Neuer Tag, neue Überschriftenschriftart, jetzt auch mit Schatten, dafür hellerem rot, weil der Schatten die Farbe dunkler aussehen lässt. Und damit zum Weltgeschehen:
Bascha Mika meint, das aktuelle Buch von Kristina Schröder entlarve die Ministerin.
Man spricht englisch – zumindest in der Berliner Künstlerszene. Ein Interview mit Jennifer Allen, Chefredakteurin des Magazins frieze d/e.
Ulrich Horn legt dar, wieso das Spaßwahlkampfmotto Currywurst ist SPD so irritiert: Sowas kann sich heute nicht mehr jeder leisten.
Und während ich mir die Frage stelle: Hauptsache man redet drüber? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

- Bundesliga: Sky riskiert für Fußballrechte Kopf und Kragen | FTD.de –
- 360° Gigapixelpanorama vom Revierderby Schalke04 – Borussia Dortmund –
- Offener Brief von Botschafterfrauen: „Haben Sie keine Wahl, Asma al Assad?“ – Arabische Welt – FAZ –
- http://m.spiegel.de/politik/deutschland/a-827840.html#spRedirectedFrom=www –
- Breivik-Prozess: Ein Narzisst entlarvt sich selbst – SPIEGEL ONLINE – In dem Moment, da man ihn zwischen all den historischen Bildern von Kreuzrittern eingeblendet sieht in seiner Uniform, die er sich aus dem Billigversand bestellt hatte, da füllen sich plötzlich seine Augen mit Tränen – aus Rührung. [...] Breivik, der Narzisst, scheint in diesem Moment gerührt von seiner eigenen Person. So bleibt als Erkenntnis dieses Tages, dass Breivik keine Spur von Mitleid hat mit den 77 Toten, den Hunderten Verletzten und Tausenden Traumatisierten. Mitleid, das belegt der kümmerliche Zusammenbruch seiner Selbstinszenierung im Gerichtssaal, empfindet er vor allem für sich selbst.
- S.P.O.N. – Im Zweifel links: Die unbefreite Frau – SPIEGEL ONLINE – Kristina Schröder gibt der Ideologie der Ungleichheit ein modernes, junges Gesicht. Die Autorin Katrin Rönicke hat es in einer Rezension des Schröder-Buchs auf den Punkt gebracht: "Vielleicht ist Kristina Schröder und ihrer Co-Autorin Caroline Waldeck sogar vollkommen klar, dass es von Einkommen und sozialem Stand abhängt, ob eine Frau – vor allem mit Kind – emanzipiert leben kann. Wie alles, was man sich leisten können muss, gibt es auch die Emanzipation halt nur für wenige." Das ist die Kälte dieser Generation, für die Schröder steht.

- Rechteverwertung: Gema fordert 1000 Prozent mehr Geld – Kultur – Tagesspiegel –
- Urheberrechtsstreit im Internet: So will die Gema ihr Image aufmöbeln – Medien – Tagesspiegel – Ein Motiv erinnert daran, dass der Song „Mit 66 Jahren“ zwar von Udo Jürgens komponiert, aber 1978 vom Gema-Mitglied Wolfgang Hofer getextet wurde. Die Gema selbst will bei der Aktion im Hintergrund bleiben, auch wenn sich die Verwertungsgesellschaft falsch verstanden fühlt. „Wir sind nicht die GEZ und stehen nicht vor der Tür“, ärgern sich die Münchner.
- Netzfreiheit: Google-Gründer sieht Freiheit im Netz bedroht | Digital | ZEIT ONLINE –
- Facebook stellt Nutzer auf @facebook.com-E-Mail-Adresse um – derStandard.at –
- Indect in Polen: EU-Überwachung von Fußballfans zur EM 2012 ohne Polizei – Golem.de – Die polnische Polizei hat die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Projekt überraschend beendet.
- Bundesfamilienministerin: Kommt die Quote, geht Schröder – taz.de – CDU-Politikerin Kristina Schröder ist gegen eine starre gesetzliche Frauenquote und knüpft ihr politisches Schicksal daran, sich in dieser Frage zu behaupten.
Tilmann Prüfer nimmt das Konzept der Piratenpartei, alles basisdemokratisch, d.i. nur durch Mehrheitsentscheidungen, zu erfassen, auseinander:
Dass ein Einzelner die Interessen vieler vertreten kann, können die Piraten nicht glauben. Denn das würde bedeuten, dass es einen gemeinsamen Willen gäbe und richtige Lösungen. An beides glauben die Piraten nicht. Für sie gibt es kein gesellschaftliches Interesse mehr, nur viele Einzelinteressen.
ix hat die zweite Ausgabe der wired gelesen und ist zufriedener als bei der ersten.
Ein Anonymous-Hacker hat sich durch ein Foto der Brüste seiner Freundin verraten. Das hatte er mit seinem iPhone auf Twitter veröffentlicht ohne daran zu denken, dass er mit der Foto-Datei zusätzlich Daten veröffentlicht, die direkt zu seiner Haustür führen. (via)
Und während ich mir die Frage stelle: Dämmert den Piraten bald was? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
- Weltwoche gegen Schriftstellerin – "Neuer Stürmer" – sueddeutsche.de – Der Chef von Weltwoche.ch, roger Köppel, verklagt Sibylle Berg wegen des Tweets "titelblatt auf dem neuen stürmer. weltwoche.ch". Wohl nicht mehr als ein PR-Klamauk.
- Jung-Diktator überrascht mit Rede: Kim Jong Un – neuer Führungsstil für Nordkorea? – FOCUS Online –
- Gegenreformation | Post von Horn – Die Piraten haben die Altparteien schwer erschreckt. Es schein so, als fürchteten sie, auch ihre Mitglieder könnten auf den Gedanken kommen, mitreden zu wollen. Um solche Tendenzen im Keim zu ersticken, hat sich im Bundestag eine Reformbewegung gebildet. Sie will die Plenardebatten modernisieren. Das Rederecht für Abweichler soll eingeschränkt werden. So, wie wir den Bundestag kennen, kann das nur der Anfang sein. Hat sich der Schritt bewährt, dürfte rasch der nächste folgen: Abweichler werden gar nicht mehr reden dürfen.
- Antisemitismus unter Piraten – Relativ rechts | FAZ | Harald Staun meint, dass die Befürwortung der Piraten durch die Wähler ohne politische Argumente auskommt: “Um als Alternative empfunden zu werden, reicht es, keine zu haben.”
- Ich heb dann mal ur | Spreeblick – lasst mich um Johnny Cashs Willen in Ruhe mit eurer lächerlichen Kulturpanik auf der einen und der Zensur- und Wissenszugang-Paranoia auf der anderen Seite. Es gibt so viele Themen, über die es sich zu reden lohnt. Dass vielleicht unterschiedliche Schöpfungsbereiche auch unterschiedliche Urheberrechte brauchen; dass wir Lösungen für den privaten Produktions- und Konsumbereich nötig haben; dass Komponieren eben doch etwas anderes ist als Programmieren; dass es ohne Urheberrecht auch kein Creative Commons geben kann; und noch so vieles mehr.
- http://textfromdog.tumblr.com/ – My dog sends me texts. I post them here. Yeah. Its weird.

Vor ein paar Monaten habe ich aufgehört, Google Mail zu verwenden. Google verfolgt sicher weiterhin irgendwie, was ich ansurfe, aber ich bin das blöde Gefühl los, dass Google meine Mails mitliest und irgendwie auswertet.
Jetzt will also Facebook auf diesen Zug aufspringen und man darf getrost vermerken, dass Facebook-Chef Zuckerberg mit seiner Annahme, dass die Zeit der E-Mails abgelaufen sei, verdammt daneben lag.
Facebook-Benutzer sollen sich künftig mit Facebook-E-Mail-Adresse anmelden müssen. Damit versucht man, E-Mail-Verkehr, und das zielt vornehmlich auf die Inhalte von E-Mails. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die nach werberelevantem Inhalt durchleuchtet werden sollen. Erwarten uns künftig auch Facebook-Office und -Kalenderdienste?
Das grundsätzlich Blöde für Benutzer ist, dass der Zusatz @facebook.com doch ein sehr langer Zusatz ist. Googles Kürzel Gmail.com ist schon mal deutlich kürzer. Für den Gedanken einer kurzen Mailadresse spricht auch, dass Google sich gerade gmail.de unter den Nagel gerissen hat. Und ob Facebook bei einem E-Mail-Dienst technisch mithalten kann, bleibt abzuwarten.
Viel erwarte ich also nicht von Facebooks Maildienst. Ich wüsste nicht, was mich zu einem solchen Dienst ziehen sollte, da ich selbst Facebook nur noch sporadisch nutze. Und für viele Privatanwender besteht ein kleines Problem, das Google so nicht hat: Facebook ist von vielen Arbeitgebern auf Dienstrechnern gesperrt.

Es gibt eine einzige Art, auf die Pauschalisierungen gerechtfertigt sind: Wenn man nur dadurch ein Problem greifbar machen kann. Andererseits sind sie polemisch, wenn sie nur dazu verwendet werden, um eine andere Position schlecht zu machen, gar, wenn es durchaus möglich wäre, eine Problematik anders dar zu stellen. In der Politik hat man es größtenteils mit letzterer Verwendung zu tun. Genau damit tun sich Politiker schwer.
Die Piratenpartei surft gerade auf einer Erfolgswelle, wie sie nur die Grünen kennen, wenn auch nicht gerade in diesem Ausmaß: Drittstärkste Partei in Umfragen zu sein, ohne im Bundestag zu sitzen, das ist neu. Dabei profilieren sich die Piraten mit einer unfairen Politikart: Sie schieben dauernd vor, auf bestimmten Gebiet keine Antworten geben zu können, seien darin aber ehrlicher als andere Parteien. Na, wie will man das denn wissen, wenn man selbst keine Ahnung hat? Und da die eigenen Ansichten es nicht sind, die den Parteierfolg erklären, da ernstzunehmende Politiker dieser Partei quasi nicht bekannt sind, bleibt die Erkenntnis: Da segelt jemand unter einer Flagge, die er nicht selbst gehisst hat.
Aber dennoch hat diese Art Erfolg. Aus einem geradezu zwingenden Umstand: Die sich selbst etabliert nennenden Parteien setzen gegen die Piratenpartei eben genau die Pauschalisierungen ein, gerade die inhaltliche Armut, die die Piratenpartei ihnen zusammen mit politischer Verkrustung vorwirft: Da wird der Slogan Politik ist kein Showbuisiness in der BUNTEN platziert. Da wird von Werten gesprochen, ohne sie zu nennen, da wird der Piratenpartei unterstellt, sie würde die Netzgemeinde verleiten, und wenn nicht die ganze, so zumindest ein Teil. Und da wird von FDP-Generalsekretär Döhring von einem Paradoxon gesprochen:
Ich finde es außerdem paradox, wenn eine Partei als Kernbotschaft mehr Transparenz in den politischen Entscheidungsprozessen durchsetzen will, alle Ausschuss- und Fraktionssitzungen öffentlich übertragen möchte, gleichzeitig aber so besonderen Wert auf die Anonymität und anonyme Debattenbeiträge legt.
Das ist ein Widerspruch, den man hinterfragen muss – ohne jetzt gleich wieder nach neuen Gesetzen zu verlangen.
Nein, das ist kein Widerspruch, den man hinterfragen muss, denn hier besteht schlicht keiner. Das ist eine politische Rheotrik, die man hinterfragen sollte. Natürlich kann man Transparenz bei gewählten Volksvertretern fordern und zeitgleich den Schutz von Äußerungen, sofern private Nachteile für den Äußernden zu vermuten sind. Paradox wäre es, wenn man einem gewählten Politiker verbieten wolle, sich anonym im Internet zu bewegen, denn dann würde man abstreiten, dass Menschen in einer Gesellschaft unterschiedliche Rollen haben. Aber das fordert ja niemand.
So lange die etablierten Parteien sich allerdings auf diese Art ins Knie schießen, indem sie ihre Art von Parteiendemokratie als maßgebend betrachten, sichern sie den Piraten deren wesentlichste Grundlage.
- Joe Eszterhas’ crazy letter to Mel Gibson – If even 10% of this is true, let's hope this is the last we hear of Mel Gibson.
- Fefes Blog | [l] Jaja ich weiß, FDP-Bashing ist out, die haben jetzt Minderheitenschutz, aber an dieser Meldung kam ich nicht vorbei: – Mit kurzen Parolen, wie [...] „Lieber neue Wahlen statt neue Schulden“ wollen die Liberalen ihre Standpunkte verdeutlichen [...] Die Kosten für den Wahlkampf belaufen sich auf etwa 800 000 Euro – finanziert durch Parteispenden und Kredite.
- “Wie ich lernte, den Roflcopter zu fliegen” – Eine Erwiderung auf Agnes Krumwiede und die anderen 100 Köpfe | Cluetrain PR – Das Internet ist eine Infrastruktur, die immer mehr Gesellschaftsbereiche digital implementiert und miteinander verknüpft. Das Internet ersetzt nicht Verleger, Investoren, Tonmeister und Produzenten, sondern verbindet sie, führt sie zusammen mit den Künstlern. Die Transaktionskosten für die Kontaktaufnahme, Kooperation und Beziehungspflege mit diesen Personen werden durch das Internet dramatisch gesenkt.
- Sagen Sie Jetzt nichts mit den Ärzten – Ein Interview ohne Worte –
Im Zusammenhang mit der Schassung des KP-Funktionärs Bo Xilai beleuchtete man bei der ftd die Instrumentalisierung von Mikroblogs durch die chinesische Führung.
Der Europäische Gerichtshof hat geurteilt, dass das Inzestverbot nicht gegen die Menschenrechte verstößt. Aber es hilft niemandem, meint man bei der ZEIT.
In Trier bereitet man sich auf die Ausstellung des Heiligen Rocks vor.
Beim fluter befasst man sich mit dem Hipster-Hype.
Die taz beschäftigt sich mit Nazi-Hiphop.
Und während ich mir die Frage stelle: Wie haben die vor 2000 Jahren Klamotten hinbekommen, die so lange halten? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.