
- Publikative.org » Blog Archive » Rassismus ist, wenn man trotzdem lacht – Das Berliner Schlosspark-Theater hat einen rassistischen Eklat provoziert. Für das Stück „Ich bin nicht Rappaport“ greift man dort auf die tief rassistische Praxis des Blackface zurück. Dieses Stilmittel aus der rassistischen Mottenkiste ist leider immer noch gängige Praxis an deutschen Theatern.
Irgendwann beim Biblostati war mal wie so oft die Rede von Blogs und Denis meinte, Blogs seien für ihn alles, was unter Texten eine Kommentarfunktion zur Verfügung stellte. Das ist zwar eine sehr kurze Beschreibung, sie enthält aber wohl ein durchaus bekanntes Merkmal. Heute nun schließt Lars Reineke mit Verweis auf qualitative Armut von Kommentaren die Kommentarfunktion seines Blogs. Das ändert wohl nichts daran, dass er ein Blog betreibt, wirft aber die Frage auf: Wie verzichtbar sind Kommentare für ein Blog?
Ich mag die Möglichkeit, Kommentare an Blogbeiträge anhängen zu dürfen, insofern habe ich selber wenig Interesse daran, die Kommentarfunktion in diesem Blog abzustellen. Es werden sowieso nicht sonderlich oft Kommentare hier abgegeben und das hat mich nie gestört. Eine Masse an Kommentaren werten ein Blog nur scheinbar auf, es kommt eben doch auf die Qualität der Beiträge an und die ist bei keinem mir bekannten deutschen Blog umwerfend hoch.
In der letzten Woche ist dieser Beitrag von mir stark frequentiert worden. Das Lag vor allem an einem Link, der sich auf Spiegel Online befand, was mit sich zog, dass auf einen Schlag tausende Spiegel Online-Leser den Weg auf mein Blog fanden. Die werden nun keine Stammleser dieses Blogs, was mich aber auch beruhigt: Denn, zumindest was die Kommentatoren betrifft, waren die vpn Spiegel Online kommenden Leser nicht sonderlich gut im Stande, eine kritische, eigene Meinung zu entwickeln, sondern bezogen sich nur auf die Flöhe, die ihnen auf der Seite von Spiegel Online ins Ohr gesetzt wurden. Und das waren einige, denn der Bericht war eher reißerisch und machte nicht den Eindruck, dass der Verfasser die rechtliche Problematik sonderlich gut verstanden hätte.
Nach 200 Kommentaren habe ich dort die Kommentarfunktion geschlossen. Nach dem ersten großen Schwung an Kommentaren waren die tatsächlich interessanten Aspekte zu Ende besprochen, die Spiegel Online-Flohhüter zogen weiter und übrig blieb eine dort in Rede stehende Person, die rumtrollte. In anderen Foren ist die durch diesen Artikel angerissene Problematik weitaus sachlicher besprochen worden, das finde ich so erfreulich wie für mein Blog schade.
Mir ist aber nicht die Laune verdorben worden durch die polemischen Kommentare, so wenig ich in die Luft gesprungen bin bei mir freundlich gesonnenen Lesern. Die Kommentarfunktion dient meines Erachtens dazu, sich einer Kritik zu stellen; sie soll mir selbst klar machen, ob meine vorgetragene Position argumentativ in Ordnung geht oder leicht umgeworfen werden kann. Ich bin nicht darauf aus, Gesinnungsapplaus zu bekommen. Die Funktion stellt meine eigene Anspannung sicher, nicht in Geschwätz zu verfallen, das keine Kritik mehr verdient.
Ich stimme Lars in seiner negativen Analyse von Blogkommentaren, sofern sie wie in meinem angesprochenen Artikel geballt auftreten, durchaus zu. Es ist durchaus nervig, den x-ten blödsinnigen Kommentar zu lesen. Aber es geht bei der Möglichkeit einer Kommentarfunktion auch immer um den einzelnen Geist, der einen Artikel kritisiert, den noch niemand kommentiert hat, der einen Punkt aufgreift, den ich plump übergangen habe, der mich zwar falsch versteht, aber zwingt, mich genauer auszudrücken. Bloggen ist so der Versuch, eine subjektive Haltung objektiv in Frage stellen zu lassen. Das verstehen zwar einige Kommentatoren nicht und missbrauchen die Funktion nahezu, aber durch deren Verhalten lasse ich mir meine Idee nicht kaputt machen.

- Gewalt der Unbehausten | WELT ONLINE – Judith Schalansky: In den 90er-Jahren war das sicherlich so. Da haben wir die Angriffe auf Ausländerheime und Ausländer miterleben müssen. Es herrschte eine Art Vakuum. Aber ich glaube, die allgemeine Unsicherheit, das Wegbrechen des Gewohnten – das war entscheidend. Damit kann man nicht die Gewalt gegen Ausländer erklären und schon gar nicht rechtfertigen. Aber es war und ist eben eine Gewalt der Unbehausten. Deren Angst war riesig: die Furcht vor dem Anderen, vor dem Neuen. Damals herrschte auch eine Art Wildweststimmung – mit all diesen Vertretern für Lexika und Plastikhaustüren. Es herrschte ein allgemeines Verarschtwerden. Da prallten nicht nur zwei Welten, sondern stießen auch zwei Völker aufeinander, die nicht dieselbe Sprache sprachen.
- Rechtsterrorismus: Terrorzelle womöglich für weiteren Anschlag verantwortlich | ZEIT ONLINE – Die Zwickauer Zelle steckt möglicherweise hinter einem Mordanschlag in Duisburg. Damals war ein türkischer Gastwirt von einer Selbstschussfalle schwer verletzt worden.
- Quote sei zu gering: RTL fordert Ende der Digitalkanäle von ARD und ZDF – Handelsblatt – Die Gefahr eines Auftragsversagens besteht.
- Verfassungsblog › Dieter Grimm: Wulffs Anruf war kein Eingriff in die Pressefreiheit – Das Grundrecht der Pressefreiheit schützt die Presse und die im Pressewesen Tätigen vor Eingriffen der öffentlichen Gewalt. Wir können zwar annehmen, dass der Bundespräsident in seiner Eigenschaft als Staatsoberhaupt angerufen hat, nicht als Privatmann. Eingriffsqualität hätte der Anruf aber nur gehabt, wenn dadurch die Freiheit des Chefredakteurs eingeschränkt worden wäre. Seine Freiheit, so zu handeln, wie er es journalistisch für richtig hielt, war aber in keiner Weise gemindert. Das heißt gleichzeitig, dass der Bundespräsident mit dem Anruf nicht gegen das Grundgesetz verstoßen hat. Ob seinem Verhalten ein angemessenes Verständnis von der Funktion der Presse in der Demokratie und dem Verhältnis von Politikern und Journalisten zugrundelag, ist eine andere Frage.
- Der Feldzug der "Bild" passt ins Bild der eitlen Medien: Diekmanns Anmaßung – taz.de – Wulff steht – natürlich völlig zu Recht – als Aufklärungsverhinderer dar. Und Bild als seriöses Blatt, dass den Tabubruch scheut. Welche Perfidie – Bild stellt sich noch einmal über den eh schon demütigen Präsidenten. Das wird erst dann vollends zu einer Farce, wenn man weiß, dass Bild-Leute seit Tagen mit Wulffs Sätzen bei anderen Medien hausieren gehen.
Ulrich Horn schüttelt den Kopf über Jacob Augsteins Fazit der Bildberichterstattung zur Kreditaffäre des Bundespräsidenten, vermutet bei dieser eine gerichtete Berichterstattung und konstatiert:
Man mag nicht glauben, dass seriöse Organe nicht bemerken, wie sie von Diekmann eingespannt werden. Die Bürger bemerken das schon. Das erstaunlichste Ergebnis dieser Affäre ist wohl, dass die Mehrheit der Menschen ganz andere Schlussfolgerungen zieht als die Medien.
Derweil zieht die kritische Beleuchtung der Kreditaffäre weiter munter ihre Kreise.
Fefe verweist auf einen Bericht über Praktiken der GEMA.
Und während ich mir die Frage stelle: Wer ist denn gerade ein Bild-gerechter Bundespräsident? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

- Warum Wulff seinen Anruf bei der "Bild" lieber nicht veröffentlicht sehen will – sueddeutsche.de – Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung eher versehentlich – schon länger soll das brisante Material bei mehreren Redaktionen gelegen haben, unter anderem bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dem angeblichen Drängen der Bild-Leute, es auch zu veröffentlichen, sei aber niemand gefolgt. Bei der FAS seien die Zitate nur gelandet, weil sie die zeitlichen Abläufe der sich anbahnenden Krise um Wulff dokumentieren halfen.
- Video: Forced sterilization in America – Anderson Cooper 360 – CNN.com Blogs – Decades ago many states had eugenics laws enforcing sterilization policies. The victims are still awaiting justice.
- The Joy of Quiet – NYTimes.com – Like teenagers, we appear to have gone from knowing nothing about the world to knowing too much all but overnight.
- Verfassungsblog › Ungarns Verfassung kinderleicht erklärt – ZDF Logo ist schon was Tolles.
- Einwände aus NRW gegen AKW in Zeeland – WDR.de – In dem kleinen Ort Borssele in den Niederlanden, rund 200 Kilometer Luftlinie von Düsseldorf entfernt, soll noch in diesem Jahrzehnt ein neues Atomkraftwerk entstehen. Bürger von Nordrhein-Westfalen können noch bis Donnerstag (12.01.2012) schriftlich Einwände gegen das Projekt einreichen.
- Ukraine – Ehemann von Timoschenko bittet Tschechien um Asyl – sueddeutsche.de – Das könnte die Spannungen zwischen Kiew und Prag verschärfen.
- Lokalzeit Münsterland über Wulffs Tanke – Er hat nicht nur ein Schloss in Berlin, sondern auch noch ein Grundstück in Westerkappeln: Bundespräsident Wulff ist der Eigentümer der Parzelle, auf der allerdings eine Tankstelle steht. Genau dieses Grundstück hat Wulff übrigens als Sicherheit bei der Bank angegeben. Tanken die Westerkappelner dort für den Bundespräsidenten?
- Harrison Ford schaut zum ersten mal Indiana Jones | Kotzendes Einhorn –
- Journalist schlich sich in Brotfabrik: Wallraff muss Äußerungen entschärfen | RP ONLINE – Statt "alle hatten Verbrennungen" will er nur noch sagen, dass nach seiner Auffassung "fast alle" Kollegen in der Brotfabrik Verbrennungen hatten.
- Sicherungsverwahrung: Unter Menschen | ZEIT ONLINE – Der Fall Hans-Peter Müller wirft ein Dilemma auf: Was zählt mehr – die Ängste der einen oder das Grundrecht auf Freiheit der anderen? Die zentrale Frage, wie viel Risiko eine Gesellschaft aushalten muss, wird längst von einer zweiten Frage übertönt: Lässt sich über Sicherungsverwahrung überhaupt noch sachlich diskutieren?
- Rechtsextremismus – „Übergriffe auch in Düsseldorf“ – Westdeutsche Zeitung – Wie aktiv ist die Szene hier?
Und nun mal wieder zu was komplett anderem
:
Die EU-Kommission beschwert sich, dass ihr von ihren Mitgliedsstaaten nicht genügend Informationen über die Effizienz der Vorratsdatenspeicherung geliefert werden. Ach, was.
Fefe weist darauf hin, dass in Berlin-Wannsee ein Forschungsreaktor wieder in Betrieb genommen werden soll.
Silke Engel beschwert sich über das Rumgenörgel an Christian Wulff bei aller berechtigter Kritik,
Und während ich mir die Frage stelle: Was wird denn sonst noch im Schatten der Wullfkreditaufmerksamkeit eingefädelt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

So, ich komme gerade vom letzten Vorentscheid des Singer-Songwriter-Slams in der Osnabrücker Lagerhalle. Und grundsätzlich bin ich positiv überrascht, die Veranstaltung hat sehr gut funktioniert. Vor Slams habe ich ja gerne so meine Bedenken, weil ich bei allzu großer Unprofessionalität nur ungern auf dem Stuhl kleben bleibe.
Musikalisch war das Programm heute aber komplett anhörbar, textlich hin und wieder Geschmackssache, nur die Bewertungen der Jury waren dann doch nicht von Kompetenz gesegnet. Eine Diana Reimer, die den größten Publikumsbeifall bekam, hätte einfach weiter kommen müssen. Keine Frage und keine Entschuldigung an die Juroren. Aber davon abgesehen war das eine sehr sympathische Veranstaltung.
mehr
Finale Singer-Songwriter-Slam in der Osnabrücker Lagerhalle am 23.02.2012