Der falsche Doktor
Der Bundestagsabgeordnete Dieter Jasper hat jahrelang unberechtigt einen Doktortitel geführt. Dazu finden sich im Internet folgende Artikel:
Münstersche Zeitung: Dieter Jasper darf Doktortitel nicht führen
Ibbenbürener Volkszeitung:
Neujahrsempfang der CDU Hörstel: Falscher Doktortitel war offiziell noch kein Thema
Ibbenbürener SPD fordert: Dieter Jasper soll sein Mandat niederlegen
CDU-Kreisverband nimmt Stellung zu Jasper: “Umstände restlos aufklären“
Fehler gemacht: Hopstener MdB Dieter Jasper führt Doktortitel nicht mehr
„Das ist seine Angelegenheit“ – Stimmen aus der Hopstener Kommunalpolitik zu Dieter Jasper
Staatsanwaltschaft prüft Fall Jasper
Aus dem Kommentarbereich:
Es ist nicht verwunderlich, dass er glaubt, der Doktortitel habe für keinen seiner Wähler den Ausschlag gegeben, schließlich ist ein Doktortitel für ihn ja lediglich ein käufliches Anhängsel an den Namen, vielleicht, um ihn etwas „aufzupeppen“. Er sollte jedoch nicht ausschließen, dass für viele seiner Wähler auch der Doktortitel ausschlaggebend war. Ein promovierter Wirtschaftswissenschaftler hat in den Augen vieler Wähler mehr Reputation, als einer, dessen Verdienst um die Wirtschaft darin besteht, ein Unternehmen zu erben und es zu führen. Ein Doktortitel der Wirtschaftswissenschaften impliziert, mehr von Ökonomie zu verstehen, als es ein Diplom-Kaufmann tut, und auch mehr, als den eigenen Betrieb zu kennen. Es soll Dieter Jasper hier nicht abgesprochen werden, wirtschaftlich kompetent zu sein, auch sollen seine Leistungen als Unternehmer nicht in Frage gestellt werden, doch kann er sicherlich nicht behaupten, ein Doktortitel sei irrelevant für eine Wahlentscheidung. Was den Ausschlag für die Wählerentscheidung für oder gegen ihn gegeben hat, das überlässt er doch bitte sehr den Wählern selbst.
Gerade unter Wählern mit höherem Bildungsniveau zählt ein Doktortitel als Prädikat für eine gewissen akademische Qualität. Das muss Herr Jasper auch gewusst haben, schließlich hat er einige tausend Euro für seinen Titel bezahlt.
Aus: Henry Habegger – Das Geschäft mit falschem Doktortitel [pdf]
Bereits 1990 kostete ein Doktortitel bei der F(reien)U(niversität)T(eufen) 18 600 Franken, einen «Master» gabs für 12 800 Franken. 2002 zahlte ein pensionierter deutscher Arzt 200 000 Franken als Schenkung an die FUT. Dafür wurde er Professor und Ehren-Senator. Als er merkte, dass die Titel nichts wert waren, wollte er das Geld zurück, blitzte aber vor Gericht ab.
Schlagzeilen machte 2006 der Berliner CDU-Abgeordnete Mario Czaja, weil er sich in seinem Lebenslauf mit dem wertlosen FUT-Titel «Diplom-Ökonom» schmückte. Das war kein Einzelfall. Erfrischend offen sagt Estermann: «Einige haben sich sogar bei staatlichen deutschen Universitäten für Professuren beworben. Mit einem Titel von uns! Stellen Sie sich das mal vor! Da ging das Theater natürlich los.»
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