Archiv für die Kategorie „TMI-Columns“
Das Provinzkind interviewt sich selbst, aber sehr hübsch das Ganze:
Was war denn gut in der vergangenen Woche?
Provinzkind: Die netten Menschen im Rheinland. Und zwar in Düsseldorf und Köln. Sehr sympatisch, wenn natürlich auch überaus provinziell…
Provinziell? Düsseldorf ist die Landeshauptstadt Nordrhein-Westfalens – des bevölkerungsreichsten Bundeslandes! Da wohnen fast 600 000 Menschen, in Köln sogar eine knappe Million. Findest Du das nicht ein bisschen arrogant?
Provinzkind: Ja stimmt, von der Größe her brauchen sich die beiden nicht verstecken. Aber seit wann ist denn die Größe das Entscheidende? Kuck mal, hier in Berlin ist es dreckig, verwahrlost, miefig und die Menschen sind absolut beschissen drauf. So muss eine Großstadt sein!
Die Süddeutsche Zeitung hat einmal grafisch dargestellt, welche Verbindungen zwischen den Personen in Umfeld des Außenministers so bestehen.
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Süddeutsche Zeitung: Westerwelles Stilbrüche
Selbstdekonstruktion ist etwas Seltenes als heutiger Kunstform. Um so interessanter, wenn sich Politiker ihrer annehmen. Getan hat das FDP-Generalsekretär Christian Lindner, Objekt war die ihm bisher zugestandene Ernthaftigkeit in politischen Belangen.
Aber damit sollte erst einmal Schluss sein. Zunächst unterstellte er Kritiker von Außenminister Westerwelle, sie beschädigten die Demokratie. In einer Situation, in der die FDP einmal mehr unvermögend ist, ihren offen zur Schau gestellten Lobbyismus irgendwie zu rechtfertigen, fällt Lindner nichts besseres ein, als einen Wert wie Demokratie mit in den Schmutz ziehen zu wollen: Wegschauen, bei dem was der Außenminister macht, schließlich ist er Außenminister. Soviel Anstand muss sein, denkt sich wohl Lindner.
Keineswegs sein müssen für Linder offensichtlich einsichtliche Erklärungen. Denn zur Kritik, dass mit dem Unternehmer und FDP-Großspender Ralf Marohn auf Auslandsreisen des Außenministers erstmals ein Lobbyist international mitspielen darf, kontert Linder mit der Behauptung, der Lobbyist sei schon auf Auslandsreisen Kurt Becks mit gewesen. Dies dementiert Kurt Beck allerdings.
Und nun wird ein Foto an die Presse gegeben, dass diese Behauptung stützen soll. Nur ein Foto – nicht mehr. Und wer sich mal kurz den Spaß erlauben möchte: Dies hier ist Ralf Marohn.
Und dies hier ist das Foto, auf dem Ralf Marohn in Asien zu sehen sein soll:

Ich glaub, es ist der blonde Lockenkopf in der Mitte. Die Asiaten waren leider alle zu klein für das Foto. Dafür ist das Kurt-Beck-Double überzeugend.
Glaubwürdige Politiker – sowas ist natürlich für eine Demokratie völlig unerheblich, liebe FDP.
Die Staatsanwaltschaft Münster will offenbar gegen den Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper (CDU) wegen Titelmissbrauchs ermitteln und den Bundestag um Aufhebung seiner Immunität bitten. Die Süddeutsche Zeitung schreibt hierzu:
Jasper ist über den Vorgang informiert worden. Nach Wochen des Schweigens erklärt Jasper dazu in einer Pressemitteilung, er habe “vollstes Vertrauen” in die Ermittlungstätigkeit der Staatsanwaltschaft. Sie sei die “objektivste Behörde der Welt”. Jasper rechnet offenbar fest damit, ungeschoren aus der Sache herauszukommen. Er sichert der Staatsanwaltschaft zwar zu, mit ihr kooperieren zu wollen. Allerdings nur, “um auf eine zügige Einstellung des Ermittlungsverfahrens hinzuwirken”.
Die Ibbenbürener Volkszeitung schreibt:
Jetzt gelte es abzuwarten, welches Ergebnis ein Ermittlungsverfahren bringt, meinte Johannes Machill, Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes Steinfurt. Der CDU-Kreisverband habe mit der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gerechnet und sei damit auch nicht unzufrieden. Denn ein Ergebnis habe dann Hand und Fuß und bringe juristisch Klarheit. Das gebe für den weiteren Umgang mit der Sache dann schon eine Richtung vor. Was der CDU natürlich nicht schmecken könne, sei die Tatsache, dass nicht feststehe, wie lange so ein Verfahren dauert. Zwischen zwei Wochen und zwei Jahren sei alles drin, hätten Erkundigungen der CDU ergeben. Und die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen rückt näher.
… schreiben die Westfälischen Nachrichten.
Als die Linkspartei vor Wochen die Frage aufwarf, weswegen im Lebenslauf von Dieter Jasper im Kürschner die Berufsbezeichnung Dipl.-Kaufmann in Kaufmann geändert wurde, antwortete Jasper, dass jetzt einfach alles angezweifelt werde. Das sollte wohl den Kritikern eine Haltlosigkeit ihres kritischen Vorgehens unterstellen. Wer Jasper hierzu Glauben schenkte, darf sich getäuscht fühlen:
Auch die Westfälischen Nachrichten haben, nachdem der NDR das schon getan hatte, die Unternehmensberatung Kienbaum in Hamburg kontaktiert und berichten von einer vielleicht etwas klareren Aussage, als der NDR sie beschrieb:
„Nach unseren Erkenntnissen war Herr Jasper lediglich vom 13. März bis zum 16. Juni 1989 als Praktikant bei uns tätig. 1990 war er nicht bei uns“, sagte Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer der Kommunikationsabteilung bei Kienbaum in Düsseldorf. Jasper selbst sagte unserer Zeitung: „Ich äußere mich grundsätzlich nicht mehr zu solchen Fragen.“
So, wie bisher gemauert wurde, soll also weiter gemauert werden. Auf öffentliche Fragen gibt es keine Antworten. Dabei hatte die CDU Steinfurt noch gestern gehofft, dass Jasper nun wieder an Glaubwürdigkeit bei den Wählern gewönne, nachdem Bundestagspräsident Lammert den falschen Doktortitel nicht als Wahlbeeinträchtigung beanstandet hatte. Pustekuchen. Auch die Staatsanwaltschaft Münster lässt nicht, wie anderswo noch gestern berichtet wurde, ihre Finger vom Fall Jasper, weil Jasper Immunität genießt.
Das Thema bleibt weiterhin aktuell, was der von eigenen Skandalen genervten NRW-CDU in Anbetracht der Landtagswahl alles andere als schmecken wird.
Die Bloggerin Kirsten Brodde ist diese Woche einfach mal samt Fernsehteam bei der HSH Nordbank in Hamburg reingestiefelt und hat vom Bankchef Nonnenmacher 24€ aus seiner Bonuszahlung gefordert, die gezahlt wurde, auch wenn die Bank selbst letztes Jahr durch hohe Steuergelder gerettet werden musste. Es war wohl ein Protest gegen das Nichtumdenken, dass in den Banken stattfindet. Gleichtun kann man es ihr hier.
… schreiben die Westfälischen Nachrichten.
Als die Linkspartei vor Wochen die Frage aufwarf, weswegen im Lebenslauf von Dieter Jasper im Kürschner die Berufsbezeichnung Dipl.-Kaufmann in Kaufmann geändert wurde, antwortete Jasper, dass jetzt einfach alles angezweifelt werde. Das sollte wohl den Kritikern eine Haltlosigkeit ihres kritischen Vorgehens unterstellen. Wer Jasper hierzu Glauben schenkte, darf sich getäuscht fühlen:
Auch die Westfälischen Nachrichten haben, nachdem der NDR das schon getan hatte, die Unternehmensberatung Kienbaum in Hamburg kontaktiert und berichten von einer vielleicht etwas klareren Aussage, als der NDR sie beschrieb:
„Nach unseren Erkenntnissen war Herr Jasper lediglich vom 13. März bis zum 16. Juni 1989 als Praktikant bei uns tätig. 1990 war er nicht bei uns“, sagte Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer der Kommunikationsabteilung bei Kienbaum in Düsseldorf. Jasper selbst sagte unserer Zeitung: „Ich äußere mich grundsätzlich nicht mehr zu solchen Fragen.“
So, wie bisher gemauert wurde, soll also weiter gemauert werden. Auf öffentliche Fragen gibt es keine Antworten. Dabei hatte die CDU Steinfurt noch gestern gehofft, dass Jasper nun wieder an Glaubwürdigkeit bei den Wählern gewönne, nachdem Bundestagspräsident Lammert den falschen Doktortitel nicht als Wahlbeeinträchtigung beanstandet hatte. Pustekuchen. Auch die Staatsanwaltschaft Münster lässt nicht, wie anderswo noch gestern berichtet wurde, ihre Finger vom Fall Jasper, weil Jasper Immunität genießt.
Das Thema bleibt weiterhin aktuell, was der von eigenen Skandalen genervten NRW-CDU in Anbetracht der Landtagswahl alles andere als schmecken wird.
Nein, das Bellen der NRW-CDU gege Internet-Blogs kommt alles andere als gut an in den Medien. Bei der NRW-CDU seien die Sicherungen durchgebrannt, meint man beim WDR. Der Bericht in der Aktuellen Stunde ist auch nicht gerade ein Zeichen von Selbstbewusstsein.
Die CDU denkt ernsthaft, das Problem sei, dass die SPD auf kritische Blogs verweist? Merken die noch, was die für einen Unsinn von sich geben?
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Süddeutsche Zeitung: Rüttgers jagt den Maulwurf
Beim NDR hat man mal weiter im Lebenslauf von Dieter Jasper recherchiert und HOPPSALA…
Die Wirtschaftskompetenz unterstreichen sollte wohl auch Jaspers Lebenslauf, der nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre in Münster auch eine Tätigkeit bei der renommierten Unternehmensberatung Kienbaum verzeichnet – in den Jahren 1989 und 1990. Bei Kienbaum allerdings, so ergaben Recherchen von NDR Info, erinnert man sich nur an einen Praktikanten Dieter Jasper, der 1989 gerade mal drei Monate dort tätig war.
Selten war ich soooooooo überrascht.
Wer in letzter Zeit, wie in diesem Blog, etwas Politisches behandeln wollte, der kam um die kleinen Skandälchen der NRW-CDU einfach nicht herum. Das Verwunderliche war eigentlich, dass immer wieder welche auftauchten. In letzter Zeit ging das verstärkt über den Blog Wir-in-NRW-Blog, so dass ich mich in diesem Blog noch fragte, ob eine derartige Berichterstattung noch parteilich ausgewogen sei. Aber die Skandale waren ja nun einmal da, und sie waren doch öffentlichkeitswirksamer als das, was von anderen Parteien kam.
Eine andere Frage, die sich mir stellte, auch wenn ich sie hier nicht näher behandelt habe, war allerdings, wie es wohl dazu kam, dass der oben genannte Blog immer wieder mit CDU-internen Schreiben aufwarten konnte. Dieselbe Frage hat wohl die NRW-CDU beschäftigt, weswegen sie jetzt Strafanzeige gegen unbekannt gestellt hat. Man hat bei der CDU also keine Ahnung, wer da was nach außen gibt, so dass man diese Anzeige loslässt, von der nicht zu erwarten ist, dass sie den Schuldigen ausmachen wird. Aber angesichts dieses Trends, dass immer wieder Themen in den Medien auftauchen, die am Image der CDU erfolgreich kratzen, war dies wohl ein konsequenter Schritt.
Nur muss man sich bei der NRW-CDU sehr frustriert vorkommen. Im Bundestagswahlkampf war schon offensichtlich, dass die CDU wenig im Internet zu bieten hatte und ihre paar Filmchen auf Youtube sind von der Öfffentlichkeit eher ignoriert worden. Oder erinnert sich noch jemand an den Wahlwerbespot mit Chaly M. Huber? Viel Aufwand für wenig sichtliche Ergebnisse.
Schaut man sich den inzwischen renovierten CDU-Kanal bei Youtube an, so kommt man nicht umher, festzustellen, dass dort was gemacht wurde. Hier erscheint zunächst das Video vom Politischen Aaschermittwoch mit stark grafischer Aufmachung. Und als erstes lese ich da ‘Bild’ und ‘Rheinische Post’. Schön, dass sich die CDU nicht scheut, Klischees zu bedienen. Also, man macht hier was Neues, man hat aber kaum Publikum. Es ist wohl einfach so, dass das Sich-Freischwimmen der CDU im Internet einfach länger dauert, als man das wohl bei der CDU erwartet hatte. Dennoch ist es nicht falsch, sich in das kalte Nass zu begeben. Irgendwo muss man ja anfangen.
Aktualisierung
Mit dem durch den neuen NRW-CDU-Generalsekretär Krautscheid geäußerten Satz, ein im FAZ-ARtikel ungenannter Blogger drohe mit weiteren Enthüllungen und
Allein in den kommenden zwei Wochen stehen dem Mann einige miese Überraschungen bevor, vor denen ich jetzt schon Angst hätte, wenn ich er wäre.
fühlt sich David Schraven von den Ruhrbaronen angesprochen und reagiert verärgert. Dass die NRW-CDU Angst vor kommenden Enthüllungen haben sollte, sehe ich allerdings ähnlich: Von solchen Enthüllungen gab es bisher schlicht viel zu viele über die CDU für einen Landtagswahlkampf.



