Guten Morgen, liebe Folglinge! ☕

Veiel, Andres — Black Box BRD

Die­ses Buch ist auch schon wie­der alt, aber nicht mal ange­staubt, wie mir scheint. In bezug auf die Ermor­dung Alfred Herr­hau­sens ist man in den letz­ten Jah­ren kein Stück wei­ter gekom­men. In die­sem Buch wird erzäh­le­risch das Leben Herr­hau­sens und das von Wolf­gang Grams, die bei­de im Stru­del R.A.F.-Terrors ihr Leben ver­lo­ren. Das Buch ver­gli­chen mit dem Film ist span­nen­der, dich­ter, der Film dage­gen mit den Stim­men der Betei­lig­ten und Betrof­fe­nen anschaulicher.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Rechts­aus­le­ger Roland Tichy ist von sei­nem Pos­ten bei Xing zurück­ge­tre­ten, nach­dem er angeb­lich Mord­dro­hun­gen erhal­ten hat. Fefe kri­ti­siert die Abo-kündigen-Aufrufer, die Sich­an­ge­spro­chen­füh­len­den ver­tei­di­gen ihren Ruf nach Hal­tung. Man redet mun­ter anein­an­der vorbei.

Bei Mas­ter­card will man wohl künf­tig Flug­ge­sell­schaf­ten und alle ande­ren, die es inter­es­siert, dar­über infor­mie­ren, wie über­ge­wich­tig ihre Kun­den wohl so sind.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wer will heut­zu­ta­ge noch eine Mas­ter­card? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Ges­tern haben wir Ope­ra­ti­on Ave­lan­che ange­guckt, eher im Sin­ne von ange­fan­gen zu gegu­cken, denn obwohl der Film für einen Schwei­zer Kri­ti­ker “komisch wie eine Sati­re und span­nend wie ein Thril­ler” ist, sind uns die Füße ein­ge­schla­fen. Daher kamen wir zum Pro­mi­din­ner von Vox, vo vier haupt­be­ruf­li­che Köche mit irgend­wel­chen Aus­reich­nun­gen was kre­denz­ten, was so wenig erklärt wur­de, dass man sich nichts abgu­cken konn­te, und durch den Off-Sprecher soviel Tün­nef dazu­ge­la­bert wur­de, dass es ner­vig war. Immer­hin sah man die Restau­rants der Leu­te, die sich halb­wegs in unse­rer Umge­bung befin­den, viel­leicht kann man da mal einen Aus­flug hin wagen.

Bei der Süd­deut­schen Zei­tung fin­det man die Ana­ly­se, der Spie­gel sei heu­te nur noch ein Life­sty­l­ema­ga­zin, in feuil­le­to­nis­ti­schen Sing­sang gepackt:

man hat beim Spie­gel auch immer wie­der den Ein­druck gehabt, als könn­te er näher an den Men­schen sein, als bli­cke er zu selbst­ge­fäl­lig auf die Welt. Vie­len im Haus ist das offen­sicht­lich bewusst, was aber wohl nie­mand so rich­tig wis­sen soll.

Gera­de wird ja dis­ku­tiert, dass im ZDF nur noch Kri­mis, in der ARD nur noch Kri­mis, Schmun­zel­kri­mis und Quiz­ze und woan­ders nur noch Seri­en abge­du­delt wer­den und ich dach­te noch, steht das nicht schon 2012 bei Kalk­o­fe, kann des­sen letz­te Wor­te aber nir­gends als aktu­el­le Glos­se fin­den, lese des­we­gen das Inter­view mit ihm und Wel­ke über Fern­seh­qua­li­tät.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Haben die Deut­schen die Abend­un­ter­hal­tung ver­lernt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Nervling — Unplugged

Letz­tes Jahr habe ich gar nicht die Alben des Jah­res gewür­digt, schlicht auch des­we­gen, weil ich kaum wel­che auf dem Schirm hat­te. Die­sem möch­te ich mich aber noch wid­men: Die Ham­bur­ger Band Nerv­ling hat ihr ers­tes Unplugged-Album auf den Markt gebracht und so wenig Beach­tung sie bekom­men, so unver­dient ist dies. Es ist schon erstaun­lich in welch ande­rem Gewand ihre Songs in der strom­lo­sen Form daher kom­men, was ein wei­te­res Mal zeigt, wie vir­tu­os die bei­den Künst­ler mit ihrer Kunst umzu­ge­hen ver­mö­gen. Da bekom­men Lie­der ganz ande­re Melo­di­en ver­passt, und wenn man nicht den Text kennt, wüss­te man gar nicht, dass hier eine glei­che Grund­la­ge ver­wen­det wor­den ist. Schlicht gran­di­os und ein wirk­li­cher Kauftipp.

Simsek Semiya, Peter Schwarz — Schmerzliche Heimat

buchleser

So lang­sam kom­me ich mal mei­ner Able­se­lis­te hin­ter­her: Die­ses Buch beinhal­tet Semiya Şimşeks Beschrei­bung des Lebens und der Ermor­dung durch die NSU ihres Vaters, Enver Şimşek, den Fol­gen für ihre Fami­lie und erbärm­li­che Rol­le, die der deut­sche Staat bei der Auf­ar­bei­tung gespielt hat und immer noch spielt.

Wir schrei­ben das Jahr 2017, der Mord an Enver Şimşek liegt 16 Jah­re zurück, und der Pro­zess gegen das letz­te Mit­glied der für die dazu­ge­hö­ren­de Mord­se­rie ver­ant­wort­li­che Grup­pe, geht dem Ende ent­ge­gen. Und den­noch ist es erschre­ckend, wie vie­le wich­ti­ge Fra­gen hier­zu offen sind und viel­leicht bleiben.

Die­ses Buch ver­schafft einen Ein­blick in die Situa­ti­on, wie sie sich für betei­lig­te Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, dar­stellt. Es ver­liert sich nicht in kit­schi­gen oder anders sach­frem­den Beschrei­bun­gen, son­dern fokus­siert sich auf die Tat und ihre Nach­wir­kun­gen. Abge­schlos­sen wird es von einer juris­ti­schen Ein­schät­zung der Ange­le­gen­heit durch die Anwäl­te von Semiya Şimşek, die aus ihrer Sicht noch mal klar machen, um was für einen poli­ti­schen Skan­dal es hier eigent­lich geht. Das es bei der gan­zen Sache noch kei­nen ein­zi­gen Rück­tritt eines zustän­di­gen Beam­ten gege­ben hat, ist nicht min­der ver­wun­der­lich, eher aussagekräftig.

Ein Plä­doy­er für Gerech­tig­keit und dafür, in der Kata­stro­phe Stär­ke zei­gen zu können.

September 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Aug    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
Seite 20 von 542« Erste...10...1819202122...304050...Letzte »