donots — coma chameleon (album)

Auf eige­nen Füßen prä­sen­tie­ren sich die Ibben­bü­re­ner Donots im Jah­re 2008, und das ist schon mal eine Bemer­kung wert. Nach Pech mit den alten Labels sind sie nun auf dem Label ihres Front­mann Ingo behei­ma­tet. Die Donots waren bis­lang als Gara­gen­punk­band bekannt. Das bedeu­tet, dass sich ihre Tex­te sehr oft nach deut­schen Punki­mi­ta­to­ren anhör­ten, die voka­bu­lar­be­schränkt ver­su­chen, simp­le The­men in noch simp­le­re Tex­te zu fas­sen. Dabei wird des öfte­ren Schrei­en mit Sin­gen ver­wech­selt. Auf Kon­zer­ten ist das weni­ger auf­fal­lend, da dort laut­stär­ken­be­dingt eh kaum eine Mög­lich­keit besteht, Tex­te zu ver­ste­hen. Und das ist genau der Ein­druck, den die Donots auf die­sem Album bestä­ti­gen, zumin­dest mit den ers­ten 6 Songs.
Danach ent­steht ein doch merk­wür­di­ger Wech­sel. In “Stop the clocks” erin­nern sie ein wenig an Fury in the Slaugh­ter­hou­se. “The right kind of wrong” ist eine durch­aus gute Rock­num­mer. Und die­ser eher rocki­ge, ver­gleichs­wei­se ruhi­ge Touch zieht sich durch den Rest des Albums. Ingo singt sogar, anstatt zu schrei­en. Guuuuuut, die Tex­te sind immer noch nicht publit­zer­pri­ze­ver­däch­tig und Ingos Stim­me reicht für die­se Lie­der gera­de so aus. Aber musi­ka­lisch machen die Donots einen fast gereif­ten Ein­druck. Ich ken­ne gera­de kei­ne ande­re deut­sche Band, die ein der­art gemisch­tes Album hin­krie­gen wür­de. Klei­ner Kauf­tipp mei­ner­seits.

ers­te Aus­kopp­lung: Break my stri­de

Und für alle, die sie noch gar nicht ken­nen: Sac­che­ri­ne smi­le

Donots im Inter­net

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dolores o’riordan — are you listening? (album)

Ich habe die Cran­ber­ries Anfang der 90er mal in Eng­land gehört, seit­dem ver­folgt mich die Stim­me der Sän­ge­rin. Ihr Debut­al­bum ist etwas der all­ge­mei­nen Betrach­tung ent­gan­gen, was ein gro­ßer, gro­ßer Feh­ler ist. O’Riordan hört sich natür­lich wie ihre frü­he­re Band The Cran­ber­ries an, wobei deren Musik zum Schluss etwas in ein metal­lern klin­gen­des Geschep­per abdrif­te­te. Nur ab und an rag­ten ein­zel­ne Songs her­aus. Ihr Debut-Album knüpft naht­los an alte Songwriter-Qualitäten an. Es gibt ruhi­ge, ver­stör­te, sanf­te, aber auch rocki­ge Stü­cke zu hören. Da müss­te für jeden was dabei sein.

Dolo­res O’Riordan bei Mys­pace

Bei Ama­zon kann man in das gan­ze Album rein­hö­ren. Anspiel­tipps: Ordi­na­ry day, When we were young, Loser.

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Ina Müller – Liebe macht taub

Ja, deutsch­spra­chi­ge Musik, da mach­te man jah­re­lang einen grö­ße­ren Bogen drum­rum als der Papst um einen Beate-Uhse-Laden. Da hiess es “Ich kämpf mich durch die Nacht”, “Einen Stern, der dei­nen Namen trägt”, “Du bist vom sel­ben Stern”, “Du bist mein gro­ßer Bru­der, du bist immer da” und weiss der Schin­der, was sonst noch. Hat jeder Ver­such, aktu­ell Lie­der in deut­scher Spra­che zu pro­du­zie­ren den Makel, in Kitsch zu ertrin­ken? Nein, nicht jeder. Ina Mül­ler kämpft dage­gen, und das tut sie erfolg­rei­cher als Caro­lin For­ten­ba­cher, der man dies gewünscht hät­te. Gemes­sen am letz­ten Album ist das neue Lie­be macht taub tat­säch­lich sowohl inhalt­lich als auch musi­ka­lisch bes­ser gewor­den. Abwechs­lungs­reich und mit Schmiss, so dass unser­eins sich wünscht, Fräu­lein Mül­ler wär 10 Jah­re jün­ger und an Typen wir mir inter­es­siert. Gut, da bleibt wohl nur ihre Musik. Aber die kommt lang­sam, aber gewal­tig. Sie besingt die taf­fe End­drei­ßi­ge­rin von heu­te, die schon über etwas Lebens­er­fah­rung ver­fügt und mit die­ser klar­kom­men muss. Qua­si eine sin­gen­de Ildikó von Kür­thy, die platt­deutsch kann. Man muss nicht jede Zei­le auf die Gold­waa­ge legen und kri­tisch abschät­zen, ein­fach mal abends auf­le­gen und neben­bei hören, eine ange­neh­me Wir­kung wird sich ein­stel­len — ver­spro­chen.

Ina Mül­ler zum Rein­hö­ren bei Mys­pace

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a fine frenzy – one cell in the sea (album)

Für man­che ist A fine fren­zy noch ein Insi­der, was der ein­zi­ge Grund ist, das Album hier auf­zu­füh­ren. Es ist DAS Album der letz­ten Mona­te. Das liegt sicher irgend­wo dar­an, dass neue Musik sel­ten gut ist. A fine fren­zy, ein Pseud­onym der 22jährigen ame­ri­ka­ni­schen Sän­ge­rin Ali­son Sydol, macht eigen­stän­di­gen Sing­sang, bei dem man nicht genö­tigt ist, sofort den Weiter-Knopf am CD-Spieler zu drang­sa­lie­ren. Wer öfters die eine oder ander ame­ri­ka­ni­sche Serie gese­hen hat, dem wer­den eini­ge Songs aus bspw. Dr. Hou­se oder CSI: NY bekannt vor­kom­men. Der bes­te Song ist der Schmacht­fet­zen Almost lover, aber auch den Rest kann man sich anhö­ren. Kein Jahr­hun­der­tal­bum, aber es reicht für ein Paar Run­den im CD-Spieler, die Abwechs­lung bedeu­ten. In den ame­ri­ka­ni­schen Billboard-Charts ist das Album nicht ein­ge­schla­gen, aber ich bin mir sicher, dass sich das für die jun­ge Dame grund­le­gend ändernd wird.

A fine fren­zy bei MyS­pace

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