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Artikel-Schlagworte: „Malte Welding“

Wel­ding, Malte — Ver­siebt, ver­kackt, ver­hei­ra­tet | Das Liebesleben der anderen

Malte Weld­ing, Ver­siebt, verkackt, ver­heiratet: Vom Leben nach dem Happy End, 204 Seiten, Piper Taschen­buch (9,99€) und eBook (8,49€), 2012

Der Flieger startet mor­gen früh nach Berlin. Wir kom­men zum Früh­stück an, das ist wichtig. Dann arbeitet der gemeine Berliner und die Touris­ten sind noch nicht aus­geschwärmt. Aber es ist echt früh, der Flieger geht um Sech­suhrir­gend­was. Ich beende den Tag vorm Lap­top am Schreibtisch, da kommt mir Malte Weld­ings neues Buch zu. Das let­zte war nicht ganz mein Fall. Aber vielle­icht das. Vielle­icht sollte man es in Berlin lesen. Vielle­icht hilft das. Abgemacht. Weld­in­gle­sen in Berlin. Der Authen­tiz­ität wegen. (Vielle­icht meint nun der andere oder eine, dass das nicht fair ist: Sein eige­nes Empfinden und das Besprechen eines Buches zu ver­mis­chen. Wer das auseinan­der­hal­ten möchte, lese im Fol­gen­den ein­fach nur den eingerück­ten Text.)

Um zunächst etwas zum Autor ver­lieren: Malte Weld­ing ist Kolum­nist der Berliner Zeitung und in Inter­netkreisen als Blog­ger bekannt gewor­den. Er hat schöne Artikel zu Spree­blick beige­tra­gen, solche die man jetzt dem Blog wieder wün­scht. Daneben hat er für die Blogs Fooli­gan, Neue Boden­ständigkeit und Deus ex machina geschrieben. 2010 erschien sein erstes Buch Frauen und Män­ner passen nicht zusam­men — auch nicht in der Mitte.

Der Flieger erhebt sich am fol­gen­den Tag pünk­tlich um 6.40 Uhr in die Lüfte. Die Stew­ardessen set­zen zu ihrer Mor­gengym­nas­tik an und ich schlage die ersten Seiten auf.

Das Buch han­delt von den drei Brüdern Roman, Ben, Paul sowie Pauls Fre­und Jimo, deren Bekan­ntschaft Weld­ing hat und die es nach dem Abitur von Aachen nach Berlin verzieht. Alle­samt stecken sie in Beziehun­gen, die ins Stocken ger­aten. Weld­ing scheint sie pri­vat zu ken­nen. Wird das jetzt eine Fre­un­de­sanalyse? Oder ein Roman und mehr als man meint ist fik­tiv? Alles bleibt etwas dunkel für den Leser, der ins kalte Wasser gewor­fen wird. Warum sind die Geschichten der vier so inter­es­sant? Ich fühle mich an Marcel Reich-Ran­icki erin­nert, der mal meinte, er wolle nur noch Prob­lem­schilderun­gen von Intellek­tuel­len lesen. Ich kann das gut ver­ste­hen, auch wenn ich sel­ber ein­fache Lit­er­atur zu schätzen weiß. Es muss nicht immer Kaviar sein. Aber weil ich eben Liebe­sprob­lema­tisierun­gen in der Pop­kul­tur von David Bad­diel bis Ver­rückt nach dir inhaltlich durch­wa­ten habe, fragt sich doch: Was bietet dieses Buch neues? Außer dass es ein Friends aus Berlin zu sein scheint? Der Blick in Beziehun­gen “nach dem Happy End”? Vielle­icht ist das Buch eher für Leute, die nur Liebesfilme ken­nen.

Als wir wieder fes­ten Boden unter den Füßen haben, bemerke ich, dass in Berlin ja noch Win­ter ist. Min­destens 7 Grad weniger als in Düs­sel­dorf. Es herrscht interkon­ti­nen­tales Klima, wie ich mich aus dem Sachunter­richt zu erin­nern glaube. Der war aber auch vor der Wende. Ich habe Durst und ziehe mir was am Auto­maten. Meine Fre­undin fängt lau­thals an zu lachen, als sie die Büchse sieht und berlin­ert:

Ditt ken­nwa im Westen ja schon janich mehr: Dosen ohne Pfand!

Die S-Bahn ver­spätet sich, ich krame meine Lek­türe raus:

Weld­ing stellt jedem Kapitel Zitate voran. Sowas mag ich ja gar nicht. Die Zitate sind nicht son­der­lich vomhock­er­hauend, haben mit dem was folgt auch nicht direkt zu tun. Ich über­lese sie kon­se­quent. Die drei Brüder stecken in Beziehun­gen: Roman hat Mia geheiratet, Mia trennt sich ger­ade von Paul und Ben ist mit Juila Mia zusam­men. Was sind das nun also für Leute?

Wir checken bei meinem Fre­und am Ostkreuz ein und ler­nen Maren ken­nen, die auch dort wohnt. Sie hat Medi­zin studiert, aber nicht zu ende, ist Mitte 30 und sat­telt nun zur Immo­bilien­mak­lerin um. Die let­zte Prü­fung hat sie in Berlin ver­passt, kann sie aber, was sie heute erfahren hat, in Ros­tock able­gen. Und hin­ter­her vielle­icht noch etwas studieren — was man in Berlin eben so macht. Über die Brücke am Ostkreuz ver­schlägt es uns in das Datscha. Es gibt schw­eres rus­sis­ches Früh­stück…

… und Zeit zum lesen:

Zunächst ler­nen wir Roman und Paul ken­nen, nachdem Greta Paul, der sich ger­ade auf einem LSD-Trip befindet, den Lauf­pass gegeben hat. Von Roman und Greta erfahren wir, dass beide ein Kind bekom­men wol­len, aber etwas kon­trapro­duk­tiver­weise das mit dem Sex ger­ade so gar nicht läuft. Von Ben wis­sen wir, dass er Architek­tur studiert oder studiert hat und Paul ist ehrgei­zloser Recht­san­walt. Die Berufe spie­len aber im Fol­gen­den keine son­der­liche Rolle. Mia hängt an Roman, vielle­icht etwas lei­den­schaftlicher als umgekehrt, Greta scheint eine gutausse­hende, wil­lensstarke Frau zu sein. Generell bleibt es aber bei Typ­isierun­gen der Charak­tere, ein eige­nes Bild will sich kaum ein­stel­len. Die Kerle kom­men mir vor wie phan­tasielose, unlustige Tunichtguts. Wenig inspiri­erend — weder zum Inter­esse an den Charak­teren, noch zum Weit­er­lesen.

Als wir nach­mit­tags so durch den Osten schlen­dern, fal­len mir die tra­di­tionel­len Berliner­isms auf. In der Straßen­bahn hat gefühlt jeder Zweite eine Bier­flasche dabei, im Osten flanieren Hun­deköt­tel die Gehwege, es herrscht dis­tanzierte Humor­losigkeit, hek­tis­ches Gehen, Gedrän­gel, und man sieht, was Frauen in Berlin für Mode hal­ten: Knal­lenge Leg­gins zu dunkel­wat­tierten Ret­tungswesten. Oder wie meine Fre­undin sich aus­drückt:

Hier laufen selbst die ganz hüb­schen Mäd­chen auf hässlich getrimmt rum.

Als irgendwo waschechte Düs­sel­dor­ferin zieht es sie in eine der 111 Sehenswürdigkeiten des Sehenswürdigkeit­en­buches, das in Berlin die Touris­ten erkennbar macht: Das ganzjährige Verklei­dungs­geschäft.

Während sie den Laden auseinan­dern­immt und sich schließlich für eine überdi­men­sion­ierte Geburt­stags­brille, sowie 30er Absper­rband und Warn­schilder für ihren Geburt­stag entschei­det, lese ich…

… einen Witz. Tat­säch­lich. Ich lache auf Seite 130. So, dass einige mich schon komisch anschauen. Öffentliches, spon­tanes Lachen in Berlin ist so eine Sache. Ich werde aber quasi mit dieser Stelle etwas wärmer mit dem Buch. Ich denke nicht mehr ans Wegle­gen. Immer­hin so gut muss die Lek­türe sein. Man kann sie weit­er­lesen. Ich habe die Hoff­nung aufgegeben, dass man sich, vielle­icht wie in einem Roman, mit irgen­deiner Figur der­art anfre­un­det, dass man mit­fiebert. Pustekuchen. Dafür gibt es Name­drop­ping: Dawkins, Pinker und die Inter­ne­taussteck­anek­dote von Franzen. Jaja.

Am näch­sten Mor­gen hole ich Brötchen, Saft und Milch. Die B.Z. titelt “ENDLICH! Sauf Ver­bot in der BVG”. Kri­tik wird hier ja schnell umge­setzt, denke ich. Ubrin­gens: Die schmieri­gen Graf­fiti sind auch scheiße! Ich gelange zur Brötchen­theke, an der ich mich nicht entsin­nen kann, wie Berliner noch mal in Berlin heißen, lerne dage­gen: “Good Cook­ies go to heaven, bad cook­ies go to…”

Als ich mit den Früh­stückssachen wieder in die Woh­nung komme, erzählt Maren, dass sie nun eine Woh­nung in Ros­tock hat. Dafür die Prü­fung aber nicht machen kann. Ist nicht immer alles Ein­bahn­straße. Zum Mit­tagessen zieht es meine Fre­undin und mich wieder in den Osten. Hin­ter den Hack­eschen Höfen ist Sushi ange­sagt. Das Sushi kann es mit den Düs­sel­dor­fern aufnehmen. Da ich weniger Teller ver­putze als meine Begleitung…

… und mir die dor­ti­gen Klei­dungs­fachgeschäfte nicht so zusagen wie meiner Fre­undin, blät­tere ich etwas.

Die han­del­nden Per­so­nen im Buch lassen sich offen­bar immer von irgendwelchen Gefüh­len treiben. Man erfährt eigentlich zu wenig über wirk­liche Gründe. Alles bleibt Speku­la­tion, alle Verän­derung wirkt wie Ein­bahn­straße. Das Buch ver­leitet, selbst über Pärchen nachzu­denken. Ich habe nach meiner Abizeit selbst gerne Pärchen analysiert, nach Zie­len gefragt, über das Wohlbefinden der einzel­nen Part­ner nachgedacht. Ein­mal habe ich das einem Bekan­nten vorgelegt, worauf dieser meinte: “Japp, das klingt alles schlüs­sig. Und ich glaube auch nicht, dass Beziehun­gen immer son­der­lich glück­lich sind unterm Strich. Aber vielle­icht sind die damit zufrieden.” Da habe ich mich ange­fan­gen, mich in Zurück­hal­tung zu üben, was andere Pärchen angeht.

Als wir den Rück­weg antreten — Rot­front tritt abends für lau im So36 auf-, kommt uns in Form dreier Per­so­nen Mia. ent­ge­gen. Sagt zumin­dest meine Fre­undin. Ich habe nur Augen für die schul­ter­be­pol­sterten Lilaanzüge, die mir einen Tick zu met­ro­sex­uell vorkom­men. Die blonde Begleitung ist zu klein, um mir aufz­u­fal­len. Kann sein, dass das Mietze war. Oder auch nicht.

Auf dem Rück­weg kom­men wir am St. Ober­holz vor­bei, uns ver­schlägt es aber in Unser Haus am Meer. Meine Fre­undin klagt seit 2 Tagen über Seit­en­stechen. Blind­darm, eventuell. Kann sein, meinte Maren. Ich lasse mir das Wlan-Pass­wort geben und google die 5 typ­is­chen Kennze­ichen einer Blind­dar­mentzün­dung. Ihre Wehwe­hchen qual­i­fizieren nicht für was mit Blind­darm.

“Wan­der­schmerz”, lese ich vor. “Ja, jetzt, wo du’s sagst: im Rücken zieht was!” — “Nee, das soll heißen, der Schmerz wan­dert zum Blind­darm hin, nicht quer durch den Kör­per.” — “Ach, so.”

Ihr geht es schla­gar­tig besser. Und während sie her­auszufinden ver­sucht, wer die über­botoxte Frau im roten Kleid auf der anderen Seite ist, und ob sie ihren Begleiter aus dem Fernse­hen kennt, lese ich das Buch zu ende.

Das Buch ist zu ende gele­sen und ver­han­delt. Das Ende wird nicht ver­raten. Wir erfahren mehr über Bens Dreier­erfahrung, Jimos Fam­i­lien­pla­nung und die Eltern der drei Brüder. Soviel sei gesagt.

Was rate ich nun einem poten­tiel­len Leser? Vielle­icht das, was man einem zu Berlin auch empfehlen würde: Man sollte es selbst erkun­den. Ich halte mich nicht für son­der­lich repräsen­ta­tiv, um dieses Buch geschmack­lich genau einzuord­nen. Dazu hat man, ger­ade was Liebe als Thema angeht, doch viel Gepäck immer mit dabei.

Ob dieses Buch was für Sie ist, mein geneigter Leser, müssen sie selbst her­auskriegen. Vielle­icht haben Sie durch die vor­ange­gan­gen Zeilen etwas Appetit bekom­men.

Guten Morgen

Morgenkaffee Heute ist also der Tag, an dem Conny Kramer starb Chris­tian Wulff als Bun­de­spräsi­dent kündigt — wenn man den ZDF-Infor­ma­tio­nen glaubt, ist das in etwa einer hal­ben Stunde der Fall. Dann schauen wir also alle mal inten­siv auf www.istChristianWulffnochimAmt.de [oder hier im ZDF-Livestream]. Bis dahin schauen wir Kalkofes let­zte Wulff-Par­o­die von heute — quasi dem gemein­samen Abschluss.

Malte Weld­ing meint, Wulff wäre halt mit seiner trotzi­gen Hal­tung ein Kind seiner Gen­er­a­tion — mit Beto­nung auf Kind.

Wo wir ger­ade bei Woh­nungswech­sel sind: Sascha Lobo räumt auch seine Butze.

Und während ich mir die Frage stelle: Wird jetzt eine Frau Bun­de­spräsi­dentin? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Dorin Popa merkt an, dass das ZDF anlässlich eines Franka-Potente-Films Einzel­heiten in der Biogra­phie Beate Uhses etwas beschöni­gen.

Fefe berichtet, dass man in Topeka, Kansas, aus finanziel­len Grün­den erwägt, häus­liche Gewalt wieder und entkrim­i­nal­isieren. Land of the free.

Frédéric Valin führt seine bei Spree­blick begonnene Fuss­bal­lkolummne nun unter Zum blonden Engel.

Wo wir ger­ade bei neuen Blogs sind: Malte Weld­ing ist für die Berliner Zeitung unter die Liebeskaf­feesat­zle­ser gegan­gen.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat das große Zurück-zu-den-Wurzel-Bloggen ange­fan­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Lesezeichen vom 06.10.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • Malte Weld­ing über Apple Pro­dukte — Als ich vor fünf Jahren zum ersten Mal in der Spree­blick-Konz­ernzen­trale war, rede­ten wir über Beamte, Dro­gen, Beam­ten­dro­gen und dass ich ja mal was für Spree­blick schreiben könne. Als ich nach 24 Minuten wieder ging, sagte Johnny, zum ersten Mal von seinem Rech­ner auf­blick­end: „Kauf dir doch noch ein Mac­Book.“
  • Süd­west: Urteil: Staats­gericht­shof: EnBW-Kauf war ver­fas­sungswidrig — badische-zeitung.de — Die frühere schwarz-gelbe Lan­desregierung hat mit dem Ein­stieg beim Energiev­er­sorger EnBW gegen die Ver­fas­sung ver­stoßen. Das hat der Staats­gericht­shof in Stuttgart entsch­ieden. Was wird jetzt aus Ex-Finanzmin­is­ter Willi Stächele?
  • Klimaretter.info — Stuttgart 21: Bauar­beiten gestoppt — Klimaretter.info — Der Ver­wal­tungs­gericht­shof Baden-Würt­tem­berg hat der Bahn in einem Eilbeschluss unter­sagt, die Bauar­beiten am Grund­wasser­man­age­ment für Stuttgart 21 weiter zu betreiben. Die Bahn hatte ihre Bau­pläne in einem vere­in­fachten Ver­fahren geän­dert, das keine Beteili­gung der Öffentlichkeit und der Umweltver­bände vor­sieht. Nach Ansicht des BUND ist eine der­ar­tige Planän­derung nicht mit einem vere­in­fachten Ver­fahren möglich und benötigt einen erneuten Plan­fest­stel­lungs­beschluss.
  • Klimaretter.info — E-Books kön­nen Klima schützen — Klimaretter.info — Die Her­stel­lung von zehn Büch­ern mit durch­schnit­tlich 200 A5-Seiten verur­sache etwa elf Kilo­gramm Kohlen­dioxid. Wenn Recy­cling­pa­pier zum Ein­satz kommt, verbessert sich die Bilanz auf neun Kilo­gramm. Dem­nach müsste man auf einem Lesegerät — während seiner durch­schnit­tlichen Lebens­dauer — etwa 25 Bücher lesen, um auf eine pos­i­tive Klima­bi­lanz zu kom­men.
  • Altkan­zler Hel­mut Schmidt: Ver­ste­hen Sie das, Herr Schmidt? | Poli­tik | ZEIT ONLINE — Schmidt: Wenn dieser Staat vorüberge­hend zahlung­sun­fähig würde, dann wäre das für die Griechen und für alle anderen Europäer ein großes Unglück, aber kein exis­ten­ziell gefährden­des Unglück. Das gilt sowohl für die wirtschaftlichen als auch die poli­tis­chen Fol­gen eines solchen Bankrotts. Die poli­tis­chen Fol­gen wür­den möglicher­weise noch schw­erer wiegen, denn es kön­nte der Ein­druck entste­hen, dass es um die Sol­i­dar­ität unter den Europäern noch viel schlechter bestellt ist, als wir uns das in den let­zten Jahren vorgestellt haben. Das Ver­trauen in die Gemein­schaft der 27 Mit­glieder würde weiter schwinden. Dieser poli­tis­che Preis wäre zu hoch. Deshalb müssen die Staaten der Europäis­chen Union Griechen­land helfen.
  • Text of Steve Jobs’ Com­mence­ment address (2005) — ‘You’ve got to find what you love’ — This is a pre­pared text of the Com­mence­ment address deliv­ered by Steve Jobs, CEO of Apple Com­puter and of Pixar Ani­ma­tion Stu­dios, on June 12, 2005.
  • Steve Jobs, 1955 – 2011 | Epi­cen­ter | Wired.com — It had taken a while for the world to real­ize what an amaz­ing trea­sure Steve Jobs was. But Jobs knew it all along. That was part of what was so unusual about him. From at least the time he was a teenager, Jobs had a freak­ish chutz­pah. At age 13, he called up the head of HP and cajoled him into giv­ing Jobs free com­puter chips. It was part of a life­long pat­tern of set­ting and ful­fill­ing astro­nom­i­cal stan­dards. Through­out his career, he was fear­less in his demands. He kicked aside the hoops that every­one else had to nego­ti­ate and straight­for­wardly and brazenly pur­sued what he wanted. When he got what he wanted — some­thing that occurred with aston­ish­ing fre­quency — he accepted it as his birthright.
  • Piraten­partei: “Sie erre­ichen nicht die bre­ite Gesellschaft” | ZEIT ONLINE — bei den Piraten dominieren junge, besser gebildete Män­ner. Ver­gle­ich­bar ist auch die urbane Struk­tur im alter­na­tiven Milieu. Aber die Grü­nen hat­ten von Beginn an eine gefes­tigtere ide­ol­o­gis­che und poli­tis­che Posi­tion und deck­ten mit der Ökolo­gie einen bre­it­eren poli­tis­chen Bere­ich ab als die Piraten es jetzt tun. Mit ihrem Sam­mel­surium von all­ge­meinen poli­tis­chen Posi­tio­nen und der sehr starken Fokussierung auf das Web erre­ichen sie die Bre­ite der Gesellschaft grund­sät­zlich nicht.
  • Diese Lieder sind in deinem Land ver­füg­bar 2 « Malte Weld­ing
  • Staat­san­waltschaft ermit­telt schlampig — Kunde ver­prügelt und fast verurteilt — sueddeutsche.de — Weil sie ihn für einen Dieb hal­ten, schla­gen Mitar­beiter eines Münch­ner Super­markts einen Kun­den kranken­haus­reif und zeigen ihn dann auch noch an. Die Staat­san­waltschaft glaubt den Tätern — und beinahe wird Abdul M. auch noch zum Opfer schlampiger Ermit­tlun­gen.
  • Pofalla und die große Welle | Post von Horn — Vor dieser Welle von Kri­tik erscheint der CDU-Abge­ord­nete Bos­bach als net­ter Men­sch, dem übel mit­ge­spielt wurde. Dabei sollte sich Bos­bach über Pofalla Attacke nicht wun­dern. Ein wenig hat er sie schon her­aus­ge­fordert. Er beschränkte sich näm­lich nicht darauf, seine ablehnende Hal­tung zur Ausweitung des Euro-Ret­tungss­chirms zu Pro­tokoll zu geben.

    Vielmehr nutzte er über Wochen jede Gele­gen­heit, seine abwe­ichende Auf­fas­sung öffentlich zu propagieren und sich selbst zu pro­fil­ieren. Das provozierte viele in seiner Frak­tion. Nicht wenige nehmen ihm das richtig übel, behal­ten ihre Kri­tik aber für sich. Bos­bachs Ver­hal­ten entschuldigt Pofal­las Attacke natür­lich nicht.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Miriam Meckel beein­druckt die emo­tionale Reak­tion Hillary Clin­tons bei Betra­ch­tung der Tötungsak­tion zum Nachteil, wie die Juris­ten so sagen, von bin Laden.

Malte Weld­ing befasst sich mit dem Medi­en­spek­takel um den Kachel­man­nprozess und meint, Kachel­mann werde nicht verurteilt wer­den.

Felix Schwen­zel fragt, ob es absurd sei, sich über den SPIEGEL zu beschw­eren, wenn man dessen Infor­ma­tion­sliefer­un­gen dank Fil­ter­sou­veränität (noch so ein Wort) auch ein­fach ignori­eren kön­nte. Eine ähn­liche Idee hat Deef in Ein Herz für Selb­st­darsteller ver­folgt.

Und während ich mir die Frage stelle: Wird man denn nicht noch den SPIEGEL kri­tisieren dür­fen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Lesezeichen

Guten Morgen

morgenkaffee

Da hat die Kan­z­lerin aber ein­mal ein religiöses Macht­wort gesprochen: Es stimme wie Bun­de­spräsi­dent Wulff sagt, dass der Islam zu Deutsch­land gehöre wie Chris­ten­tum und Juden­tum, er gehöre aber eben nicht zum Selb­stver­ständ­nis Deutsch­lands. Das ist dann wohl die CDU-Vari­ante von: Ich bin nicht frem­den­feindlich, aber ich mag keine Aus­län­der.

Malte Weld­ing befasst sich mit dem Buch von Stephanie Gut­ten­berg über sex­uel­len Kindesmißbrauch und trifft auf ein Mach­w­erk aus der Kitschk­iste:

Frau zu Gut­ten­berg macht dabei etwas, das sie ver­mut­lich nicht beab­sichtigt. Indem sie einen Zusam­men­hang her­stellt zwis­chen Videos, die Kinder sich anse­hen, und sex­uellem Miss­brauch, wirkt es auf ein­mal, als kön­nten die Kinder etwas an dem an ihnen verübten Ver­brechen ändern, wür­den sie statt MTV den Kinderkanal anschauen. Das erin­nert dann doch arg an die Argu­men­ta­tion früherer Verge­wal­ti­gung­sprozesse: Wenn die Frau doch einen Minirock trägt, dann ist sie halt sel­ber Schuld.
Natür­lich meint zu Gut­ten­berg das nicht so, sie denkt halt ein­fach nicht beson­ders scharf. Oder lassen Sie es mich fre­undlicher for­mulieren: Sie ist erstaunlich unsortiert. Tim Ren­ner (unter anderem Pro­fes­sor an der Pop-Akademie Baden-Würt­tem­berg) weist darüber hin­aus darauf hin, wie sich Stephanie zu Gut­ten­berg geschmückt mit Teufelshörnchen auf einem AC/DC-Konzert fotografieren lässt und schließt, es sei völ­lig inakzept­abel „sich ein­er­seits des Rock’n’Rolls zu bedi­enen, wenn es darum geht, sich und den Gat­ten in der Öffentlichkeit als lustige CSU-Rebel­len zu posi­tion­ieren und ihn dann zu miss­brauchen, um einen pop­ulis­tis­chen Beleg für The­sen rings um ein so schreck­liches Phänomen wie Kindesmiss­brauch zu haben“.

Michael Spreng bew­ertet die Infor­ma­tion, dass Wolf­gang Schäuble eine Rück­nahme ermäßigter Mehrw­ert­s­teuer­sätze ( z.B. “sieben Prozent Mehrw­ert­s­teuer für Ren­npferde, Schnit­tblu­men, Hun­de­fut­ter – und auch für die Hote­liers” ) zurück­genehmen will als schlechte Nachricht für die Bürger Deutsch­lands.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat — genau genom­men — nicht Chris­tian Wulff durch sein Goethe Zitat Men­schen wie Merkel der zweis­chnei­di­gen Zunge deklar­i­ert? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

Lesezeichen

Guten Morgen

morgenkaffee

Heute legt Malte Weld­ing seinen ersten Blog­beitrag für Deus ex machina vor, ein Blog, das ich gestern noch kri­tisch betra­chtet habe. Seine Sprache ist aber, anders als gestern beschrieben, deut­lich angenehmer, schnell findet er zum Punkt seines Anliegens, wenn auch offen bleibt, was Lothar Matthäus mit der Balz im Inter­net zu tun haben soll.

Der Erste und der Zweite Senat des Bun­desver­fas­sungs­gerichtes stre­iten sich über die Frage, ob die Bun­deswehr im Inneren der Bun­desre­pub­lik einge­setzt wer­den darf.

Sebas­tian Beck schreibt bei der Süd­deutschen Zeitung über das tot­geschwiegene Trauma: Polizis­ten wer­den per­sön­lich ange­grif­fen und mit dieser psy­chis­chen Belas­tung alleine gelassen:

Pfeif­fer sagt, es laste Druck auf Polizis­ten, sich unbeein­trächtigt zu zeigen und männliche Härte auszus­trahlen. “Wer das nicht aushält, der läuft Ver­dacht, dass er ein Weichei ist.” Beamte, die im Dienst schwer ver­letzt wur­den, berichteten den Wis­senschaftlern aus Han­nover, wie sehr sie darun­ter gelit­ten hät­ten, dass sie im Kranken­haus keinen Besuch von Kol­le­gen bekom­men hät­ten. Pfeif­fer hat eine ein­fache Erk­lärung dafür: Das eigene Leid und das der anderen werde ein­fach ver­drängt. Viele Beamte laufen nach seiner Beobach­tung mit einem “emo­tionalen Panzer” durch die Gegend.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum gibt es keinen Unter­richt zur Achtung vor staatlichen Ein­rich­tun­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

Guten Morgen

morgenkaffee

Bay­erns Jus­tizmin­is­terin Merk ver­leitet wieder ein­mal zu Kopf­schüt­teln: Killer­spiele, Kinder­pornogra­phie und die lais­sez-faire Poli­tik der FDP seien Schuld an Kindesmiss­brauchs­fäl­len wie auf Ame­land. Zuvor war sie dadurch aufge­fal­len, dass sie der sex­uel­len Rev­o­lu­tion Mitschuld an Kindesmiss­bräuchen durch Priester gab.

Was die Junge Union kann, kön­nen die Lib­eralen schon lange: Malte Weld­ing hat die Hymne der Jun­gen Lib­eralen aus­ge­graben. Da weiß man irgend­wann wirk­lich nicht mehr, gegen welche Wand man als erstes Ren­nen soll.

Ein CDU-Lan­despoli­tiker hat Geert Wilders nach Berlin ein­ge­laden und sorgt so für Zoff in der Haupt­stadt.

Und während ich mir die Frage stelle: Wozu brauchen Jugend­parteien eigentlich Hym­nen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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