Grolloma

Ken­nen Sie noch die­se uralte Allianz-Versicherung-Werbung mit dem Jun­gen, der dem Nach­bar­opa Kirsch­ker­ne in den Nacken schnippt? Aus heu­ti­ger Sicht ein mehr als merk­wür­di­ger Wer­be­spot: Der klei­ne Jun­ge schnippt dem Opa halt aus dem Kirsch­baum beim Kirsch­ker­nes­sen Kirsch­ker­ne in den Nacken. Was für ein sozio­pa­thi­sches Kind. Der Opa droht dem Kind, wird aber dann vom Kinds­va­ter mit einem Eimer Kir­schen ent­schä­digt. Der Spot endet damit, dass das Kind aber­mals dem Opa einen Kirsch­kern in den Nacken schnippt, die­ser greift sich getrof­fen an den Hals, schaut böse, aber dann scheiß­freund­lich in den Nach­bar­gar­ten. Die Moral von der Geschicht’ soll wohl die Läu­te­rung des Gries­grams sein. Ich könn­te mir aber auch vor­stel­len, dass der beschos­se­ne Opa einen Klein­gar­ten­krieg vom Sta­pel gelas­sen hat.

Naja, jeden­falls setz­ten wir uns letz­tens in der Fuß­gän­ger­zo­ne in die Stra­ßen­bahn und saßen dort in drit­ter Rei­he. Vor uns eine Afri­ka­ne­rin, die nach Hau­se tele­fo­niert hat. Davor zwei rüs­ti­ge Rent­ne­rin­nen auf Kaf­fee­kränz­chen­tour. Hin­ter uns eine Tür­kin die mit ihrem Vater auf tür­kisch Fami­li­en­pro­ble­me lös­te.
Und die Oma ganz vor­ne links fühl­te sich nun von der tele­fo­nie­ren­den Afri­ka­ne­rin in ihrer Deutsch­heit ange­fein­det. Das merk­te man dadurch, dass sie sich immer ziel­ge­rich­tet zu ihrer Hin­ter­bank umdreh­te mit der Ver­ren­kung des Kirsch­kern getrof­fe­nen Opas und einer Grol­lo­ma­op­tik. Ein­mal, zwei­mal. Ohne Wir­kung. Auch ein unter­stüt­zen­des Nör­gel­stöh­nen hin­ter­ließ kei­ne Wir­kung. Die Afri­ka­ne­rin tele­fo­nier­te mun­ter wei­ter. Viel­leicht kann man Groll­ges­ti­ken nicht so ein­fach über­set­zen. Ent­we­der hat sie Oma igno­riert oder gar nicht wahr­ge­nom­men.
Ver­wun­der­lich, dass alte Leu­te immer noch ernst­haft glau­ben, mit Groll­ges­ti­ken in der Öffent­lich­keit ande­re Men­schen deckeln zu kön­nen. Aber unse­re Grol­lo­ma gab sich nicht ein­fach geschla­gen und groll­te ver­bal an ihre Mit­rent­ne­rin gerich­tet wei­ter:

Also sowas. Sowas hät­te es ja frü­her nicht gege­ben. Das greift jetzt immer mehr um sich. Über­all die­ses Aus­län­disch.

Aber das ist mir natür­lich auch schon auf­ge­fal­len, dass die­ses Aus­län­disch immer mehr um sich greift. Dicht gefolgt von die­sem ande­ren, das immer wei­ter um sich greift, die­ses Rent­ner.

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Auf dem Rücksitz

Soviel loka­le Ver­bun­den­heit las­se ich mal hier rein: Da heu­te Armi­nia Bie­le­feld end­gül­tig aus der 2. Fuß­ball­bun­des­li­ga abge­stie­gen ist und so in atem­be­rau­bend kur­zer Zeit von einem gut da ste­hen­den Erst­li­ga­club zu einem qua­si bank­rot­ten Ama­teur­ver­ein gewor­den ist, hier mal ein klei­nes Schman­kerl aus dem letz­ten Jahr:

Ges­tern hab ich mal wie­der mei­nen Lieblings-Taxifahrer in Bie­le­feld erwischt. Eigent­lich hat er eine Fin­ka auf Mal­le oder so und fährt nur noch spo­ra­disch in Bie­le­feld Taxi, so für Spass. Aber dafür bin ich dank­bar. Die paar Minu­ten, die man in sei­nem Taxi ver­bringt, füllt er immer mit inter­es­san­ten Geschich­ten.

Als ich ges­tern ein­stieg, fiel mir sofort auf, dass auf dem Radio-Display WDR 4 ange­zeigt wur­de.

Nanu? sage ich, Armi­nia spielt und hier ist WDR 4 an?

Ach, hörn­se mir auf mit Armi­nia. Da spielt über­haupt nur noch ein Bie­le­fel­der. Nur ein Bie­le­fel­der, was ist denn dar­an Armi­nia Bie­le­feld? Außer­dem steht’s da 0:1. Das wird nichts mehr. Das wird über­haupt nichts mehr, die über­schät­zen sich ein­fach. Aber das war schon immer so. Schon frü­her. Da saßen se frü­her hin­ten auf der Rück­bank

(nimmt den Arm vom Steu­er und zeigt mit dem Dau­men über sei­ne Schul­ter nach hin­ten)

und haben ihre dre­cki­gen Geschäf­te aus­ge­macht und gemeint, wir hier vor­ne ver­ste­hen das nicht. Das haben die gedacht.

Aber ich ken­ne das ja. Ich wär jetzt… 55 Jah­re wäre ich inzwi­schen Mit­glied beim VfB, die heis­sen ja jetzt Fich­te. 55 Jah­re, wenn ich nicht aus­ge­tre­ten wär. Ich hat­te als kur­zer Ben­gel immer so einen Trick, wie ich umsonst da rein­kom­men konn­te. Bis die das gemerkt haben und ich einen auf die Müt­ze bekom­men habe. Und die den­ken, wir haben kei­ne Ahnung.

Ich weiss noch, wie der Egon Pie­chac­zek

(Er spricht den Nach­na­men ab chac­zek aus wie einen Nie­ser.)

da hin­ten saß mit einer blon­den Dame. Jedes mal ne ande­re. Und ein­mal, da sagt der: Herr Taxi­fah­rer, kenn­tens des Radio amal anma­chen? Und dann kamen die Nach­rich­ten und da sag­ten sie, dass jetzt auch Egon Pie­chac­zek tie­fer in den Skan­dal ver­wi­ckelt wäre. Hers­te? sag­te der dann zu der Blon­den, Hers­te? Die wol­len mir dis­kra­mi­nie­ren. ‘Dis­kra­mi­nie­ren’ hat er gesagt. Tief ver­wi­ckelt war der. Ein dre­cki­ges Geschäft ist das, ich sage es ihnen.

Wir sind da, ich mache die Tür auf und will mich ver­ab­schie­den, da winkt er mich noch kurz her­an:

Eines woll­te ich Ihnen noch erzäh­len: Ein­mal da war ich neben dem Arzt Schwan­ke im Sta­di­on und das Spiel war so auf­re­gend, da hat der sich so auf­ge­regt, dass er einen Herz­kas­per bekom­men hat. Mit­ten im Sta­di­on. Und hin­ter­her erfährs­te, dass das Spiel schon vor­her ent­schie­den war. Vor­her schon. Der hät­te fast den nächs­ten Herz­kas­per bekom­men. Nee, nee. Wozu wol­len Sie heu­te noch einen Herz­kas­per bekom­men? Die haben den gan­zen Sport kaputt gemacht.

Tja, was soll ich sagen, es gibt so Taxi­fah­rer, da möch­te man am liebs­ten gleich mit zurück fah­ren.

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Bild­quel­le: http://www.flickr.com/photos/stephangeyer/ / CC BY-NC-ND 2.0

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Hauptstadt basics

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Ich fin­de ja, dass man in einem frem­den Land erst dann rich­tig ange­kom­men ist, wenn man von einem Ein­ge­bo­re­nen wegen irgend­ei­nes Ver­sto­ßes gegen die Sit­ten des Lan­des blö­de ange­pampt wird.

In Ber­lin ging das bei mir ganz fix. Ich pla­ne Rei­sen nie bis ins Detail durch. Es ist mir ers­tens zu viel blö­de Pla­nungs­ar­beit und sich durch­zu­kämp­fen in frem­den Umge­bun­gen fin­de ich irgend­wie auch her­aus­for­dern­der. Also wuß­te ich nur in etwa, als ich nach Ber­lin fuhr, was ich wo fin­den wür­de. Ein TXL-Bus bräch­te mich qua­si direkt vor mei­ne Unter­kunft, von der ich mir auch nicht mal die Haus­num­mer gemerkt hat­te. Da es in Ber­lin die unter­schied­lichs­ten Bezeich­nun­gen für Ver­kehrs­mit­tel gibt, woll­te ich am Haupt­bahn­hof irgend­wie erst­mal raus­be­kom­men, was denn TXL-Busse so sind, neben Stra­ßen­bah­nen, S-Bahnen, Trams, nor­ma­len Bus­sen und so.

Also rann­te ich mich nichts, dich nichts zum Schal­ter der Deut­sche Bahn und frag­te:

Ich muss einen TXL-Bus neh­men. Kön­nen Sie mir sagen, was das ist?

Im Hand­um­dre­hen bekam ich gleich vor Ort mei­ne Berlin-Taufe:

Watt dett is? Ditt is de Bus, der nach Tegel fährt. Dett is ditt.

Fand ich groß­ar­tig: Die­se nicht unschlüs­si­ge Auf­fas­sung, ich hät­te nach einer Defi­ni­ti­on gefragt, ver­bun­den mit der leich­ten Ange­piss­heit, außer­halb einer Lehr­an­stalt nach Defi­ni­tio­nen gefragt zu wer­den. Und das alles im brei­tes­ten Ber­li­ne­risch, das die Deut­sche Bahn zulässt. Sehr schön.

Für eine wei­te­re Irri­ta­ti­on sorg­te ich dann abends. Wir hat­ten eine recht net­te Loka­li­tät an der Oslo­er ent­deckt und nach zwei Hal­ben mein­te ich zur Wir­tin das Ende ein­läu­tend:

Och, ein klei­nes Bier trin­ke ich wohl noch.

Da schau­te mich die Wir­tin leicht kopf­schüt­telnd irri­tiert an:

Null vier oder watt?!

GEBONGT!

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Kurvendiskussion

Schnell schrei­tend über­ho­len mich auf dem Bür­ger­steig zwei rhei­ni­sche Käp­pi­trä­ger. Der eine trägt das Käp­pi lup­fig mit der Kap­pe nach vor­ne, der ande­re streng an den Kopf gezurrt nach hin­ten. Der mit dem Käp­pi nach hin­ten, ich nen­ne ihn mal Kähi, trägt zudem mit sei­ner rech­ten Hand einen trop­fen­den Aus­puff in einem Hand­tuch.

Kähi Ey, an die­ser Graaaaaaa­de muss ich ihn ficken.
Kävo Ja, loooooo­cker, mannnn.
Kähi Die­se Gra­de hier. (Er stellt sich an den Bür­ger­steig­rand und zeigt mit der lin­ken Hand ein­mal vom lin­ken Anfang der Stra­ße bis zum rech­ten Ende, als ob da noch eine Alter­na­ti­ve wär.)
Kävo Ja, lockkkkkkkkkka.
Kähi Da muss ich ihn ficken.
Kävo Ja, da mus­se nur auf­pas­se, dass der dir do hin­ten in der Kur­ve nisch ent­glei­tet.
Kähi Jo. (Er hebt den Aus­puff an und schaut den Trop­fen nach.)
Kävo Da muss­te den haben.
Kähi Jo, den muss ich vor­her ficken.
Kävo Ja, locker, man.

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Rollkofferslalom

Bewe­gungs­ab­läu­fe in Fuß­gän­ger­zo­nen sind in der Sport­wis­sen­schaft bis­lang sträf­lich miss­ach­tet wor­den. Neh­men sie nur den Sla­lom­lauf um über­ge­wich­ti­ge Zug­fah­rer auf dem Weg durch die Fuß­gän­ger­zo­ne zum Bahn­hof. Das erfor­dert eini­ges an Geschick.

Mit über­ge­wich­ti­gen Fuß­gän­ger­zo­nen­be­nut­zern ist es ja eh so eine Beson­der­heit. Die schau­en ihre Ent­ge­gen­kom­men­den lan­ge an, erwar­ten aber, dass der Ent­ge­gen­kom­men­de einem sonst siche­ren Auf­prall aus­weicht, egal wie eilig sie selbst unter­wegs sind. Oder ken­nen Sie etwa über­ge­wich­ti­ge Fuß­gän­ger­zo­nen­be­nut­zer, die dem Gegen­ver­kehr freund­lich einen Weg frei machen? Wird im Stra­ßen­ver­kehr rechts vor links beach­tet, gilt für Fuß­gän­ger­zo­nen dick vor dünn. Wie lus­tig wäre es, wenn im Stra­ßen­ver­kehr das Gewicht der Fahr­zeu­ge über die Vor­fahrt ent­schei­den wür­de. Voll­kom­men unvor­stell­bar. Aber in Fuss­gän­ger­zo­nen eben die Regel.

Kom­men wir nun aber zur eigent­li­chen Sport­art. Am Aus­wei­chen über­ge­wich­ti­ger Fuß­gän­ger hat man sich eigent­lich schon sozi­al gewöhnt. In letz­ter Zeit hat ein spe­zi­el­les Gepäck­stück den Fuß­gän­ger­zo­nen­sport ver­fei­nert. Und dies in Kom­bi­na­ti­on mit über­ge­wich­ti­gen FGZ­Bs ist für jeden seriö­sen Sport­ler eine ech­te Her­aus­for­de­rung: Der Roll­kof­fer mit dem aus­zieh­ba­ren Hal­te­griff, ein soge­nann­ter Trol­ley.

Falls Sie das noch nicht bemerkt haben: üFGZ­Bs haben die Ange­wohn­heit, ihre Trol­leys nicht eng am Kör­per zu füh­ren, son­dern sozu­sa­gen an der lan­gen Lei­ne zu las­sen. Das ist ein biss­chen Hil­fe zur Selbst­hil­fe: Ein­s­er­seits macht das Schlü­ren des Kof­fers einen schlan­ken Fuß, indem der Kof­fer auf Abstand zum mas­si­gen kör­per gehal­ten wird, ande­rer­seits erzeugt die­se Abstands­hal­tung ein Gefühl der Läs­sig­keit.

Der Fuß­gän­ger­zo­nen­sport­ler muss die­ser Masche aller­dings Rech­nung tra­gen: Nicht hin­ter jedem Fuß­gän­ger wird ein Trol­ley ver­mu­tet. Und da sich die inter­es­san­ten Din­ge in der Fuß­gän­ger­zo­ne eher auf Augen­hö­he oder etwas dar­un­ter abspie­len, muss man auf die Trol­ley­ge­fahr gefasst sein. Das wird beson­ders span­nend, wenn man zügig durch die Fuß­gän­ger­zon­ne will: Da gilt es, über Trol­leys zu sprin­gen und den üFGZ­Bs aus­zu­wei­chen. Und hin­ter einem üFGZB könn­te gleich der nächs­te lau­ern. Oder ein Trol­ley. Oder ein Klein­wa­gen.

Wäre die Fuß­gän­ger­zo­ne nicht so klein, könn­te man auch Tur­nier­pfer­de ein­set­zen. Aber so ist der Sport­ler mit Anspruch auf sich selbst gestellt. Es ist nur noch eine Fra­ge der Zeit, bis die­ser Sport olym­pisch wird – offi­zi­ell oder inof­fi­zi­ell. Fuß­gän­ger­zo­nen müss­ten ja in den Olym­pia­städ­ten kaum eigens instal­liert wer­den. Und üFGZ­Bs gibt’s auch an jeder Stra­ßen­ecke. Ich bin gespannt auf den ers­ten Gold­medal­li­en­ge­win­ner im Roll­kof­fern.

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Die Krakeelende

Ich hat­te immer gedacht, es gibt so maxi­mal drei Arten, einen Bus zu benut­zen. Ent­we­der schwarz­fah­ren, oder bezah­len oder einen Aus­weis vor­zei­gen, der befreit. Es gibt aber offen­sicht­lich noch eine wei­te­re Mög­lich­keit. Die soll­te man eigent­lich auch mal aus­pro­bie­ren.

Ich fahr also eben mir nichts, dir nichts mit dem Bus in die Fuß­gän­ger­zo­ne, stei­ge brav ein, ent­loh­ne 2,10€ Fahrt­preis und schwei­fe über die zur Opti­on ste­hen­den Sitz­plät­ze. Da steigt im Aus­gangs­be­reich nach den Aus­stei­gern eine rüs­ti­ge Rent­ne­rin ein und schaut sich eben­so um. Dann sucht sie den Blick des Fah­rers vor­ne im Rück­spie­gel und kra­keelt:

Ich happn Aus­weis!

Die hat gar nicht gesagt, was für einen Aus­weis. Aus­wei­se hat man ja vie­le. Gezeigt hat sie auch nichts, nur kra­keelt. Sie sah eigent­lich noch zu rüs­tig für einen Behin­der­ten­aus­weis aus. Dass Rent­nern das kos­ten­lo­se Bus­fah­ren gestat­tet wird, wäre mir auch gera­de neu. Aber viel­leicht bau­en eini­ge älte­re Herr­schaf­ten ein­fach dar­auf, durch lau­tes Kra­kee­len über eine 4-Meter-Distanz den Nerv von Bus­fah­rern so exakt zu tref­fen, dass sie kos­ten­los mit­crui­sen kön­nen.

Muss ich auch mal tes­ten. Viel­leicht kommt man so ja auch mal kos­ten­los ins Kino. Oder auf­fn Mond.

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Rentnerflüge

Sie! Wo ich Sie gera­de hier an der Bus­hal­te­stel­le tref­fe. Was mir auch schon immer mal durchn Kopp ging: Wie für­sorg­lich die Bus­fah­rer doch inzwi­schen ihre Lini­en­bus­se fah­ren. Frü­her, da kann ich mich noch erin­nern, frü­her da war Bus­ein­stei­gen ja ein Rent­ner­sport. Da gings­te mor­gens zum Arzt und dann fragt der dich: „Ham­se heu­te schon Sport getrie­ben?“ und da konn­tes­te sagen: „Ja. Bin in den Bus ein­ge­stie­gen auf dem Weg nach Sie hin!“

Weil frü­her, woll, da sind die Bus­se sofort nach dem Bezah­len des let­zen Ein­stei­gers los­ge­braust. Da muss­te man schleu­nigst sei­nen Platz gefun­den haben. Sonst flogs­te auf die Fres­se. Für älte­re Bus­mit­fah­rer war das dann schon Sport, die waren ja nicht so schnell wie jün­ge­re. Vor allem, wenn vor­ne die Sit­ze schon besetzt waren. Die­ser Auf­ga­be haben sich dann die Rent­ner auch zügig ange­passt. Das war zum Gucken, ich sage es Sie!

Da stieg so ein Rent­ner in den Bus, zahl­te sei­ne 1,80 und schon beim Wech­sel­geld­krie­gen schiel­te der so in den Bus rein auf der Suche nach einer frei­en Nie­der­las­sungs­mög­lich­keit. Da ist ja auch schon so man­cher Rent­ner durch den Bus geschos­sen, weil er sich nicht vor­be­rei­tet hat. Gruft­han­sa haben wir das dann immer genannt, so schnell sind die an uns vor­bei­ge­rauscht. Aber nur so für Spass. Nach Rücken war Bus eine Zeit lang das belieb­tes­te Kör­per­lei­den bei Rent­nern.

Und die­se Erleich­te­rung auf den Rent­ner­ge­sich­tern, wenn die recht­zei­tig saßen. Ich bin mir sicher, zu der Zeit gab es mehr Rent­ner­or­gas­men in Lini­en­bus­sen als in Schlaf­zim­mern. Da kön­nen Sie aber einen drauf las­sen, kön­nen Sie da aber.

Aber heu­te ist das alles ja viel ent­spann­ter. Da war­ten die Bus­fah­rer ja ab, bis die Rent­ner sit­zen. Die Ärz­te dia­gnos­ti­zie­ren da heu­te auch immer weni­ger Bus. Die lie­gen da dia­gno­se­sta­tis­tisch schon hin­ter den Patho­lo­gen, hab ich mal gele­sen.

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Ander Kinder Leute

Ich mag Kin­der. Kin­der sind offen und ehr­lich. Die meis­ten sind kei­ne Arsch­lö­cher. Kin­der reagie­ren direkt auf Kri­tik. Ob sie Kri­tik umset­zen kön­nen, steht auf einer ande­ren Kar­te. Da ist manch­mal der Kri­ti­ker selbst gefragt. Wer sich aber an posi­ti­ven Ent­wick­lun­gen von Kin­dern erfreu­en kann, der wird mich ver­ste­hen, wenn ich sage: Ich mag Kin­der.

Aber es gibt auch ver­zo­ge­ne Bla­gen, die zie­hen mir an den Ner­ven. Das sind die Kin­der, die in der Stra­ßen­bahn, in der Kauf­haus­kas­sen­schlan­ge oder im Café gegen ihre Eltern anplär­ren. Die Grün­de für das Plär­ren sind oft­mals das man­geln­de Erzie­hungs­ver­mö­gen der Eltern – lan­ges The­ma. Kin­der bet­teln dann um die Auf­merk­sam­keit ihrer Eltern, wol­len an ihnen irgend­ein Exem­pel sta­tu­ie­ren oder las­sen ein­fach ihre schlech­te Lau­ne an ihnen aus. Sie sind ein­fach schreck­lich laut und rau­ben andern Per­so­nen um Umkreis jeg­li­che Ruhe und Kon­zen­tra­ti­ons­mög­lich­keit.

Ich bin der fes­ten Über­zeu­gung, dass das ein Nicht­er­zie­hungs­re­sul­tat ist, so fern ich mich auch von über­re­gu­lier­ter Erzie­hung distan­zie­ren möch­te. Aber die­se Erwach­se­nen die der­art unbe­wusst ihre päd­ago­gi­sche Unfä­hig­keit ver­öf­fent­li­chen sind mir ein Graus. Fast hät­te ich Mit­leid mit den Kin­dern, wenn die mich gera­de nicht so ner­ven wür­de.

Des­we­gen nen­ne ich die­se Nerv­bla­gen ab sofort ALKs – Ander Leu­te Kin­der, da die cha­rak­ter­li­che Abhän­gig­keit so offen­kun­dig ner­vig und im Gegen­satz zu Schrei­kin­dern nicht ernäh­rungs­be­dingt ist.

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Die drei Grundnahrungsmittel

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Nolens volens mit­ge­hört.

Also, mein Jüngs­ter, der macht mir momen­tan nur Pro­ble­me. Der isst nur noch Oli­ven – Oli­ven isst der ohne Ende -, Papri­ka, Gur­ke, Zitro­ne direkt und so. Kein’ Scho­ko­laaaaa­de, kein’ Cola, kein’ Wurst. Ich hab schon mit der Leh­re­rin gespro­chen. Aber ich weiß echt nicht mehr, was ich tun soll. Wenn das so wei­ter geht… Der ver­hun­gert mir noch.

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