Guten Morgen

morgenkaffee

Ste­pha­nie Gut­ten­berg quatscht beim Tit­ten­sen­der über Tit­ten­sei­ten im Inter­net. Alles ganz wich­tig, super recher­chiert und so. Haupt­sa­che im Fern­se­hen und von den Qua­li­täts­pu­bli­ka­tio­nen STERN & BILD beglei­tet! Bei sol­chen Publi­ka­tio­nen soll­te man die Kotz­tü­ten gleich mit­lie­fern.

Die in Düs­sel­dorf gern ein­ge­setz­ten Bier­bikes sind künf­tig ver­bo­ten und kön­nen nur unter Auf­la­gen ein­ge­setzt wer­den.

Schrift­stel­ler Nick Horn­by und Musi­ker Ben Folds haben zusam­men ein Album gemacht. Das geht Arno Frank aller­dings nicht ins Ohr.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Soll­te man nicht ein­schrei­ten, wenn Eltern zur Für­sor­ge ihrer Kin­der RTL2 & BILD zu Rate zie­hen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Spieglein, Spieglein an der Wand

Micro­soft hat der­einst die Akzep­tanz von unaus­ge­reif­ten Pro­duk­ten durch die Kon­su­men­ten eta­bliert. Bild­blog füll­te der­einst eine Lücke: Die Kri­tik an der täg­lich auf­ma­chen­den Blöd­zei­tung. Spie­gel Online macht sich auf, bei­des bedie­nen zu kön­nen: Unaus­ge­reif­te Mas­sen­pro­duk­te im Print­be­reich. Hier meint man, dass ein Ein­zelt­weet und sei­ne all­ge­mei­ne Auf­nah­me durch Twit­te­rer doku­men­tie­rens­wür­dig sei. Spie­gel Online ist mitt­ler­wei­le für ande­re Medi­en so bedeut­sam, dass Spie­gel Online eine Art Vor­rei­ter in the­ma­ti­schen Auf­ma­chern dar­stel­len — völ­lig unkri­ti­siert.

Natür­lich hat jedes kom­mer­zi­el­le Print­pro­dukt sein gutes Recht, zu publi­zie­ren was es will. Den­noch bleibt fest­zu­hal­ten, dass zuneh­mend Inhal­te des Inhalts­da­seins wegen, nicht wegen der Qua­li­tät des Nach­rich­ten­werts publi­ziert wer­den: Ein Leser eines Arti­kels ohne Nach­rich­ten­werts ist bes­ser als kein Leser kei­nes Arti­kels.

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Was ich noch sagen wollte zur… Blödzeitung im Anzug

Im Juni hat­te die Bild­zei­tung schon ein­mal über die The­sen Thi­lo Sar­ra­zin berich­tet, die er jetzt zur Ver­öf­fent­li­chung sei­nes Buches noch­mal vor­ge­tra­gen hat. Damals aller­dings in einer ande­ren Dar­le­gung. Sar­ra­zin war damals für die Bild­zei­tung nicht der­je­ni­ge, der end­lich ein­mal sagt, was das Volk denkt, nein, Sar­ra­zin war der Pöb­ler vom Dienst. Kri­ti­ker Sar­ra­zins, so die Bild­zei­tung,

atta­ckie­ren ganz über­wie­gend die Pas­sa­gen in Sar­ra­zins Buch, wonach die Gene der Zuwan­de­rer, ihre ange­bo­re­ne Intel­li­genz, über ihr indi­vi­du­el­les Schick­sal in Deutsch­land ent­schei­den. Mot­to: Blöd bleibt blöd, da hel­fen kei­ne Pil­len.

Die­ses Fazit ent­zieht der Poli­tik Geschäfts­grund­la­ge und Daseins­be­rech­ti­gung glei­cher­ma­ßen: Wenn die Ver­hält­nis­se tat­säch­lich gene­ti­sches Schick­sal sind, kann jede Poli­tik ein­pa­cken, die in irgend­ei­ner Form die Ver­hält­nis­se ändern will, bes­sern will. Das lässt kein Poli­ti­ker, in kei­ner Par­tei, auf sich sit­zen. Des­halb keilt selbst die über alle Maßen prag­ma­ti­sche Kanz­le­rin der­art zurück, von den “Sozial-Ingenieuren” bei SPD und Grü­nen ganz zu schwei­gen.

Hier unter­schlägt die Bild­zei­tung kom­plett, dass es schlich­ter an alte Zei­ten erin­nern­der Unfug ist, die indi­vu­du­el­le gesell­schaft­li­che Ent­wick­lung eines Men­schen allein oder auch nur vor­ran­gig auf irgend­wel­che Gene zurück zu füh­ren. Wenn mor­gens gedan­ken­steu­ern­de Ali­ens die Welt bevöl­kern, ent­zö­ge dies der Poli­tik eben­so “Geschäfts­grund­la­ge und Daseins­be­rech­ti­gung” — es ist nur eben­sol­cher Schwach­sinn, dies anzu­neh­men.

Für die Bür­ger geht es aber genau­so ums Gan­ze – näm­lich eben­falls um sie selbst.

Zuwan­de­rer mit mus­li­mi­schem Hin­ter­grund sind über­pro­por­tio­nal in der Kriminal-Statistik ver­tre­ten, bei den Schul­ab­bre­chern, bei den Hartz-IV-Empfängern. Amt­li­che, sta­tis­ti­sche Daten decken sich mit per­sön­li­chen Ein­drü­cken, Sor­gen und Ängs­ten. Des­halb beja­hen sie vor allem das Unver­blüm­te, Radi­ka­le an Sar­ra­zins Bestands­auf­nah­me.

Bür­ger sind an die­ser Stel­le nicht mehr mus­li­mi­sche Deut­sche ohne Hoch­schul­bil­dung. Bür­ger sind die von Bild erfun­de­ne Mehr­heit des Deut­schen Vol­kes, die sich über die nicht­statt­fin­den­de Inte­gra­ti­on von Mus­li­ma in Deutsch­land bekla­gen — als ob sie dar­an inter­es­siert wären. Und auf wel­che Daten sich da der Schrei­ber­ling der Bild bezieht ist eben­so unein­sich­tig — Haupt­sa­che die Rich­tung stimmt.

War­um nutzt die Bil­dei­tung also auf ein­mal das Tritt­brett Sar­ra­zin zur Stim­mungs­ma­che? Weil der die­sel­be Argu­men­ta­ti­ons­form ver­wen­det: Fach­frem­des, pole­mi­sches Rum­be­haup­ten gegen Min­der­heits­grup­pen ohne die Fähig­keit zur Selbst­kri­tik. Wer Sar­ra­zins Hal­tung recht gibt, kann dann ja auch­nichts mehr gegen die Bild­zei­tung haben.

Sicher­lich gibt es Inte­gra­ti­ons­ver­wei­ge­rung in Deutsch­land. Aber es gibt auch haus­ge­mach­te Bil­dungs­schi­ka­nen gegen­über Men­schen, die kei­nen 100%ig deut­schen Ein­druck machen, ange­fan­gen vom Nach­na­men, vom Sprach­ak­zent bis zum Aus­se­hen. War­um soll­te sich jemand um Inte­gra­ti­on bemü­hen, wenn ihm das kei­nen sozia­len Vor­teil bringt und ande­rer­seits auch offen abge­lehnt wird? Aber für eine dif­fe­ren­zier­te­re Betrach­tung ist in der Bild kein Platz.

Sar­ra­zin ist nichts ande­res als Bild­zei­tungs­ar­gu­men­ta­ti­on in Gestalt eines Anzugs­trä­gers. Angeb­lich schafft sich Deutsch­land durch das sich nicht inte­grie­ren wol­len­de, mus­li­mi­sche Pre­ka­ri­at ab. Ich glau­be ja eher, dass Deutsch­land sich dadruch abschafft, dass vie­le Men­schen auf cha­rak­ter­lo­se Fir­men wie Bil­lig­dis­coun­ter zum kau­fen und dort arbei­ten ange­wie­sen sind. Und sol­che Fir­men sind kei­ne mus­li­mi­sche Erfin­dung — son­dern die pro­fit­gei­ler Anzug­trä­ger.

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Guten Morgen

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Carta.info befasst sich mit der Bild­zei­tung, die die Sarrazin-Debatte zur Scha­blo­ne ihrer Sprech­be­rech­ti­gungs­kam­pa­gne macht. Dabei igno­riert man bei der Bild natür­lich die sar­ra­zin­schen Aus­füh­rung, die den Rechts­aus­le­ger für die Dis­kus­si­on dis­qua­li­fi­zie­ren:

“Das Mus­ter des gene­ra­ti­ven Ver­hal­tens in Deutsch­land seit Mit­te der sech­zi­ger Jah­re ist nicht nur kei­ne Dar­win­sche natür­li­che Zucht­wahl im Sin­ne von “sur­vi­val of the fit­test”, son­dern eine kul­tu­rell beding­te, von Men­schen selbst gesteu­er­te nega­ti­ve Selek­ti­on, die den ein­zi­gen nach­wach­sen­den Roh­stoff, den Deutsch­land hat, näm­lich Intel­li­genz, rela­tiv und abso­lut in hohem Tem­po ver­min­dert.” (Sei­te 353)

Als ob der Mann irgend­ei­ne Ahnung hät­te, wovon er da redet. Auch Ex-Bild-am-Sonntag-Chefredaktuer Micha­el Spreng spricht der Bild­zei­tung ab, dass es in Punk­to Sar­ra­zin der­zeit um die Ver­tei­di­gung der Mei­nungs­frei­heit geht:

Das Gegen­teil ist der Fall: Kaum einer durf­te in den letz­ten Jah­ren den Mund so weit auf­rei­ßen wie Thi­lo Sar­ra­zin. Die Vor­ab­drucke sei­nes Buches in BILD und “Spie­gel” erreich­ten 18 Mil­lio­nen Leser, er war schon Gast in zwei Talk­shows mit sechs Mil­lio­nen Zuschau­ern, zu sei­ner Pres­se­kon­fe­renz kamen 250 Jour­na­lis­ten und 30 Fern­seh­teams, er war Schlag­zei­le in jeder deut­schen Zei­tung, Auf­ma­cher in allen TV-Nachrichten. Sein Buch wur­de schon 250.000 mal bestellt. Mehr Mei­nungs­frei­heit geht nicht.

Das pro­vinz­kind zeigt sich irri­tiert über die Mel­dung, dass über­durch­schnitt­lich vie­le Ber­li­ner an den Fol­gen des Alko­hol­ge­nus­ses ster­ben und dar­über wie akzep­tiert doch die­ser Dro­gen­kon­sum ist.

Ste­phen Haw­king hat in Groß­brittani­en eine Reli­gi­ons­de­bat­te ent­facht. Für die natur­wis­sen­schafl­ti­che Erklä­rung der Ent­ste­hung der Welt könn­ten so vie­le Erklä­run­gen ange­führt wer­den, dass ein Rück­griff auf Gott als Erklä­rung nicht not­wen­dig sei. Dies wird von Richard Daw­kins gefei­ert. Der bri­ti­sche Groß­rab­bi­ner Jona­than Sacks hält dage­gen:

„Wis­sen­schaft nimmt die Din­ge aus­ein­an­der, um zu sehen, wie sie funk­tio­nie­ren. Reli­gi­on setzt sie zusam­men, um zu ver­ste­hen, was sie bedeu­ten.“ Wis­sen­schaft, die sich als Reli­gi­on auf­spie­le, sei eben­so unsin­nig wie Reli­gi­on, die sich als Wis­sen­schaft gebe. Haw­king erklä­re, „wie“, nicht „war­um“ die Welt geschaf­fen wor­den sei. Die Bibel fra­ge: „Wer sind wir, war­um sind wir hier, wie sol­len wir leben?“, argu­men­tier­te Sacks.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um geht den Natur­wis­sen­schaft­lern im Kampf gegen Reli­giö­se eigent­lich immer noch so einer ab? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Kurz zur nervigen Inkompetenz von Blödzeitung und Spiegel in Sachen Sandra Bullock

Spie­gel Online beginnt sei­nen ers­ten Arti­kel zur angeb­li­chen Affä­re des Man­nes von San­dra Bullock wie folgt:

Unver­ges­sen ihre trä­nen­rei­che Dan­kes­re­de bei der Oscar-Verleihung: San­dra Bullock schwärm­te von ihrem Ehe­mann Jes­se James.

Auch BILD, das Qua­li­täts­me­di­um aus dem Hau­se Sprin­ger, weiss:

Noch letz­te Woche soll Jes­se sei­nem Tattoo-Luder geschrie­ben haben: „Ich den­ke an dich heu­te mor­gen.“ Das war am 14. März – weni­ge Tage nach­dem San­dra Bullock ihren Gat­ten nichts ahnend in ihrer Oscar-Rede erwähnt hat­te.

Und was könn­te hier­an falsch sein? Röch­töööööööch: San­dra Bullock erwähnt ihren Mann bei der Dan­kes­re­de für ihren Oscar über­haupt nicht:

Ja, unver­ges­sen, lie­ber Spie­gel. Und was das nichts ahnend angeht, lie­be Bild, bit­te den Blick ab der 9. Sekun­de noch­mal genau anschau­en.

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