Einer der spätesten Tweets der Woche, denke ich mal. Aber die Rubrik soll mal nicht unnötig aussfallen für diese Woche.
In NRW enden gerade die Schulferien und das bedeutet, dass der Alltagsstress für Schüler wieder beginnt. Mittlerweile darf der Bildungsnachwuchs ja bis spät in den frühen Abend hinein an der Penne abhängen, damit den Eltern mehr zur zur Organisation des Broterwerbs bleibt. Mit besserer Vermittlung von Bildung hat das schließlich nichts zu tun.
Man wird hinterher mal sehen, was aus dieser für die Schüler wenig sinnstiftenden Überterminierung des Alltags wird. Unsereins war damals heilfroh, dass man nur den halben Tag in der Schuleinrichtung zu sein hatte.
Immerhin erleichtert die Freude über gute Schulleistungen den stressigen Schulalltag. Und will offenbar gefeiert werden.
Die sexualisierten Witze über klassische Musik sind schon ziemlich ausgelutscht. Wer lacht schon heute noch über die angebliche Zweideutigkeit von Notenständern? Mir fällt gar kein guter Witz ein, mit dem man in diesem Kontext noch Leute überraschen könnte. Oder kennen Sie einen klassischen Sketch, der Sex und Musik kombiniert? Fällt Ihnen gerade einer ein? Die scheinen nicht sonderlich einprägsam gewesen zu sein.
Aber man sollte es natürlich auch nicht herausfordern:
Das ist übrigens kein Witz. Stellen Sie sich das mal vor!
Wäre noch etwas mehr Schwüle im Spiel, man würde wohl gerade in Deutschland von tropischen Temperaturen sprechen. Die wollen auch erst einmal verdaut werden. Es wirkt natürlich etwas seltsam, wenn diejenigen, die über das kalte Wetter so meckern, dem Überwarmen gerade auch nichts abgewinnen können, aber beide sind eben Extreme, bei denen die Anpassung schwer fällt.
Bei so warmen Temperaturen hilft immerhin der Sprung ins Freibad oder die Dusche. Das kalte Nass erfrischt und beflügelt Körper und Geist. Offenbar auch den der Männer:
In Deutschland ist kurz vorm richtigen Sommer mal wieder die Wärme eingekehrt und mit Spannung wird man erwarten können, was der Sommer danach zu bieten hat, wenn er denn kommt. Ohne ordentlich Sonne ist so ein Sommer ja auch nichts. Wechselhaftes Wetter ist ebenso wenig was für die meisten Gemüter. So könnte die angeblich schönste Jahreszeit erneut zu einer Herausforderung für die Daheimbleiber werden.
Die sommerlichen Temperaturen am Wochenende wurden vielenorts abgeschlossen mit einem dröhnenden Sommergewitter. Eigentlich kennt man sowas. Aber einige müssen sich hierbei offenbar spontan planlich umstellen:
Sowas geht dann natürlich nicht mehr, so mit nassem Erdgeschoss.
Als jemand der Twitter eher selten verwendet, wundert es mich schon, dass es diesen Dienst in dieser Form noch gibt. Denn ein Geschäftsmodell fehlt weiterhin, Innovationen für Nutzer bleiben im Gegensatz zu Facebook aus, man lebt vom Vorschuss erwartungsoptimistischer Investoren.
Mich erinnert das an mobilcom, andere sehen das, wenn das System mal stockt, gleich politischer:
Das passt auch irgendwie. Die Konzepte funktionieren nicht, die Kunden akzeptieren die Unternehmenspolitik nicht, ein rentables Wirtschaftsmodell bleibt Wunschmodell ohne Wirklichkeitsansatz, die zunächst interessante Ausgangsidee, die Menschen inspiriert hat, sie verkümmert in den Händen von Stehengebliebenen.
Ob die eigene Follower-Blase, die FDP oder ein überschätztes Wirtschaftsmodell – eine weiterentwickelte, anschließende Idee fehlt allen.
Es tut sich was in Bielefeld. Soviel habe selbst ich mittlerweile mitbekommen. Es sind wohl nicht mehr die Großstädte, die Kultur nachhaltig prägen und befördern, sondern die kleinen Ecken, in denen still und heimlich etwas emporkeimt. Vielleicht sind die Großstädte einfach zu voll, zu überladen an Kulturschaffenden, die sich nur noch gegenseitig auf die Füße treten und sich nur selbst ins Gehege kommen.
Jetzt bevölkert ein weiterer bescheiden Großer die Welt von Twitter: Sacha Brohm hat sich erbarmt, seinen Jüngern in den Mikroblogkosmos zu folgen.
Gerade so als wolle er die Überbewertetheit von Tweeds aufs Korn nehmen, verwendet er, quasi als Abschluss des internationalen Frauentages, nur einen halben Tweet für folgende Geistreichheit:
Ich habe gelacht, ich gebe es zu – und ja, derartige Namen zähle ich auch zu Poesie.
Auch Twitterer wandeln sich. Im vergangenen Jahr war es ab und an noch spürbar der Fall, dass einige Twitterer durch die Verkündigung, gerade auf dem stillen Örtchen zu sein, lauthals kokettieren wollten. Ausgeschmückt wurde dieser unkonformistische, intime Akt durch WC-Lesungen, durch Äußerungen über die so geschaffene Erleichterung oder durch neue Duftnoten in der unmittelbaren Umgebung.
Doch diese Äußerungen sind rar geworden. Einst war für Männer eine solche Tat eine Verneigung vor Al Bundy, die man nun endlich auch selbst einer Öffentlichkeit gegenüber kundtun konnte. Es war eben mehr als nur die Beantwortung der Frage, was man derzeit tut. Aber das Rebellische dieser Äußerung im alltäglichen Schwall der Tweets einer Timeline ist verflogen, es ist unaufregend.
Höchste Zeit, dass die Lücke, die hier inzwischen entstanden ist, in femininer Hinsicht geschlossen wird:
Der Guido Lifestyle scheint sich wohl gerade in Amerika zu etablieren. So erklärt eine Darstellerin der dazugehörigen MTV-Serie
When I started going to Jersey, I met girls that were guidettes. I started the poof. I definitely changed. I got a lot of talk around town, why are you dressing like this? Why are you blasting house music from your car? A lot of people make fun of you hanging out with guidos who might even look prettier than you do.
Listen and repeat. Diese Dame ist eine weibliche Form eines Guidos: eine Guidette.
Die passende Parodie darauf gibt es auch schon. (Was wohl heissen muss, dass das da oben keine ist.)
EMBED-On The Jersey Shore Parody Song – Watch more free videos
Der Guido geht um. Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt. Und wenn dann erst der Westerwellen Guido seinen ersten Staatsbesuch in den Staaten macht, das gibt ne fette Paaaaaaartyyyyyyyyyyyyy.
Das Favorisieren einzelner Tweets hat sich mittlerweile verselbständigt. Früher waren es einige Wenige, die sich bei textism.com anmeldeten, um dort nachschauen zu können, wer die eigenen Sachen so favorisiert hatte und welche die anderen toll finden. Inzwischen ist das von einer gut betrachteten Einzelbetrachtung, die man hervorhebenswert finden, übergegangen zu Massenanklicken. Wir haben viele Twitter-Accounts ausgemacht, deren Tweets unheimlich oft favorisiert werden, auch wenn in ihnen nur leicht durchschaubare Aphorismen zusammengeklatscht werden. Und dieses Zusammengeklatsche ist ohne Bezug zu etwas gerade geschehenem und dient nur dazu, favorisiert zu werden. Dieser Drang zur Selbstbestätigung durch Zustimmung vieler hat was von der Freunde-Sammelei auf Facebook.
Das war offensichtlich einer der Gründe, weswegen textism.com seine Favorisierungsseite abgeschaltet hat. Mit dieser Liste erheben wir nicht den Anspruch, alle Tweets bewertet zu haben, nur diejenigen, die wir gelesen haben. Und auch bei den wenigen, die wir in die Top10 aufnehmen, sind wir gar nicht so sicher, ob die Reihenfolge so stimmt. Manchmal findet man etwas spontan witzig, aber der Witz verfliegt schnell. Bei einigen Tweets ist der Witz so stark situationsabhängig, dass man Nichteingeweihten den Witz nicht verklickern kann.
Daher besteht diese Liste aus Tweets, über die wir beide mindestens zweimal gelacht oder geschmunzelt haben. Wir hoffen, der Witz kommt über.
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10. Platz: Der Ibbenbürener Humor
Zu Anfang lassen wir mal ein bisschen Lokalkolorit walten und huldigen den Ibbenbürener Humor, diesmal vorgetragen von Tom Gäbel und Ingo Knollmann, Frontman der Donots. 10. Plätze sind ja eh nicht so wichtig und schnell vergessen, daher sei er mal auf diese Weise genutzt:
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9. Platz: Was besonderes
Kurze Unterbrechung, da kommt gerade was über den Ticker…
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8. Platz: Auch irgendwie Ohrwurm
Es gibt manche Einträge auf Twitter, die haben einen gewissen Clou, ohne der große Brüller zu sein. Wenn man aber selbst dann mal in einer derartigen Situation ist, begegnet man der Schwierigkeit, diese Tweets im Hinterkopf zu haben und ihren weiteren Verlauf zumindest im Kopf selbst mal nochmal durchzuspielen. Stellvertretend hierfür wird der 8. Platz auch nochmal zweigeteilt:

Wie gesagt, etwas muss gar nicht der große Brüller sein, um im Hinterkopf zu bleiben. Etwas ausgefallener wird da aber schon OlramX:
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7. Die gute alte Zeit
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Das geht ja fix soweit, zur Zerstreuung kurz ein Chuck-Norris-Witz…
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6. Die nächste Runde
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5. Die Tücken der Technik
Das Blöde an der heutigen Technik ist ja oftmals, dass man soziale Beziehungen zu Dingen aufbaut, die damit gar nicht umgehen können.
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Zeit für einen Scherz wär noch da. Fips Asmussen darf auch nochmal ran
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4. Spontane Selbstreflexion
Eine neumoderne Handlung, die sich mittlerweile immer öfter an langen Kassenschlangen antreffen lässt, ist das spontane Versinken in sich selbst und das Reflektieren darüber, was so gerade passiert:
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3. Überdachte Gepflogenheiten
Manche Dinge kommen einem irgendwie auf fast schon perverse Art und Weise falsch vor. Und irgendwie weiss man eigentlich gar nicht so genau, wieso…
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(Carsten:) Und bevor wir zu den Toppern kommen, sei noch mal gesagt, dass man über Twitter auch ganz hervorglänzend fluchen kann:

Ja genau: Also ob ich der Einzige wär den das scharf macht! … Egal!
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2. Abgewöhnung
Kommen wir jetzt also zu den Anführern dieser Liste. Auf Rang 2 kommt Hoch21, der kontinuierlich auf außergewöhnlich hohem Niveau twittert. Er wäre sicher auch mit mehreren Einträgen hier vertreten, hätten wir nicht beschlossen, dass jeder nur einmal reinkommt. Die Freude sei darüber nicht getrübt, verehrte Damen und Herren, lehnen sie sich entspannt zurück und genießen Sie feinste Twitterkunst:
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1. Der erfahrene Skeptiker
Das war sie auch schon so langsam, die Top-10-Tweet-Liste dieses Jahres. Sie wird angeführt durch Ralf Heimann aus Münster durch einen Tweet, der sich geistreich und spontan eines aktuellen Themas annimmt und ihm eine witzige Wendung einverleibt. Das ist genau das, was Twitter eigentlich so reizvoll macht. Hier ist Platz 1:

Das war’s von uns für dieses Jahr! Allen Lesern einen guten Rutsch und viel Spaß!
Kim & Carsten
Es kommt wohl nicht oft in Twitter vor, dass ein monatealter Tweet gleich ein dutzend Mal retweetet wird. Bei folgendem ist aber genau das passiert:
Sehen Sie auch dieses Kinderzimmer der 12jährigen vor sich, die Wände vollgekleistert mit Helmut-Kohl-Plakaten?
Zu Unrecht ist das eifrige Retweeten wohl nicht passiert, beschreibt er doch symptomatisch, wie die Bundesregierung sich derzeit nach außen gibt. Als jemand, der außerhalb von Deutschland gerade weilt, merkt man das vielleicht besser.
Da soll jemand Familienministerin werden, der sich vornehmlich durch parteiinterne Meriten qualifiziert hat: Mit 14 in die Junge Union, nicht weiter auffallen und dann mit 25 die nach eigenen Worten einmalige Chance haben, in den Bundestag zu kommen. So klingt nicht jemand, der sich siegreich in einem harten Wahlkampf bewährt hat. So klingt jemand, dem aus parteilichem Verdienst ein sicherer Weg in den Bundestag beschert worden ist.
Dort versuchte sie sich dann irgendwann mit dem Thema Deutschfeindlichkeit zu profilieren, dass ihr von Panorama um die Ohren gehauen wurde. Das war zwar reißerisch, aber berechtigt seitens der ARD-Sendung und ihre auf ein inhaltliches Patt auslaufenden Bemerkungen überzeugen der Sache nach gar nicht.
Jetzt setzt die CDU konsequent ihre Besetzungspolitik fort, mit der sie damals eine sich nicht durch Sachpolitik bewährt habende Person in den Bundestag katapultiert hat, und katapultiert dieselbe Person auf ein Ministeramt, für dessen Inhalt sie auch wiederum nichts sachpolitisch qualifiziert, wie Angela Merkel eindrucksvoll darlegt.
Ja, ja, wird man nun sagen, das stimmt schon irgendwie. Aber es gibt genügend Staatssekretäre, die schon lange im Thema drin sind, die ihr jede Schwierigkeit aus dem EffEff heraus vorbeten können. Das erscheint mir nicht glaubwürdig, nachdem genau das bei den Ministern Gloß und Jung genau so in die Hose gegangen ist. Oder hat jemand ernsthaft noch Vertrauen zu einer christlichen Partei, unter deren Obhut durch gegen Nato-Vorgaben verstoßende Bombardements Zivilisten im Ausland getötet werden und die sich im selben Moment hinstellt und rhetorische Verbiegungen hinlegt, nach denen man sich nicht im Krieg befindet?
Es ist keine ausgemachte Sache, dass dieser Amtsführung dasselbe Schicksal zuteil wird, aber die Grundnaivität der künftigen Amtsträgerin ist schon in gewisser Weise beeindruckend:
Ich wundere mich auch immer wieder, wie viel Leute freiwillig preis geben, aber ausgerechnet vor dem Staat, wo alles auf Gesetzen basiert und insofern transparent ist, eine Riesen-Panik haben.
Das ist derselbe Staat, der gerade treudoof sensible Daten seiner Bürger an die Amerikaner weiterleiten möchte. Wenn ein Staat derart vorgeht, dann ist Panik jetzt, also, ich will nicht sagen angebracht, aber weit weg liegend ist es nun gerade nicht.
So wünscht man sich nur noch, man könnte nur für einen kurzen Moment das Rad der Zeit zurück drehen, und dass man machen könnte, dass die kleine Kristina Anfang der 90er für irgend jemand anders geschwärmt hätte. Jason Priestley, Roy Black oder Jon Bon Jovi. Es wäre einem doch soviel erspart geblieben.
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Die Süddeutsche Zeitung hat sich die Doktorarbeit von Frau Köhler mal etwas genauer angesehen. Und auch da wurde etwas katapultiert.





















