nächsten Moment spüre ich die Fahrstuhlwand im Rücken, und seine Hände legen sich um meine Brüste, streichen durch den dünnen Stoff meines Shirts über die aufgerichteten Nippel. Die Berührung schickt Blitze in meinen Unterleib, viel intensiver als die in meinem Traum, und ich werde von einer Welle viel zu gewaltiger Empfindungen überrollt, während ich seinen Kuss weiter fast verzweifelt erwidere. Er ist mir überlegen, in jeder Hinsicht, dominiert mich, aber genau das erregt mich auf eine nie gekannte Weise. Wie eine Ertrinkende halte ich mich an ihm fest und ergebe mich dem Ansturm seiner Lippen und Hände.

Das geht dann vier weitere Bände so „prickelnd“ weiter. Ein auf der Shades-of-Grey-Welle schwimmender Hausfrauenporno für Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts, an denen die Emanzipation folgenlos vorbei gegangen ist.

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Jensen, Caroline L. – Frau Bengtsson geht zum Teufel

Die Autorin hat wohl in Schweden vor diesem Machwerk mit einer Pornobeichte Erfolg gehabt. Mein Interesse weckte dieses Werk durch das Youtube-Video. Beim Lesen dieses Gott-Teufel-Hausfrau-Schinkens wartete ich immer irgendwie darauf, dass der große Witz noch um die Ecke schaut – vergebens. Eine nette, kurzweilige Unterhaltung bietet der Schmöker, aber wieso ich den gelesen habe, weiß ich hinterher eigentlich nicht mehr so genau.

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Kurkow, Andrej – Picknick auf dem Eis

Kleiner Roman des ukrainischen Schriftstellers über einen Nekrologenschreiber, der sich aus einem bankrotten Zoo einen Pinguin nach Hause holt, dann ein kleines Mädchen zubehüten hat und was mit deren Kindermädchen anfängt. Schließlich dämmert ihm, in was für einer Gefahr er sich befindet, denn er hat die Nekrologen zu schreiben, bevor die beschriebenen Personen tot sind. Sicherlich eine schöne Vorlage für den Film, der hierzu gerade gedreht wird, aber Tiefe erreicht das Buch nicht.

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Simsion, Graeme – Das Rosie-Projekt

Dieser Schinken wird jetzt schon als Weltbestseller gehandelt, was nichts über die Qualität aussagt: Autistisch veranlagter Autismus-Wissenschaftler geht per ausgeklügeltem Fragebogen auf Brautschau und verliebt sich in die Falsche, der er bei ihrer Vatersuche behilflich ist. Die Irritationen, die er als autistisch Veranlagter in Situationen hervorruft, wenn er sich politisch korrekt verhalten möchte, sind der Witz an dieser Geschichte – leider der einzige.

Wer sich die Geschichte doch vornehmen möchte, dem sei das von Robert Stadlober vorgelesene Hörbuch ans Herz gelegt.

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