Taylor, Kathryn: Colors of love (Bd. 1–5)

So weit mir bekan­nt ist, ist Kathryn Tay­lor von den vor Ort wohnen­den Schrift­stellern die Einzige, die es mal in die Spiegel-Best­sellerliste geschafft hat. Das darf mal genug Grund sein, sich mal ihre Schmök­er vorzunehmen. Allerd­ings wäre mir wohl auch ein ander­er nicht einge­fall­en.

Die 22-jährige, sex­uell uner­fahrene Grace, eine Brid­get-Jones-Vari­ante, him­melt den hochwohlge­bore­nen Jonathan, einen Mr-Sheffield-Abklatsch, an und ver­wan­delt sich von der naiv­en Jungfrau zum naiv­en Flittchen, das sich fragt, ob er es wohl ernst meint. Kost­probe?

Im näch­sten Moment spüre ich die Fahrstuhlwand im Rück­en, und seine Hände leg­en sich um meine Brüste, stre­ichen durch den dün­nen Stoff meines Shirts über die aufgerichteten Nip­pel. Die Berührung schickt Blitze in meinen Unter­leib, viel inten­siv­er als die in meinem Traum, und ich werde von ein­er Welle viel zu gewaltiger Empfind­un­gen über­rollt, während ich seinen Kuss weit­er fast verzweifelt erwidere. Er ist mir über­legen, in jed­er Hin­sicht, dominiert mich, aber genau das erregt mich auf eine nie gekan­nte Weise. Wie eine Ertrink­ende halte ich mich an ihm fest und ergebe mich dem Ansturm sein­er Lip­pen und Hände.

Das geht dann vier weit­ere Bände so “prick­el­nd” weit­er. Ein auf der Shades-of-Grey-Welle schwim­mender Haus­frauen­porno für Vertreterin­nen des weib­lichen Geschlechts, an denen die Emanzi­pa­tion fol­gen­los vor­bei gegan­gen ist.

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Fröhlich, Axel und Oliver Kuhn — Die große Brocklaus: Das komplett erfundene Lexikon

Die Wei­h­nacht­szeit endet so langsam, Zeit für Geschenkkri­tik: Woan­ders als Buch des Tages gewürdigt sprang bei mir beim großen Brock­laus der Funke oder wie man mag die Laus nicht über. 6 oder 7 mal irgend­was ange­le­sen und wegen zu gewoll­ter Lustigkeit umge­hend weggelegt. Taugt nicht mal als Klolek­türe und dem Rezensen­ten stimme ich zu, der schreibt: “Zum Ver­schenken nicht geeignet.”

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Swann, Leonie – Glennkill

Im fes­ten Vor­satz, mich mehr mit Lit­er­atur auseinan­der zu set­zen als im ver­gan­genen Jahr, beginne ich mal hier­mit die Leseecke:

Ich habe mal eine Buch­händ­lerin mal von ein­er ent­täuschen­den Leseer­fahrung berichtet und wurde im Gegen­zug gefragt, ob ich das in Rede ste­hende Buch denn zuende gele­sen hätte. Seit­dem lasse ich in meine Kri­tik über Büch­er immer ein­fließen, ob ich das Buch wenig­stens aus­ge­le­sen habe.

Über Glennkill, den jahre­lan­gen Best­seller, ist sicher­lich schon hin­re­ichend viel geschrieben und erzählt wor­den. Dass ich es zuende gele­sen habe, ist das einzig bemerkenswerte. Sprach­lich, was den Span­nungs­bo­gen und Über­raschun­gen bet­rifft, ist der Roman schlicht sehr seicht und nur für schlichte Gemüter zu empfehlen. Man hat die Geschichte schnell vergessen. In das von Andrea Sawatz­ki gesproch­ene Hör­buch habe ich reinge­hört, und schnell wieder abgestellt. Keine Erzählstimme für meine Ohren.

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