Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass man so recht keine Ahnung gehabt hat, was der Bundestrojaner kann und was nicht. Nur für diejenigen, die so eine Information noch überraschen sollte.
Der SPD-Innenminister Jäger hat einen Solidarpakt zwischen reichen und armen Städten in NRW vorgeschlagen. Schlicht absurd findet das Ulrich Horn.
Im Spiegel knirscht Stefan Schultz über die Erfolgschancen der Occupy-Wall-Street-Welle in Deutschland etwas die Zähne.
Und während ich mir die Frage stelle: Wer ist in Deutschland eigentlich gerade Finanzfeind Nr.1? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
Die NZZ thematisiert den stetigen Verlust der Presse an Kritikfähigkeit: Sie vertreten eher die Meinung ihrer Besitzer.
Jetzt gibt es eine Seite mit einer Übersicht, welche Länder den Staats- resp. Bundestrojaner eingesetzt haben. Die Grünen meinen, das BKA habe den Trojaner an die Länder verteilt.
Die Berliner Blogger unterhalten sich über ihren nicht vorhandenen Humor. Sicher, kann man auch mal thematisieren.
Mit dem Bundestrojaner beschäftigt sich auch Friedrich Küppersbusch:
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Und während ich mir die Frage stelle: Gegen einen richtigen Kriminellen ist der Bundestrojaner noch nicht eingesetzt worden, oder? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
[Foto: Luc van Gent]
- Tagesschau-App vor Gericht | tagesschau.de | Von morgen an wird über die Tagesschau-App vor dem Landgericht Köln verhandelt. Kläger sind acht Verlage, die dem mobilen Internetangebot "Presseähnlichkeit" vorwerfen. Beklagte sind die ARD und der NDR. Die Verlage wollen erreichen, dass das Angebot kaum noch Text enthalten darf.
- Interview mit BNP-Chef Prot: „Können Sie nachts noch ruhig schlafen?“ | Handelsblatt | Baudoin Prot, der Chef von BNP Paribas, der größten französischen Bank, hat die Handelsblatt-Redakteure Nicole Bastian und Robert Landgraf vor vier Wochen zum Interview empfangen. Anschließend wurden die Antworten von Baudouin Prot mehrfach überarbeit und schließlich zurückgezogen. Angesichts der aktuellen Lage im Bankensektor wollte man sich nicht mehr äußern. Das Handelsblatt dokumentiert ein Interview ohne Antworten – stellvertretend für eine Geldelite, der es die Sprache verschlagen hat.
- Blackboards in Porn |
Meine Heimatstadt hat ihre alljährliches seltsames Tötungsdelikt. Nach der fliegenden Kuh, der versenkten Frau aus dem Katalog, dem Hells-Angels-Motorradhändler, der vergrabenen Ex, dem Zug-die-Vorfahrt-Nehmer, nun der finanzschwache Jäger mit der Flinte im Haus.
Die Blödzeitung war natürlich auch schon da, aber deren Beute war vergleichsweise gering: Einmal Leichensack abfotografiert und zweimal von Facebook geklaute Fotos, verschwurbelt mit wenig spannendem Nachbarschaftsgetratsche. Hinter die eigentliche Geschichte sind sie nicht gekommen. Und vielleicht ist das ein ganz gutes Zeichen.
Tomasz Konicz skizziert die allgemeine Demonstration gegen die Auswüchese des Kapitalismus, die sich von den USA aus verbreitet.
Bundesinnenminister Friedrich ruft die Länder zum Stopp des Einsatzes des Bundestrojaners auf, solange der mehr könne, als er gesetzlich darf. Das ist insofern witzig, als die Länder nicht für die Zollverwaltung zuständig sind, und dadurch, dass er so seinen CSU-Kollegen Herrmann zurecht quasi abwatscht.
Gestern hat sich Volker Pispers mit den Banken beschäftigt:
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Und während ich mir die Frage stelle: Demonstrieren die Bayern wohl auch eines Tages gegen die CSU? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
Die Überschrift ist etwas irreführend, denn niemand hat meinen Klarnamen mit meinem Pseudonym identifiziert. Sei’s drum: Jemand muss mich denunziert haben. Google lässt mich nicht mehr Google Plus als Too much information (und Variationen davon) verwenden. Die Fürung eines Pseudonyms bei Google Plus ist bei mir gerade mal 4 Tage lang gut gegangen, jetzt heißt mein Google Plus-Name nicht mehr Too much information (ähnliche Benutzernamen wie too much bunnies gibt es weiterhin), sondern Stefan Anders. Das ist genauso falsch, aber soll Google doch mal seine Mühlen anschmeißen und genau das rausfinden, wozu haben die so viele Daten?
Google wüßte, so schreiben sie extra bei dem Hinweis auf angedrohte Komplettsperrung, d.i. aller Google-Dienste, wenn man den Namen nicht in einen für Google akzeptablen ändert, das einige diese Ansicht zu Pseudonymen anders sehen, aber bla bla. Mit anderen meint man wohl den deutschen Gesetzgeber.
Dabei geht es mir gar nicht im ersten Sinne um Anonymität, ich habe mir nur die Frage gestellt, ob ich notwendigerweise überall, d.i. auch wenn ich den Google Reader verwende, bei Google meinen Klarnamen stehen haben muss. Nein, muss ich nicht. Meine Sätze sind auch ohne meinen Namen verständlich. Es reagieren auch ohne meinen Klarnamen intelligente Leute auf meine Gedanken. Niemand erfährt durch meinen Klarnamen einen wesentlichen Informationsgewinn, den er mit dem anderen Pseudonym nicht gewinnt. Und gerade das fand ich witzig, das kann weiter gehen. Den Klarnamen erfährt man eh, wenn man 1 und 1 zusammenzählen kann.
Außerdem kann man mich auch über das Icon identifizieren, nicht bloß über den Namen. Also einfach mal auf Google pfeiffen, wenn die derart auf die Rechte ihrer Nutzer pfeiffen.
- Medien verlieren die Kontrolle ans Netz | ZEIT ONLINE | US-Nachrichtenseiten sind längst abhängig von Google und Facebook und bestimmen nicht mehr über die eigene Zukunft, konstatiert eine Studie. Das hat auch Vorteile.
- Opt-In-Zwang: Internetsperren gegen Pornografie in Großbritannien – Golem.de |
- Kiew: Timoschenko zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt | tagesschau.de | In einem international umstrittenen Prozess ist die frühere ukrainische Regierungschefin Timoschenko des Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen worden. Sie muss für sieben Jahre ins Gefängnis. Timoschenko warf dem Richter vor, als Marionette des Präsidenten zu agieren. Ihre Anhänger sind empört.
- Sozialbericht für Deutschland – Einmal arm, immer arm | sueddeutsche.de | 16 Prozent der Deutschen waren 2008 armutsgefährdet – das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes hervor. Wer einmal unter die Armutsgrenze gerutscht ist, schafft es immer seltener, seine Einkommenssituation wieder zu verbessern. Eine finanziell besonders erdrückende Last sind die Wohnkosten.
- "Goldman Sachs regiert die Welt": Die böse Beichte eines Börsianers | STERN.DE | Die BBC hatte den nach eigenen Angaben unabhängigen Börsenhändler geladen, um über den Rettungsplan für die Eurozone zu plaudern. Hinterher waren die Moderatoren sichtlich baff. Der Spekulant hatte schließlich mächtig vom Leder gezogen. Dass die Märkte von Furcht regiert werden, dass die Börsen der Politik den Euro-Rettungsplan nicht abnehmen – geschenkt. Dass aber ein Börsianer offen gesteht, seit drei Jahren jede Nacht im Bett von einer Rezession zu träumen, weil man daraus viel Geld machen könne – das hatten sich die Leute bei der BBC dann doch nicht erwartet.
- R.E.M.-Tourismus in den USA: Daheim bei Weltstars – SPIEGEL ONLINE | In einer Kirchenruine gab die Band um Michael Stipe ihr erstes Konzert – und einem Imbiss klaute sie den Slogan, der zum Titel ihres erfolgreichsten Albums wurde.
- Wer schreibt, der stirbt : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv | María Elizabeth Macías hat keinen würdigen Abschied bekommen. Weder ihre eigene Zeitung noch die Blätter der Region veröffentlichten die Nachricht ihres Todes. Sie machten genau das, was die mutmaßlichen Mörder von Macías verlangten: Sie schwiegen.
- »Wie eine Alpenüberquerung« – Neue Fotografie – Süddeutsche Zeitung Magazin | Wir stellen Ihnen jede Woche junge, talentierte Fotografen vor. Diesmal: Sonja Herpich, die sich nach jedem Arbeitstag auf der Wiesn porträtierte.
- Heribert Prant: Staatliche Daten-Spionage – Trojaner fressen Grundrecht auf – sueddeutsche.de | Spähen, lauschen, infiltrieren: Staatstrojaner verwandeln den privaten PC in eine staatliche Spionageanlage. Eine solche Computerwanze ist ein Hohn auf alles, was das Bundesverfassungsgericht zum Schutz der Privatheit geschrieben hat. Aber selbst das höchste Gericht ist an den Auswüchsen der staatlichen Schnüffelei nicht ganz unschuldig.
- Langzeitarbeitslosigkeit: Meine Hartz-IV-Familie | ZEIT ONLINE | Meine Mutter, mein Vater und ich gehörten, solange ich mich erinnern kann, zur Unterschicht. Meine Eltern sind Langzeitarbeitslose. Geändert haben sich im Lauf der Jahre nur die Bezeichnungen, unter denen in der Öffentlichkeit über Leute wie uns diskutiert wurde: Sozialhilfeempfänger, Prekariat, Langzeithartzer. Und die Subventionen, die man uns zuteilte: Mal lebten wir aus dem Zuschusstopf für Niedriglöhner, mal aus dem Weiterbildungstopf, mal aus dem Ein-Euro-Job-Topf und, weil mein Vater sogar einmal versucht hat, sich selbstständig zu machen, auch aus dem Gründungszuschuss-Topf. Mittlerweile sind meine Eltern beide im Rentenalter und erhalten einen kleinen Grundbetrag mit ergänzender Sozialhilfe. Leider ist bei keinem der beiden die sogenannte Integration in den Arbeitsmarkt gelungen. An der Zahl der Bewerbungen, dem mangelnden Wunsch nach Unabhängigkeit und nach Arbeit, lag das nicht.